Endspurt im Bachelor: Gehen, Bleiben oder Auszeit?

Sommer auf dem Campus, nahendes Prüfungsende, endlich Semesterferien. Eigentlich öffnet sich mir in den nächsten Wochen die schönste Zeit im Leben als Studierender. Neben Stausee, Kurzurlaub und zahlreichen Grillabenden gesellen sich am Ende des Semesters jedoch auch bisher ungewohnte Ängste. Genauer gesagt betreffen diese eine einfache, aber doch zukunftsentscheidende Frage: „Wie weiter nach dem Bachelor?“

Gewiss, an Angeboten mangelt es kaum. Hunderte Studienangebote, allein im bundesdeutschen Raum, bieten die Möglichkeit eines politikwissenschaftlichen Studiums, darunter auch genügend Masterangebote. Je nach Spezialisierung erstreckt sich deren Bandbreite von allgemeinen Programmen bis hin zu politischer Kommunikation oder Staatswissenschaft. Einen ersten Überblick verschaffen hierbei einige Anlaufstellen im Internet, so etwa der fachübergreifende Hochschulkompass inklusive aktueller Studienangebote sowie jeweiliger verfügbarer Kapazitäten an den Universitäten (http://www.hochschulkompass.de/home.html). Wieso aber nicht einfach an der TU Chemnitz bleiben? Neuer Master bedeutet hier nicht zwangsläufig neues Glück. Den bisherigen „Luxus“ einer vergleichsweise kostengünstigen Stadt sowie persönlichen Universität hinter sich zu lassen verlangt unweigerlich nach Umstellung bisheriger Studiengewohnheiten. Trotz seitens der Arbeitsgeber häufig geforderten Flexibilitätsmerkmalen stellen sich solch vermeintliche Lappalien in Erfahrungsberichten des Öfteren als ernst zu nehmende Herausforderungen dar.

Dennoch: Spezieller Ausbildungsweg begünstigt speziellen Berufswunsch. Wer tatsächlich in tiefergehende Tätigkeitsfelder wie etwa den diplomatischen Dienst einsteigen will, der sollte sich mit Blick auf dessen Zukunft vor neuen Wegen bereits jetzt nicht scheuen. Die TU Chemnitz kann im Bereich der Politikwissenschaft selbstverständlich nicht auf alle politischen Berufsfelder vorbereiten, sie bietet im Rahmen eines neuen Masterprogrammes bereits ab kommenden Wintersemester jedoch ein vielversprechendes Angebot an. So wird der neugestaltete Studiengang M.A. Politikwissenschaft die Möglichkeit vier interdisziplinärer Vertiefungsbereiche bieten. Mit Intellectual History, Politische Systeme in Geschichte und Gegenwart, Machtverschiebungen und sicherheitspolitische Herausforderungen sowie Political Consulting stehen den Studierenden Spezialisierungen in den Bereichen politische Theorie- und Ideengeschichte, Systemforschung, Sicherheits- und Außenpolitik sowie politischer Kommunikation zur Verfügung. Erweiternd können sogar Veranstaltungen aus angrenzenden Nebenfächern der Soziologie, Literaturwissenschaft, Europäische Geschichte, Anglistik/Amerikanistik, Europäische Studien und Medienkommunikation gewählt werden – ein wirklich breites Angebot also, welches rein rational betrachtet das Fernweh deutlich zu bremsen vermag. Nähere Informationen bezüglich genauer Modulbeschreibung und Studienordnung sind auf der Homepage des Instituts für Politikwissenschaft (IfP) einzusehen (https://www.tu-chemnitz.de/phil/politik/studium/studiengaenge.php#mapowi).

Gehen oder Bleiben – letztendlich muss diese Frage von jedem selbst, abhängig von persönlichem Empfinden, Berufswunsch und Sesshaftigkeit beantwortet werden. Fakt ist, dass es der Politikwissenschaft in Chemnitz zumindest formal gelungen ist, eine konkurrenzfähige und vor allem vielseitige neue Studienmöglichkeit zu initiieren. Ich selbst bin noch längst nicht in meiner Entscheidung gefestigt, und so wird mir vorerst der berühmte „dritte Weg“ als Entscheidungshilfe dienen: Eine Auszeit vom Studierendentum, wenn möglich mittels eines Praktikums im Ausland. Zwar erfordern zahlreiche Praktika-Stellen die Immatrikulation an einer Universität, der abgeschlossene Bachelor öffnet gleichzeitig aber auch Türen in andere, fortführende Angebote wie etwa den Institutionen der Europäischen Union. Möglichkeit und Zeit also, weiter über die eigene Zukunft zu grübeln …

 

Eintrag von Benedict, Bachelorstudium Politikwissenschaft, 13.08.2015

1 Response

  1. Feline 15. August 2015 / 1:21

    Hallo Benedict,
    kein leichtes Problem (oder „Chance“, wenn man es positiv sehen will), die einen in dem Moment am Ende des BA beschäftigt. An diesem Punkt bin ich leider noch lange nicht, aber ich kenne den schwierigen Zustand, eine Entscheidung unter großer Unsicherheit treffen zu müssen, in dem einem nur eine Glaskugel für die Zukunft so richtig einen Weg weisen könnte. Das kommt in meiner Studienerfahrung auch öfters vor. Darum find ich`s gut, dass Du das thematisiert hast.
    Danke dafür!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.