Grundschullehrer – echte Universaltalente

Foto Linda KetzelEngagiert und kooperativ arbeiten? – Kann ich.

Noch dazu ein verantwortungsvoller Beruf? – Trau ich mir zu.

Kinder fordern, fördern, unterrichten und auf ihrem Lebensweg ein Stück begleiten? – Unbedingt!

Dann wäre das Grundschullehramtsstudium vielleicht genau das richtige für dich!?

Hier ein kurzer Überblick darüber, was dich in diesem Studium an der TU Chemnitz erwartet und wie es danach weitergeht.

 

Welche Inhalte erwarten mich?

Die Regelstudienzeit beträgt 8 Semester und die sind inhaltlich ziemlich vollgepackt.

Das hätten wir….

Die Grundschuldidaktiken:

In diesen geht es weniger um das Was, sondern vielmehr um das Wie der zu vermittelnden Inhalte. Die zentralen Fächer Deutsch, Mathe und Sachunterricht sind hierbei für jeden verpflichtend.

Die studierten Fächer:

Dabei handelt es sich um Vertiefungen und Spezialisierungen in einem bestimmten Fachbereich. Im Rahmen dieser wird sich nicht nur mit der Didaktik des Faches, sondern auch mit der Fachwissenschaft befasst. An der TU Chemnitz kannst du zwischen Deutsch, Mathe, Englisch, Ethik/Philosophie und Wirtschaft-Technik-Haushalt wählen.

Wer Mathe oder Deutsch als studiertes Fach belegt, kann/ muss (wie man es eben sehen will) sich für eine weitere Grundschuldidaktik entscheiden. Zur Auswahl stehen Kunst, Sport oder Werken.

Die schulpraktischen Studien:

Hinter diesem hochtrabenden Begriff verbirgt sich nichts anderes als Praktika an Grundschulen (aber auch an Förderschulen und Kindergärten), die dich über das gesamte Studium hinweg begleiten. Diese finden sowohl semesterbegleitend als auch in der vorlesungsfreien Zeit statt und bieten dir die Möglichkeit, realen Unterricht kennenzulernen und selbst praktische Erfahrungen zu sammeln.

Die letzten beiden zentralen Aspekte des Studiums sind die sogenannten Bildungswissenschaften und Ergänzungsstudien (z.B. Sprecherziehung und Rhetorik, wissenschaftliches Arbeiten etc.).

 

Und was ist das Staatsexamen?

Das Staatsexamen ist die von der Sächsischen Bildungsagentur veranstaltete Abschlussprüfung deines Studiums. Es unterteilt sich in das erste und das zweite Staatsexamen.

Ersteres erfolgt nach erfolgreicher Ablegung aller Prüfungen laut Studienordnung und vor dem einjährigen Referendarjahr. Nach Beendigung dieses Vorbereitungsdienstes schließt sich das zweite Staatsexamen an. Habt ihr dieses auch bestanden, könnt ihr euch endlich stolz als Grundschullehrer bezeichnen.

Genauere Infos zum Ablauf und den Inhalten des Staatsexamens könnt ihr in der Lehramtsprüfungsordnung (LAPO) nachlesen.

LAPO I (für das erste Staatsexamen): http://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/12561-Lehramtspruefungsordnung_I

LAPO II (für das zweite Staatsexamen): http://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/13867-Lehramtspruefungsordnung_II

 

Fertig – Und nun?

Im Gegensatz zu anderen Studiengängen sind die Berufsmöglichkeiten mit einem abgeschlossenen Lehramtsstudium eher selbsterklärend. Du bist nun fertig ausgebildeter Grundschullehrer und in der Lage, vier Fächer in der Primarstufe gleichermaßen zu unterrichten – ein echtes Universaltalent eben. 😉

Selbstverständlich besteht außerdem die Möglichkeit sich zum Schulleiter hochzuarbeiten oder zurück an die Universität zu gehen, um dort zu forschen und zu lehren.

An dieser Stelle möchte ich versuchen, kurz auf einige häufig gestellte Fragen rund um den Berufseinstieg einzugehen. Legen wir los…

Kann ich mir eine Schule/einen Arbeitsplatz aussuchen?

Nicht wirklich. Man bewirbt sich im Freistaat Sachsen um eine Anstellung und wird durch die Sächsische Bildungsagentur einer Schule zugewiesen. Ausschlaggebend ist der Bedarf an Lehrkräften in bestimmten Regionen, es wird aber auch versucht auf Wünsche einzugehen. Was uns zur nächsten Frage bringt…..

Wie sind die Einstellungschancen in Sachsen?

Ziemlich gut! Vor allem in den ländlichen Regionen (Vogtlandkreis, Erzgebirgskreis, Zwickau etc.) herrscht akuter Lehrermangel. Bis 2020 werden ca. 9000 Lehrerinnen und Lehrer aus dem Schuldienst austreten (und in dieser Statistik sind noch nicht einmal die vielen Ausscheidungen aufgrund von Berufsunfähigkeit erfasst). Vor allem das Grund- und Mittelschullehramt sind von dieser Entwicklung betroffen.

Daher mein Tipp: Wenn ihr euch vorstellen könnt, auch außerhalb der Ballungszentren Dresden, Leipzig und Chemnitz zu arbeiten, bewerbt euch für eine Anstellung in den ländlicheren Regionen. Aufgrund des hohen Bedarfs hier ist es viel wahrscheinlicher, dass eurem Wunsch auch nachgekommen wird.

Kann ich auch außerhalb von Sachsen arbeiten?

Klares Jein. Es gibt einen Beschluss der Kultusministerkonferenz, der besagt, dass Lehramtsabschlüsse gegenseitig und unabhängig vom Bundesland anerkannt werden. Jedoch gestaltet sich die Praxis etwas komplexer. Ein Grund hierfür ist die unterschiedliche Dauer des Vorbereitungsdienstes in den verschiedenen Bundesländern, z. B. 18 Monate in Sachsen und 24 Monate in Bayern.

Um nicht einen Teil des Referendariats nachholen zu müssen, sollte man dieses vorsichtshalber auch in jenem Bundesland absolvieren, in dem man arbeiten möchte!

Ganz klar muss man aber anmerken, dass nicht in allen Bundesländern ein vergleichbarer Lehrermangel wie in Sachsen herrscht, im Gegenteil – man muss sich gegen eine größere Bewerberzahl durchsetzen und damit sinken auch die Einstellungschancen.

 

Was ich noch unbedingt loswerden möchte…..

Derzeit ist der Studiengang noch immer nicht auf dem optimalen Stand angekommen. Es wäre toll, wenn auch ihr eigene Ideen und Engagement in die Weiterentwicklung der Studiengangs einbringt!!! 🙂

So, das war eine Menge Input. Habt ihr trotzdem noch ungeklärte Fragen oder möchtet ihr etwas genauer wissen? Zögert nicht mich zu fragen! Auch die Fachgruppe Lehramt steht mit Rat und Tat zur Seite (https://www.facebook.com/groups/1422988471302215/ oder fachgruppe-zlb@tu-chemnitz.de)

 

Eintrag von Linda, Studiengang Lehramt an Grundschulen, 21.05.2015

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