Pädagogik studieren – Ach ja richtig, du wirst Lehrer?!

IMG_0894_Blog2

„Ich studiere gerne Pädagogik in Chemnitz, weil das Studium hier eine gute Basis für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Aspekten im Hinblick auf Erziehung und Bildung bietet.“

Christoph Pfitzinger (25) aus Bad Muskau

 

 

 

Was ist Pädagogik überhaupt?

Meine Kommilitonen und ich bekommen häufig die Frage gestellt:

„Was machst du dann nach deinem Studium?“

„Wirst du Lehrer? Wirst du Erzieher?“

Pädagogik ist eine sehr vielseitige Disziplin. Und nein liebe Studieninteressierte, wenn ihr Pädagogik studiert, seid ihr keine Lehrer, seid ihr keine Erzieher und werdet es auch nie sein. Pädagogik beschäftigt sich mit Erziehung und Bildung und ist aus vielen anderen Disziplinen erwachsen. Obwohl beim Erziehungsbegriff wiederum differenziert werden muss, ob der pädagogische Fokus auf Kindern und Jugendlichen liegt oder auf Erwachsenen. Denn bei Erwachsenen spricht man nicht mehr von „Erziehung“… Es ist eben nicht so einfach zu beantworten, was Pädagogik alles umfasst.

Die eingangs erwähnten Fragen nochmals kurz beantwortet:

Nein, wir werden keine Lehrer – dafür existieren eigenständige Studiengänge.

Nein, wir werden keine Erzieher – dafür existieren Ausbildungen.

 

Pädagogik in Chemnitz – Was erwartet euch an der TU Chemnitz?

Grundsätzlich sind an dem Institut für Pädagogik vier große Professuren und eine Juniorprofessur angesiedelt. Das sind die Folgenden:

1. Professur Allgemeine Erziehungswissenschaft

2. Professur Erwachsenenbildung und Weiterbildung

3. Professur Berufs- und Wirtschaftspädagogik

4. Professur Erziehungswissenschaft

5. Juniorprofessur Interkulturelle Pädagogik

Das Studium setzt sich aus eurem Hauptfach (Pädagogik) und einem Nebenfach zusammen. Im Nebenfach (NF) habt ihr die Auswahl zwischen Psychologie, Erlebnis und Sport, Wirtschaft und Betrieb sowie Medien und Information. Eure NFwahl ist besiegelt, wenn ihr eure erste Prüfungsleistung darin abgelegt habt. Wichtig hierbei zu beachten: Wenn ihr euch erstmal für ein NF entschieden habt und dort eine Prüfungsleistung abgelegt habt, könnt ihr das NF nicht mehr wechseln. Es begleitet euch dann also durch das gesamte Studium.

Der Bachelor besteht grundsätzlich aus Grund- und Aufbaumodulen, welche im Hauptfach (HF) und im Nebenfach existieren. Weiterhin gibt es im HF noch zwei Zusatzmodule (ZM) und die Vertiefungsmodule (VM). Diese umfassen das 6-wöchige Praktikum und das Forschungsprojekt. Die Module wiederum bestehen meistens aus verschiedenen Veranstaltungen. Im Bachelorstudiengang Pädagogik werdet ihr mit Vorlesungen (VL), Seminaren (SE), Übungen (Ü) und Tutorien (TuT) konfrontiert. In den jeweiligen Veranstaltungen werden dann verschiedene Prüfungsleistungen gefordert, um das jeweilige Modul abzuschließen. Ihr werdet Klausuren schreiben, Referate halten und Präsentationen ausarbeiten, Hausarbeiten, Protokolle und Thesenpaiere verfassen und das Wichtigste von allem: Lesemuffel aufgepasst! VIEL LESEN! Literaturrecherche wird  sehr wichtig sein. Ihr müsst immer bedenken, dass ihr eine Geisteswissenschaft studiert. Das aktive und wissenschaftliche Auseinandersetzen mit Literatur ist eine der wichtigsten Grundlagen in unserem Studium.

Nach der Halbzeit im Studium (im 3. Semester) dürft ihr einen Schwerpunkt im Hauptfach wählen. Was heißt das für euch? In den ersten drei Semestern habt ihr die Chance bekommen in alle Professuren hinein zu schnuppern und könnt nun entscheiden, welche euch thematisch am meisten interessiert und diese dann ab dem 4. Semester „vertiefen“ (Hier kommen die oben genannten VM ins Spiel). Diese Vertiefung wird von jeder Professur angeboten. Die Art und Weise eures Praktikums und des Forschungsprojekts hängen auch von der jeweiligen Vertiefung ab. Denn die ZM werden auch bei der jeweils vertieften Professur absolviert.

Im 6. Semester (insofern ihr in der Regelstudienzeit abschließen möchtet) steht euch dann die Bachelorarbeit bevor. Diese wird auch im Vertiefungsbereich geschrieben und das Thema sowie die Richtung und genaue Art und Weise kann sehr unterschiedlich ausfallen. Dazu kann ich nur sagen: Fangt an das Fach zu studieren und schaut, wie ihr euch entwickelt und entscheidet, wenn ihr soweit seid. 😉

Allgemein empfehle ich sich am Stundenplan zu orientieren. Den Studienablaufplan findet ihr aber auch noch mal in der Studien-/Prüfungsordnung ab Seite 6. Die zweite Übersicht finde ich persönlich besser, da sie mehr Informationen bezüglich der einzelnen Veranstaltungen beinhaltet. Wenn ihr gleich die Studienordnung durchstöbert, könnt ihr nämlich auch die Module kennenlernen und schauen, was euch inhaltlich im Studium Pädagogik erwartet.

