Studium und Nebenjob verbinden – das geht…

Studenten leiden bekanntlich nicht gerade unter chronischem Reichtum: Je nachdem, welcher Sozialerhebung man Glauben schenkt, arbeiten bis zu 80% der Studenten nebenbei. Doch jobben kostet Zeit, und logischerweise fehlt diese zum Lernen oder für Freizeitaktivitäten – häufig fällt es schwer, das alles unter einen Hut zu bekommen. Deshalb möchte ich, wenngleich mein Botschafter-Kollege Christian hier bereits über seine Tätigkeit als studentische Hilfskraft berichtet hat, an dieser Stelle nochmal von meinen persönlichen Erfahrungen auf meinem langen Weg zur perfekten Balance zwischen Studium und Job berichten.

Schon zu Abiturzeiten arbeitete ich nebenbei als Verkäuferin in einem Bekleidungsgeschäft. An 2-4 Tagen die Woche wuselte ich nach der Schule für ein paar Stunden zwischen T-Shirt-Stapeln hin und her. Zu behaupten, meine schulischen Leistungen hätten kein Stück darunter gelitten, wäre gelogen – ich hatte schlicht kein gutes Zeitmanagement, da sich Hausaufgaben und sonstige Vorbereitungen in die Abendstunden verschoben, wo ich nach fünf bis acht Stunden Schule und meist ca. fünf Stunden Arbeit schlicht keinerlei Energie mehr hatte.

–> Regel Nr. 1: Mach dir deine Prioritäten klar!
Wenn du jobbst, um finanziell zu überleben, steht außer Frage: Essen und Miete gehen vor. Die meisten Studenten arbeiten jedoch auch für ein bisschen „Extra-Luxus“. Daher wäge ab, was dir wichtiger ist – jetzt ein bisschen mehr Geld, um dir neue Klamotten zu kaufen, dir einen teuren Handyvertrag oder ein Auto leisten zu können, oder ein wirklich gut abgeschlossenes Studium? Wie viel Arbeit geht, und an welchem Punkt schränkst du deine Lernaktivitäten wegen des Jobs ein?

 

Als ich mein Studium in Chemnitz aufnahm, jobbte ich zur Weihnachtszeit an einem Aktionsstand in der Mitte einer Shopping Mall (siehe Foto). Meine Aufgabe war es, die Kunden „abzufangen“ und ihnen ein paar -zugegeben sehr niedliche- Produkte aufzuschwatzen. Das Problem: Ich hatte ein schlechtes Gewissen dabei, die Leute zu überreden, etwas zu kaufen, das sie eigentlich gar nicht wollten. Es kostete mich Überwindung, deshalb empfand ich die Arbeit als extrem anstrengend, und so richtig gut war mein Umsatz auch nicht.

–> Regel Nr. 2: Such dir einen Job, der auch zu dir passt!
Nicht jeder ist zu allem geboren. Wenn du nicht gut mit Kindern kannst, wirst du beim Nachhilfe geben nicht glücklich werden, und wenn Lärm und viele Menschen dich stressen, solltest du lieber nicht im Wirtshaus kellnern. Gesteh dir deine Schwächen ein! Wenn du die Wahl zwischen mehreren Jobs hast, nimm den, für den du dich am wenigsten verstellen musst. Die Arbeit wird dir dann viel leichter fallen und mehr Spaß machen.

Mein erster Nebenjob in Chemnitz

Mein erster Nebenjob in Chemnitz

 

Seit einigen Jahren habe ich nun parallel zwei Nebenjobs: Ich arbeite im Centermanagement eines Einkaufszentrums an der Kundeninformation, wo ich Auskünfte erteile, Gutscheine verkaufe und ein wenig Bürokommunikation erledige. Hier werde ich vor allem samstags gebraucht, was sehr praktisch ist, da wochenends ja keine Uni-Veranstaltungen stattfinden. Zudem bin ich Hiwi an der Professur Medienpsychologie, wo ich momentan vornehmlich als Tutorin zu zwei Vorlesungen tätig bin, jedoch auch bei Forschungstätigkeiten wie der Probandenbetreuung bei Experimenten und der Dateneingabe helfe. Die Zeiteinteilung als HiWi ist meist die studentenfreundlichste überhaupt – welcher Arbeitgeber hat schon mehr Verständnis für Engpässe in der Prüfungsphase als die Uni selbst?

–> Regel Nr. 3 – die „Königsdisziplin“: Arbeite nicht nur, um Geld zu verdienen, sondern auch, um dich weiterzuentwickeln! 🙂
Idealerweise zählst du während der Arbeit nicht nur die Stunden ab, sondern lernst auch etwas, was dir tatsächlich nach deinem Studium weiterhilft. Auch im Lebenslauf kommt es freilich besser an, wenn die Tätigkeit, die du jahrelang nebenbei ausgeübt hast, irgendetwas mit dem Bereich zu tun hat, für den du dich bewirbst. Drei Jahre an der Aldi-Kasse zeugen vielleicht von Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz, qualifizieren dich jedoch letztendlich für nichts weiter. Deshalb suche gezielt nach Ausschreibungen deiner favorisierten Unternehmen bzw. Fachbereiche oder schreibe Initiativbewerbungen! Ich würde mich heute immer für den interessanteren Nebenjob entscheiden, auch wenn er vielleicht etwas weniger Geld pro Stunde bringt. Als HiWi sind für mich persönlich beide Fliegen mit einer Klappe geschlagen, was ich als großen Glücksfall empfinde.

 

Ich hoffe, ihr könnt nach diesen Schilderungen vielleicht ein paar meiner „Irrwege“ vermeiden und findet den perfekten Nebenjob für euch! 🙂

 

Eintrag von Eva, Bachelorstudium Medienkommunikation, 25.03.2015

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