Nicht nur ein Mitglied in der Fachschaft sein, sondern auch jene nach außen vertreten

Liebe Studieninteressierte, liebe Studenten, liebe Leser,

vielleicht wart (oder seid) ihr einmal Klassensprecher, Schulsprecher, Organisator für ein Event, Vorstand in einem Verein oder in einer anderen Position, welche eine gewisse Verantwortung erforderte? Dann werde ich euch an vielen Stellen des folgenden Artikels sicherlich nicht viel Neues davon erzählen, dass es zwar Zeit beanspruchen kann sich ehrenamtlich zu engagieren, es einem aber ideell doppelt und dreifach zurückgezahlt wird.

Im Folgenden möchte ich ein wenig von meiner Zeit als Mitglied im Fachschaftsrat Elektrotechnik und Informationstechnik berichten.

FSR 2015-2016_Blog

ET/IT Fachschaft 01.04.2015 bis 31.03.2016

War ich schon immer daran interessiert meine Zeit ehrenamtlich für andere zu investieren?

Das wohl eher nicht. Weder würde ich sagen, dass ich vor meinem Studium sonderlich beschäftigt war, noch dass ich den Kontakt zu großen Gemeinschaften gescheut habe. Jedoch ergab es sich irgendwie nie, dass ich mich in Schulzeiten für solche oder ähnliche Tätigkeiten begeistern konnte.
Es fing also alles, wie so vieles, mit dem Studium an. Vielleicht hat mich die neue Umgebung mit meinen neuen Kommilitonen motiviert, vielleicht eine Art Ehrgeiz aus der Menge herauszustechen? Vielleicht aber „lediglich“ Chemnitz, wo man sich in einer relativ kleinen Fachschaft schnell kennenlernt und sich mehr oder minder ein Gefühl einstellt etwas für seine Freunde zu tun. Möglich ist aber auch, dass mir einfach der Gedanke gefallen hat mit Verantwortung umzugehen und ähnlich kompetent und vertraulich aufzutreten wie die Ratsmitglieder vor meiner Zeit.
Ich kann es nicht genau ausmachen, was mich letztlich dazu bewogen hat, jedoch entschloss ich mich zu Beginn meines zweiten Semesters dem Fachschaftsrat beizutreten.

Was genau macht man denn eigentlich im Fachschaftsrat?

Das hängt ganz von euch, euren Interessen, Stärken und Erfahrungen ab.
Prinzipiell gilt es zu Beginn einer neuen Amtsperiode die folgenden Referate zu belegen: Vorsitz, Finanzer, Kassenwart, Eventmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, Protokollführung, IT, Lehre & Qualitätsmanagement, Internes und Interkulturelle Kommunikation (IKK).
Letztlich läuft es aber mehr oder minder so ab, dass es zwar für jeden Bereich (Referat) einen Hauptverantwortlichen gibt, jedoch jeder dort hilft wo er kann, möchte und Zeit hat.
Als Einstieg übernahm ich die Leitung des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit und im Folgenden den Posten des Finanzers. Nach meiner Rückkehr aus Norwegen werde ich mich dann vermutlich in IKK stark machen.
In jedem Referat hatte ich unterschiedlichste Aufgaben, welche mehr oder minder mit beachtlichem Zeitaufwand verbunden waren. Auch galt es, die wöchentlichen Sitzungstermine nach Möglichkeit wahrzunehmen.

Was kann man als Fachschaft bewirken?

Als Repräsentant der Fachschaft genießt man nicht nur unter den Kommilitonen eine Art Ansehen. Auch unter Professuren und Dozenten ist man meist bekannt und kann sich mit Hilfe des eigenen Namens Gehör verschaffen. Darüber hinaus steht man direkt den Universitäts-News gegenüber und bekommt in Zusammenarbeit mit anderen Gremien einen guten Überblick über Neuerungen oder Problemstellungen.
Und überall da, wo man News bekommen kann, ist es prinzipiell möglich nachzuhaken. Nachhaken bedeutet, sich für die Interesse der Kommilitonen stark machen oder sich darum bemühen die Studienbedingungen auf einem attraktiven Level zu halten.
Bis jetzt ist es uns immer ganz gut gelungen den Interessen unserer Studenten nachzukommen und in Übereinstimmung mit Professuren, Verwaltung und anderen Instanzen eine Lösung zu erarbeiten.

Was ist zum sozialen Aspekt zu sagen?

Als Fachschaftsrat ist man natürlich ebenso um das akademisch, als auch das sozial erfolgreiche Leben der Fachschaft bemüht.
Unzählige Events durfte ich bereits mit organisieren und natürlich selber daran teilnehmen. Es ist dabei unheimlich interessant zu sehen, was alles dazugehört, selbst ein kleines Event wie eine Grillfeier abzuhalten. Gar nicht daran zu denken, was große Events wie Exkursionen für einen Aufwand mit sich bringen.
Aber was ist nun mein Vorteil daran, wenn ich meine Zeit in die Organisation investiere?
Ganz einfach – direkte Teilhabe und die Möglichkeit die eigenen Ideen einzubringen.
Zudem macht es im Endeffekt viel mehr Spaß mit seinem Organisationsteam das Event zu genießen, als es „nur“ aus der Besucher-Position zu genießen.
Neben den Events an sich lernt man selbstverständlich dutzende neue Leute kennen.
Dabei nicht nur die jährlich wechselnden Ratsmitglieder, sondern auch jene Studenten denen man auf Events als Ansprechpartner gegenübersteht.

Wie kann man Mitglied werden?

In Chemnitz haben wir eine maximale Belegschaft von 15 Mitgliedern, welche seit ein paar Jahren auch immer voll besetzt ist. Mitglied kann prinzipiell jeder werden, jedoch entscheiden die letztendlichen Wahlen darüber, wer sich Vertreter der Fachschaft nennen darf.

Was gibt es abschließend zu sagen?

Wie Ihr vermutlich bereits gemerkt habt, habe ich bei meinen Ausführungen nur an der Oberfläche gekratzt und mich auf einen sehr allgemein gehalten Überblick orientiert.
Wie immer gilt, dass ihr mich gerne nach detaillierteren Informationen fragen dürft.
Was ihr jedoch selber machen müsst ist, ist die Möglichkeit wahrzunehmen einer einmaligen, wenn auch übersichtlichen, Gemeinschaft beizutreten und euch selber Verantwortung zuzutrauen.
Probiert es aus und genießt die Vorteile, die damit einhergehen.
Bis jetzt ist noch kaum einer nach einer Amtsperiode wieder ausgestiegen.
Vorsichtig! Wiederholungstäter-Gefahr!

Genießt eure Zeit an der TU Chemnitz und werdet vielleicht sogar ein Teil derer, die sich um andere sorgen.

Beste Grüße,

Chris

Eintrag von Christian, Masterstudium Regenerative Energietechnik, 25.02.2015