Politikwissenschaft studieren: Mehr als inhaltslose Rhetorik

Copyright: photothek.netZugegeben, es kann heute teils schon eine schwierige Entscheidung darstellen, wenn man wie in meinem Fall ein großes Interesse an sozio-ökonomischen bzw. sozio-politischen Themen aus dem Sozialkundeunterricht mitgenommen hat, sich nun aber doch für eine gewisse Stoßrichtung entscheiden muss: Ursache und Wirkung gesellschaftlicher Prozesse mittels der Soziologie kennenlernen? Vielleicht doch eher den Schwerpunkt auf Geschichte setzen? Und was ist eigentlich mit Wirtschaft, das sollte eigentlich schon dabei sein! Kurz gesagt: Wer regelmäßig interessiert das Weltgeschehen verfolgt und mehr noch als Aktienkurse das Agieren unserer politischen Amtsträger verstehen will, sollte seinen Blick eher in Richtung der Politikwissenschaft werfen. Diese bietet mehr als das Klischee der „Rhetoriker-Schmiede“ ihr zuspricht – vor allem ist sie interdisziplinär! An Kernpunkten der Geschichte kommt man ebenso wenig vorbei wie an wichtigen Ausflügen in die Welt von VWL und Wirtschaftspolitik. Selbst im Fall einer unerfüllten heimlichen Interessensrichtung gibt es später zudem noch das altbewährte Nebenfach…

Was bietet der Studiengang an der TU Chemnitz?

Der Bachelorstudiengang Politikwissenschaft an der TU Chemnitz bietet seinen Interessenten zwei große Vorteile mit Blick auf die zukünftige Studien- und Berufsplanung. Zum einen deckt er mittels vierer zentraler Teilgebiete – Internationale Politik, Vergleichende Regierungslehre, Politische Systeme und Institutionen sowie Politische Theorie- und Ideengeschichte – das gesamte relevante Spektrum politikwissenschaftlicher Themenbereiche ab. Lisa_Benedict_Jessica-photothekSchriften eines Aristoteles oder Platons finden hierbei genauso Beachtung wie aktuelle Debatten rund um Formen direkter Demokratie oder nuklearer Abrüstung. Ergänzend und nicht minder wichtig kommen ab den höheren Semestern auch Vorlesungen zu Wirtschaftspolitik und frei wählbaren Nebenfächern (da ist sie ja wieder, die Soziologie und Geschichte!). Darüber hinaus besteht regelmäßig die Möglichkeit der Teilnahme an einigen praxisbezogenen Projekten, welche rückblickend einen wichtigen Beitrag zum tieferen Verständnis (welt-)politischer Abläufe geliefert haben. Nicht zuletzt trägt schließlich die relativ geringe Studierendenzahl zur engen Kontakt- sowie Dialogmöglichkeit zu den Dozentinnen und Dozenten bei, was zugleich die Studienatmosphäre angenehm auflockert, gleichzeitig aber vielmehr eine Chance persönlicherer Betreuung bietet.

Politikwissenschaft: „Brotlose Kunst“, „Bundeskanzlermacher“ oder gar „Taxi-Führerschein“?

Tatsächlich verstehen die meisten Menschen den Studiengang der Politikwissenschaft und somit dessen Berufsaussichten falsch. So ist der Weg in die aktive Politik bei weitem nur eine der Optionen – obwohl am Beispiel Gesine Schwans durchaus gewinnversprechend! Auch der Weg in den diplomatischen Dienst und die Botschaften dieser Welt stellt eine interessante Option dar. Weit häufiger vertreten ist jedoch das Wirken in einem der aus modernen Gesellschaftsstrukturen nicht mehr wegzudenkenden „Think-Tanks“ (Forschungsinstitute bzw. „Denkfabriken“). Als attraktive Ergänzung zeigt sich auch das Berufsfeld der Politik-Beratung für Parteien, Unternehmenspolitiken o.ä., zu Englisch „Political Consulting“. Die Erkenntnisse der Politikwissenschaft sind also spürbar in zahlreichen Teilen unserer Arbeitswelt gefragt!

 

Eintrag von Benedict, Bachelorstudium Politikwissenschaft, 04.06.2015

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