Weiterhin habt ihr die Möglichkeit ein Auslandssemester zu absolvieren und dementsprechend an anderen Universitäten in anderen Ländern neue Erfahrungen zu sammeln, neue Kulturen kennen zu lernen und neue Freundschaften zu knüpfen. Ein Auslandssemester ist keine Pflicht in unserem Studium, aber auf jeden Fall eine tolle Sache. Unser Institut hat grundsätzlich Partneruniversitäten in Spanien und Finnland. Ein Auslandsjahr ist aber auch in anderen Ländern möglich.  Ich selbst habe leider kein Auslandsjahr absolviert, aber Freunde von mir waren in Spanien und Finnland. Sie berichteten, dass es sich auf jeden Fall lohnt das Abenteuer zu wagen.

 

Neben dem Studium – Faulenzen oder aktiv sein?

Erst einmal bietet euch die Universität jedes Semester viele Sportkurse an, die ihr wahrnehmen könnt. Der Campus auf der Reichenhainer Straße bietet sportlich auch Einiges mehr. Es existieren Tennisplätze, Basketballfelder, Volleyball- und Beachvolleyballfelder, Fußballplätze, eine Sporthalle und ein Sportplatz, sowie viele Grünflächen rings herum. Vieles davon ist auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Das heißt für euch, dass ihr gern mit anderen Studenten in Kontakt treten und schon erste Bekanntschaften knüpfen könnt.

Weiterhin bietet die Universität auch einige Sprachkurse an, die ihr auch gern jedes Semester wahrnehmen könnt. Diese sehen nicht nur hübsch im Lebenslauf aus, sondern können auch euer Leben sehr bereichern, wenn ihr diese Kurse z. B. im Zuge eines Auslandssemesters nutzt.

Für Leute, die sich gern in etlichen Richtungen engagieren, bietet unsere Universität auch viele Möglichkeiten. Beispielsweise könnt ihr in Hochschulgremien, wie z. B. dem Fachschaftsrat der Philosophischen Fakultät (FSR Phil), tätig werden. Der FSR Phil stellt die Studierendenvertretung der Philosophischen Fakultät dar. Diese ist sofern für euch bedeutsam, weil die Pädagogik an dieser Fakultät angesiedelt ist.
Weiterhin könnt ihr euch auch in eurem eigenen Studiengang mehr engagieren, in dem ihr der Fachgruppe Pädagogik beitretet.
Ich selbst bin auch im FSR Phil, in der Fachgruppe Pädagogik und noch in einigen anderen Gremien tätig. Hier könnt ihr euch gut ausprobieren und schauen, wo eure Stärken liegen sowie gute Soft Skills erwerben, die ihr durch das Studium so nicht erlangt.
An der Universität existieren weiterhin zahlreiche Initiativen und Vereine, in denen ihr euch engagieren könnt. Alle freuen sich über Nachwuchs und Interessierte. Aber auch die Faulis unter euch kommen nicht zu kurz. Am Campus sind viele schöne kleine Ecken vorhanden, an denen man sich mit Freunden niederlassen kann. Einfach nur quatschen, die Seele baumeln lassen oder nichts tun.

Und das waren nur einige Dinge, die euch der Campus bietet.

 

Chemnitz – die Rentner-Stadt?

Ich selbst bin kein gebürtiger Chemnitzer und war vor Beginn meines Studiums auch noch nie in Chemnitz. Ich habe sogar noch nie was davon gehört. Als ich meinen Freunden erzählte, dass ich in Chemnitz studieren werde, sagten viele, dass die Stadt hässlich sei und nur Rentner dort leben würden. Das Interessante an dieser Aussage war, dass von meinen Freunden fast keiner zuvor in Chemnitz war…

Ich bin sehr zufrieden mit dem Leben hier in Chemnitz. Es herrscht ein reges Kulturangebot für Jung und Alt, es existieren Möglichkeiten zum feiern gehen und wir haben ein schönes Umland. Richtung Erzgebirge könnt ihr wunderbar wandern und klettern gehen. Dasselbe gilt für das Elbsandsteingebirge. Weiterhin haben wir einige Wäldchen und Parks im Umland, die es sich lohnt anzuschauen. Ihr habt eine super Zuganbindung nach Dresden und Leipzig. Die Züge fahren stündlich. Wem Chemnitz zu trist erscheint, kann dann gern mit dem Zug diese beiden Kulturstädte besuchen und erkunden. Das Schöne am Zug fahren in Sachsen ist, dass wir überall kostenlos mit der DB fahren dürfen. Ihr habt durch euren Semesterbeitrag quasi eine Flatrate für das Zugfahren mit erworben.

Lasst einfach folgende Seite auf euch wirken und ihr werdet einen kleinen (aber feinen) Eindruck von Chemnitz bekommen: Chemnitz zu meiden. 😉

 

Bachelor – Was folgt nun?

– Masterstudium
– Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
– Dozent in der Erwachsenbildung und Weiterbildung
– verschiedene Funktionen im Personalwesen in Institutionen, welche sich mit Bildungs- und Erziehungsprozessen auseinander setzen (z.B. Organisation, Administration)
–  päd. oder bildungspol. Beratung
– …

Ihr seid mit einem Pädagogikstudium sehr breit aufgestellt. Ihr könnt in der Verwaltung arbeiten, administrative oder organisatorische Aufgaben übernehmen bis hin zur eigenständigen Lehre. Das Spektrum ist sehr groß und hängt davon ab, wo eure Interessen liegen. Empfehlenswert sind daher Praktika, Ehrenämter/Gremienarbeit oder Nebenjobs, um euch auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln.

Eintrag von Christoph, Bachelorstudium Pädagogik, 13.07.2015

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.