Beitragsreihe: Präsentier um dein Leben! – Teil 3

Alles ist bereit, jetzt geht es los. Das Thema der Abschlussarbeit ist gewählt und nun muss sich der baldige Absolvent selbständig das notwendige Wissen dazu aneignen. Dieses Mal gibt es keine Vorlesungen und Übungen, die einem dabei behilflich sind. Darum geht es letztendlich.

Wo sucht man als Erstes?

Natürlich bei Google. Die Suchergebnisse fallen zu meinem Thema ganz dezent ernüchternd aus. Stimmt, ich habe ja eines, das selber noch in der Entwicklung ist. Der anschließende Blick in die Bibliothek entfällt ebenfalls. Zumindest bietet die Firma, die an meiner Programmiersprache arbeitet, einiges an Material an. So etwas wie eine Einführung findet sich natürlich nirgends. Anstatt eines schönen Vorlesungsskripts habe ich nun also kreuz und quer auffindbare wissenschaftliche Papiere und Handbücher.
Lange, lange Zeit verging, denn gleichzeitig musste ich noch ein paar Prüfungen aus dem Bachelor nachholen, darunter einen Drittversuch. Die Gemächlichkeit meines Betreuers kam mir zugute (oder er hat mich vergessen, kann ja auch sein). Nichtsdestotrotz nahmen irgendwann meine ersten Ideen Gestalt an und ich traf meinen Betreuer erneut. Meine Entwürfe, die ich ihm vorher schickte, hat er natürlich noch nie gesehen, aber wenigstens eine A4-Seite mit ein paar mehr oder weniger informativen Erklärungen dazu sind ja schnell betrachtet.

Der Praxisteil − wie die Zeit vergeht…

Nach einer nicht ganz so einfachen Recherche beginnt der praktische Teil. Abhängig vom Studiengang sind das Laborversuche, Simulationen, Personenbefragungen etc. und deren Auswertung. Bei mir ist es, mein Programm in dieser neuen Programmiersprache und einer momentan gängigen zu implementieren. Den Quelltext für letztere musste ich bereits letztes Jahr in einer Praktikumsveranstaltung anfertigen. Das andere sollte ebenfalls nicht zu viel Mühe machen. Denkste − Zeit kann ganz schön schnell vergehen. Etwas später fing sogar der gemächliche Betreuer zu drängeln an. Als wäre das noch nicht genug, kündigte er an, bald die Uni zu verlassen und mit mir jetzt sofort die Bachelorarbeit anzumelden. Dass die wissenschaftlichen Mitarbeiter nur sehr begrenzte Arbeitsverträge haben, war mir klar, doch dessen Abgang war gerade eher ungünstig. Jetzt musste alles schnell gehen.

Der Flieβtext wird getippt

Das Schreiben an sich zog sich trotzdem noch einmal etwas hin, denn gleichzeitig war ich inzwischen bedingt im Master immatrikuliert und schon mit Lehrveranstaltungen beschäftigt. Wenigstens war es gestattet, die 60 Seiten mit schönen großen Bildern aufzufüllen und die zur Beschreibung einer Programmiersprache notwendige Fülle an Quelltexten tat ebenfalls ihr nötiges. Das einzig Spektakuläre war hier ein weiterer netter Mitarbeiter der Professur, der sich meinem Text und der Verteidigung annahm. An dieser Stelle hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, andere über den Text drüberlesen zu lassen. Es ist immer wieder erstaunlich, was für Textstellen vor Vertippern strotzen, einfach keinen Sinn ergeben, doch beim eigenen Kontrollieren überhaupt nicht auffallen.

Das Ergebnis endlich in der Hand

Nach den Korrekturen war endlich der anstrengendste Teil geschafft. Das Drucken erfolgte über den PrintService der Uni. Ich finde, man merkt, was man da eigentlich zustande gebracht hat, wenn man es erstmals professionell gebunden in den Händen hält. Zudem fallen beim Lesen auf dem Papier statt am Bildschirm die verbliebenen Fehler besser auf, die sich nun nicht mehr entfernen lassen. Egal: Hauptsache das Ganze ging kurz vor Abgabeende in zweifacher Ausführung ans ZPA. Nun bleibt am Ende nur noch der größte Nervenkitzel.

Nächste Woche geht´s weiter mit dem 4. Teil der Beitragsreihe.

→ Zum 2. Teil der „Beitragsreihe: Präsentier um dein Leben!“ gelangt ihr hier

 

Eintrag von Michael, Masterstudium Informatik, 05.08.2015

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.