Vielmehr als nur leckere Brötchen – hinter den Kulissen eines FSRs (1)

Hallo ihr Lieben, 🙂

„FSR…???…Die machen irgendwas…Wichtiges,…oder?“

Mein erstes Mal beim FSR – es liegt schon ein paar Wochen zurück – da hieß es augenzwinkernd: „Das macht einen Punkt für Dich!“. 🙂 Wofür? Weil es mir gelang, diese Abkürzung – „FSR“ – auszuformulieren. Wie mir gesagt wurde, gelingt das vielen Studis nicht. Gemeinsam mit den allermeisten Studis dürfte ich haben, dass mir lange nicht bewusst war, was ein FSR genau macht und wie es da zugeht. Eine vage Vorstellung hatte ich. – Aber nun wurde ich desillusioniert…

„FSR“ ist nochmal was?
Für alle, die noch rätseln, der FSR ist der „Fachschaftsrat“. Was heißt das? Der Fachschaftsrat ist Teil der studentischen Selbstverwaltung und vertritt die Interessen der Studierenden seiner jeweiligen Fachschaft. – Habt ihr jetzt ein Bild im Kopf, was die machen? Ich hatte ungefähr ein halbes…

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Wortwolke: „Was assoziierst du mit deinem FSR?“

Bilder in den Köpfen

Für meine kulinarisch anspruchsvollen Ohren war dieses hart und offiziell klingende Wort „Fachschaftsrat“ ein kleines Greul. Warum? Es ruft bei mir Assoziationen wach nach langweiliger, einengender Bürokratie, nach endlosen, kontroversen Diskussionen, die sich im Kreis drehen. Und es erinnert mich an juristisches Gefachsimpel, das kein Mensch versteht, der nicht kleine Paragraphen statt Pupillen in den Augen hat. Nicht, dass ich mir sicher war. Aber so fragte ich mich zumindest, ob dort nicht vielleicht sehr trocken diskutiert würde.

Oder vielleicht ist dieser ernste Name nur Tarnung? Klingt nach organisierter Arbeit und strukturiertem Vorgehen, aber in Wirklichkeit sprechen sie nur lange ohne Punkt und Komma, weltfern und mit übergroßer Selbstüberzeugung? Sie entwerfen Utopien, während sie Sätze sagen, in denen ständig irgendwelche sehr theoretischen Gedankenblasen vorkommen? Á la „Denn schon zur Zeit des Kommunismus war doch,…außerdem ist hochschulpolitisch …und wenn man an Afrika denkt…und meiner Meinung nach…“. 😉 Die Welt retten auf dem Papier, aber es kommt nichts Praktikables bei raus?

Dieses Bild gibt es unter Nicht-Gremien-Studis. Manche Leute denken aber auch ganz einfach, dass sich die Studis in studentischen Gremien in Wirklichkeit die ganze Zeit nur betrinken. ;-))

Die „andere Seite“

Nein, ganz so schlimme Befürchtungen wie im vorigen Absatz hatte ich nicht. Und die Mitglieder der FSRe (und anderer Gremien) betrinken sich natürlich nicht. Sondern es geht im FSR um ganz konkrete Dinge, die alle Studierenden betreffen. Veranstaltungen werden geplant und organisiert, Anfragen von anderen Fachschaften diskutiert, Informationen weitergegeben, an die man sonst als Studi nicht kommt. – Was in den MitarbeiterInnen vorgeht, wissen wir Studis ja oft nicht. Im FSR kann man auch davon Eindrücke gewinnen, denn man steht viel mit der anderen Seite in Verbindung, lernt MitarbeiterInnen und ProfessorInnen so nochmal mehr und anders kennen.

Was macht der FSR?

Das ist aber längst nicht alles. Viele Anliegen von Studierenden werden im FSR besprochen. Habt ihr schon mal gedacht, irgendetwas sollte in eurem Studium grundsätzlich anders organisiert werden? Grob gesagt, fließen die wichtigsten Punkte, die überarbeitet werden sollten, im FSR ein. Dieser arbeitet dann selbst, aber auch in Zusammenarbeit mit anderen Stellen, auf Lösungen hin.

Er steht deshalb in häufigem Kontakt mit anderen, sehr wichtigen Gremien wie der StuKo (Studienkommission, fertigt die Studien- und Prüfungsordnung mit an und wacht über die Durchführung der Lehre) oder dem PA (Prüfungsausschuss, entscheidet alles Mögliche, was mit Prüfungen zu tun hat). Auch zu den Fachgruppen besteht meist ein enger Kontakt. Grundlegende Dinge, die sich im eigenen Studium verbessern, gehen so oft auf die Initiative oder Mitwirkung des FSRs zurück.

Aber natürlich haben die Mitglieder des FSRs auch sehr offene Ohren für das, was der Nicht-Gremien-Studi grundsätzlich in seinem Studium relevant findet. Außerdem kann er Geld für studentische Veranstaltungen bewilligen, berät Studierende bei vielen komplizierten Problemen und häufig gibt er auch Altklausuren weiter.

Und wann sollte man den FSR ansprechen?

Es wird von einem Dozenten eine Anwesenheitspflicht gefordert, die nicht zulässig ist? Du kannst eine obligatorische Veranstaltung nicht besuchen, weil sie bereits zwei Jahre lang ausgefallen ist? Bestimmte Teile deines Studiengangs sind für alle ungünstig organisiert? Dann sprich deinen FSR an. Genau solche und ähnliche Dinge sind die Anliegen, bei denen der FSR nach grundsätzlichen Lösungen sucht, dich berät oder zwischen dir und der Uni vermittelt sowie für dich eintritt. Das machen sie übrigens gegebenenfalls auch anonym.

Herzliche Grüße,

Ricarda

(Gastbeitrag von Ricarda Wandelt, Bachelorstudentin Psychologie, 03.02.2016)

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