Beitragsreihe: Präsentier um dein Leben! – Teil 5

Am Ende war es soweit. Nach drei Stunden sehr erholsamen Schlafes werfe ich mich in Schale und bereite in der Uni den Rest vor. In den Folien kann hier und da noch ein Stichpunkt weg. Die dreisätzige Einleitung des Vortrages lässt sich schnell aufschreiben und vielleicht noch merken. Noch was? Oh, Folienübergänge. Also nicht, welche Animation man dafür verwendet (in jedem Fall gar keine), sondern wie der Redefluss beim Weiterklicken erhalten bleibt. Das definieren wir mal schnell als vorhanden. Im Notfall hilft eine kleine Liste der Folien.

Letzte Vorbereitungen

Die Zeit drängt und nachdem die Technik im reservierten Raum aufgebaut ist, können die ersten Besucher kommen. Angekündigt haben sich Frau Professor, einige Mitarbeiter und ein paar mehr Kommilitonen, als mir lieb ist. Zusätzlich hat die Professur (ohne mein Wissen) selber Einladungen verschickt. Wie immer möchte keiner zu früh da sein. Das gibt mir noch einmal die Möglichkeit zur Vorbereitung an meinem Netbook. Dieses würde ich gern als Rechner für den Beamer nehmen, allerdings stürzt es gern mal in den ungünstigsten Momenten ab. Daher warte ich auf den Laptop der Mitarbeiter. Kurz vor knapp trifft er auch ein. Alles ist angesteckt und… am projizierten Beamerbild fehlt ein Teil des Bildes! Auch das war in den Seminaren im Gegensatz zu jetzt kein Problem. An den Grafikeinstellungen sehen die Mitarbeiter und ich keinen Grund für den Fehler. Frau Professor ist aber schon eingetroffen, nachdem sie sich nur eine Viertelstunde mit jemandem verquatscht hatte. Na fein, dann eben mit meinem Netbook und hoffentlich ausbleibenden Abstürzen. Als Vorteil ist dort alles fertig eingestellt, sodass ich auf dem Bildschirm etwas anderes als mit dem Beamer zeigen kann: Mittels des Beamers für alle meine Folien; auf dem Bildschirm nur für mich eine Stoppuhr und eine Liste der Folien.

Es kann losgehen

Inzwischen sind alle eingeladenen Leute eingetroffen. Anscheinend geht es jetzt los…
Es wird still. Als jemand mit eindeutig wenig Begeisterung für das Reden vor vielen Leuten vernehme ich von Frau Professor schließlich meinen Lieblingssatz… „Herr Dietrich, Sie haben das Wort!“

So viel dazu. Ob der Titel dieser Blog-Beitrags-Reihe übertrieben ist, würde ich spätestens jetzt verneinen. Wenn nun 30 Minuten (oder eben keine 30 Minuten) Mist herauskommen, wie wird das bewertet? Wie wirkt sich das auf das weitere Studium aus? Wenn ich eventuell schon die Bachelor-Verteidigung verhaue, wie soll das dann erst im Master aussehen?
Kurz gesagt: Präsentier um dein Leben!

So sieht gutes Zureden aus! 😛 Zunächst aber sollte ich an die Gründe denken, warum es jetzt brenzlig wird: Wie ich die Redezeit einhalte, weiß ich noch immer nicht und die obligatorische Einleitung ist schon längst vergessen. Bevor ich die Seminare noch einmal erwähne, lege ich fest, das Ganze nun ohne große Bedenken durchzuziehen. Immerhin habe ich diesmal so etwas wie Ahnung vom Thema.

Die Präsentation

Als ich ganz allein da vorn stand, die Blicke auf mich gerichtet, fing ich an: Die Einleitung war prima. Ein bisschen holprig und nervös, aber die Botschaft kam an. Bleiben nur noch 29 Minuten. Ich selbst habe mir ab dann überhaupt keine Gedanken mehr gemacht, sondern mich auf den Inhalt konzentriert. Insofern stütze ich mich hier auf die Beobachtungen der Zuschauer. Anfangs lief es noch sichtbar aufgeregt. An der Vortragsweise lässt sich das einfach erkennen. In den folgenden Minuten hat es sich zum Glück gelegt und ich muss sagen, dass ich mich von Minute zu Minute besser gefühlt habe. Meine Stichpunkte auf dem mittels Beamer projizierten Bild konnte ich durch meine Position direkt davor etwas schwer überschauen. Wie gut, dass ich den Spaß vorher hundertmal durchgesprochen habe. So fielen meine Darlegungen − wurde mir gesagt − sehr verständlich aus. Auch konnte ich mich aus meiner starren Körperhaltung befreien und das Ganze gestisch unterstreichen. Der Blick auf die Uhr geschah überraschend selten. Anstatt, dass mir das zum Verhängnis wurde, gelangte ich in Minute 30 zur letzten Folie. Nun ist selbst aus mir jegliche Anspannung gewichen und ich konnte ganz offen zusammenfassen, dass es sich um ein interessantes Thema handelte, dem ich mit großem Engagement nachging und es auch in Zukunft weiter verfolgen werde. Endlich war es überstanden! Nur ein Teil fehlte noch.

Nächste Woche geht´s weiter mit dem 6. und zugleich letzten Teil der Beitragsreihe.

→ Zum 4. Teil der „Beitragsreihe: Präsentier um dein Leben!“ gelangt ihr hier

 

Eintrag von Michael, Masterstudium Informatik, 19.08.2015

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