Auf und davon und mit beiden Händen voll zurück

Bild3– Mein Auslandssemester in Norwegen–

Liebe Studieninteressierte, liebe Leser mit oder ohne Fernweh,

im folgenden Artikel möchte ich über meine Erlebnisse und Erfahrungen sprechen, welche ich im Zusammenhang mit meinem Auslandssemester gewinnen konnte.

 

Die Auswahl einer Universität

Mit dieser Auswahl habe ich mich nahezu ein Jahr im Voraus beschäftigt. Und damit war ich noch nicht einmal früh dran, musste ich feststellen.
Warum ich überhaupt ins Ausland wollte? Es ist korrekt. Spätere Arbeitgeber betonen immer wieder, wie wichtig es sei Erfahrungen im Ausland gemacht zu haben. Jedoch war dies nicht mein Hauptbeweggrund. Auch habe ich anfangs gedacht, dass ich doch relativ offen gegenüber ausländischen Mitbürgern wäre und auch dahingehend wenig zu verbessern hätte.
Für mich sollte dieser Aufenthalt die letzte Chance sein eine meiner größten Ängste endgültig hinter mir zu lassen. Die englische Sprache hat mir in der Schule immer Schwierigkeiten bereitet. Da half auch der Universitäts-Kurs nichts, welchen ich zwar mit dem Niveau B2 abgeschlossen habe, jedoch mit dem Gefühl verblieben bin, dass ich wohl nie einen Satz geradeaus sprechen könnte.
Trotz diesem Ziel war die Auswahl an Hochschulen, welche ich besuchen könnte, viel zu groß.
Zumindest anfangs.
Bereits nach einigen Tagen intensiverer Bemühung, weitere persönliche Filter zu erarbeiten, schieden nach und nach immer mehr Länder und damit Universitäten aus. Sei es wegen der bescheidenen Semesterlage in Deutschland, welche so einzigartig ist, dass sie weder mit Amerika, noch Australien zu vereinbaren war, horrenden Studiengebühren für Eliteuniversitäten in England bzw. Schottland oder schlicht der Tatsache, dass das Niveau von Lehre und Studium bereits beim Überfliegen von Studienordnungen nicht wirklich angemessen erschien.
Letztlich hatte ich die Hoffnung schon beinahe aufgegeben.
Dank eines Gesprächs mit dem Betreuer für internationale Studienaustäusche, Herrn Sachs, wurde ich jedoch auf Norwegen aufmerksam. Es schien alles zu passen. Die Anmeldefrist würde erst in ein paar Tagen abgelaufen sein, die für mich interessante Universität war in unserem ERASMUS-Programm inbegriffen, die Semesterlage war halbwegs verkraftbar UND die Norweger sind bekannt für ihr gutes Englisch.
Mit einer großen Portion Glück schaffte ich es also letztendlich einen der begehrten Plätze für mein Auslandsabenteuer an der NTNU (Norwegian University of Science and Technology) zu ergattern.

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Mein Aufenthalt

Wenn mich jemand bitten würde das Erlebte in Norwegen in einem Satz zusammen zu fassen, dann würde ich vermutlich Folgendes sagen: Es war die Zeit meines Lebens und trotz einiger Schwierigkeiten konnte ich erleben, was so vielen anderen Menschen für ewig verwehrt bleiben wird.
Das Zusammenspiel der Schönheit des Landes an sich, der internationalen Kultur des ERASMUS-Programms, welche so verschieden, abwechslungsreich, offen und interessant ist und der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Gastgeber, machten meinen Aufenthalt zu etwas unvergesslichen.

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Meine Absichten die englische Sprache nicht mehr zu fürchten und trotz Abstinenz von der Heimatuniversität keine Einbußen in der Qualität der Lehre zu erfahren konnte ich vollends befriedigen. Ich konnte sogar ein wenig Norwegisch lernen und musste mir eingestehen, dass die Lehrqualität hier oben mindestens mit der mithalten kann, wie ich sie von „Zuhause“ in Chemnitz gewöhnt bin.

Verlust und Gewinn

Letztendlich muss ich durch meinen Aufenthalt im Ausland ein Semester an meinen Master dran hängen, da ich, wie mir bereits im vornherein klar war, nicht alle Kurse meines heimischen Masters durch die an der NTNU angebotenen Kurse kompensieren konnte. Diese Kleinigkeit, welche mich ehrlich gesagt mehr zufrieden stimmt denn melancholisch, habe ich jedoch gerne auf mich genommen.
Neben unzähligen neuen Freundschaften aus den unterschiedlichsten Ländern und Kontinenten hatte ich zahlreiche (!) unbeschreibliche Ausflüge mit einzigartiger Szenerie. Ich lernte viele neue Kulturen kennen, lernte Internationalität in vorher unbekanntem Ausmaß kennen und lieben und meisterte es, mich in einem unbekannten Land und Umfeld zurechtzufinden. Auch konnte ich viel über mich selber lernen und neue Hobbies wie Reisen und Fotografie in mir wecken.

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Empfehlung und Ausblick

Trau dich und wage dein eigenes Auslandsabenteuer. Es gehört viel Überwindung und jede Menge Motivation und Selbstantrieb dazu, aber selten konnte ich sagen, dass es sich so ausgezahlt hätte wie im Falle dieses Semesters.

Vielleicht konnte ich euer Interesse für das Ausland wecken und solltet ihr es vielleicht schon planen, würdet ihr vielleicht an der einen oder anderen Stelle gerne mehr erfahren.
Wie immer gilt: Schreibt mich an und fragt nach, was euch interessiert.
Ich verfasste über meine Zeit im Ausland wöchentlich einen Bericht für meine Eltern und Freunde Zuhause, da ich aufgrund von Trips, Sport und (auch mal) Universität nicht so viel Zeit mit Telefonaten, Skypen oder ähnlichem verbringen wollte/konnte. In Summe konnte ich mit den kurz gefassten Schilderungen meiner jeweiligen Woche mehr als 60 Seiten füllen.
Es gibt also einiges, was ich hier nicht erwähnt habe, was für den ein oder anderen aber interessant sein könnte. 🙂

Tusen takk fürs lesen und bis zum nächsten Mal.

Med vennlig hilsen,

Chris

Eintrag von Christian, Masterstudium Regenerative Energietechnik, 30.03.2015

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