Vielmehr als nur leckere Brötchen – hinter den Kulissen eines FSRs (5)

Inzwischen wisst ihr, was FSRe so machen und wo ihr sie im Verhältnis zu anderen Gruppen in etwa verorten müsst. Nachdem wir uns zuletzt ihren „Charakter“ in Teil 4 angesehen haben, seid ihr vielleicht auf den Geschmack gekommen…

Mitmachen? Wie geht das und was müsste man dafür investieren?

Man kann auf verschiedenen Wegen mitwirken. Eine Möglichkeit ist, sich zur Wahl aufstellen zu lassen, die jedes Jahr im Wintersemester stattfindet. Eine Wahlperiode erstreckt sich über ein Jahr (zwei Semester), vom 01.04.-31.03. Maximal 15 gewählte Mitglieder kann ein FSR haben.

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Bei den letzten FSR-Wahlen, 12/2015

Man kann sich aber auch sehr gern als freiwilliges, nicht gewähltes Mitglied einbringen. – Was nichts anderes heißt, als dass man seinen FSR ganz unkompliziert anspricht und dann mitmacht, wo man mag und kann. Das geht sehr einfach.

Der FSR HSW (Human- und Sozialwissenschaften) trifft sich während der Vorlesungszeit jede Woche einmal abends für ein paar Stunden. Es gibt immer einen, der die Runde leitet und einen, der protokolliert. Welche Aufgaben man übernimmt, hängt davon ab, was gerade anfällt und wozu man Lust hat. Man kann Veranstaltungen wie die O-Phase (Orientierungsphase) mit organisieren, sich über Lehre, Prüfungsdichte, Studienablauf, u. ä. Gedanken machen, die Website des FSRs pflegen, die Facebook-Seite betreuen, das Geld verwalten, Fragen von Leuten wie euch und mir beantworten u.v.m.

Ca. zwei Stunden sind es im Mittel, die pro Woche von jedem investiert werden neben der Sitzung. Das funktioniert bei allen Mitgliedern, obwohl die meisten neben dem Studium noch arbeiten. Und einige bieten dann noch Sprechstunden für die Studis unter der Woche an. Allerdings sind die tagsüber zwischen den Veranstaltungen und lassen sich deshalb gut in den Alltag integrieren.

Und was muss man können?

Zwar werden im FSR auch rechtliche Fragen besprochen, aber neuen Mitgliedern wird geduldig erklärt, wieso welche Regel wo Anwendung findet. Außerdem kann man das Gremienseminar vom StuRa besuchen, danach weiß man vieles sehr viel besser. (Das Seminar ist hier unten in den aktuellen Artikeln aufgeführt.)

Auf jeden Fall kann man sich auch trotz null Erfahrung einbringen, sobald man in dieser Runde sitzt. Jede/r Studi hat irgendwelche grundsätzlichen Dinge aus dem eigenen Studium, die ihr/ihm am Herzen liegen oder Interesse an bestimmten Themen; mehr muss man im Grunde nicht mitbringen. Außerdem bekommt man mit jeder Sitzung immer mehr Erfahrung und hört viel von den „älteren Hasen und Häsinnen“. So wächst man da rein.

Nur was für Selbstsichere und Extrovertierte?

Mit DozentInnen diskutieren und einmal im Jahr mit den anderen FSRlerInnen beim Dekan zu Hause Kaffee trinken – Kann man das, auch wenn man eher schüchtern oder introvertiert ist? Diese Frage beantwortete mir die gesamte Runde des HSW-FSRs mit: „Keine Frage, klares Ja!“. Den typischen FSR-Studi gibt es nicht. Teams profitieren von Vielfalt, man ergänzt sich gegenseitig und berücksichtigt die Unterschiede zwischen einander. Wer zurückhaltender ist, würde in diesem FSR schnell aufblühen, glaube ich. (Ob das für sämtliche FSRe gilt, kann ich nicht sagen.) Aber selbst, falls nicht, die anderen stellen sich darauf ein. Und die Zusammenarbeit ist hier so eng, dass auch große Vertrautheit entsteht. Dabei ist Toleranz selbstverständlich.

By the way: Mitglieder in FSRn und anderen Gremien sind genauso verschieden wie alle Studis. Auch dort gibt es Frauen, Eltern, chronisch Kranke, Langzeitstudierende, Leute mit Prüfungsängsten, aus Nicht-Akademikerfamilien, mit Migrationshintergrund, …Science-Fiction-Begeisterte, Barfußläufer, Durchschnittstypen und, und, und… Falls was davon – oder irgendeine andere Variation – in irgendeinem FSR gerade nicht vorkommt, dann könnte es das aber auf jeden Fall!

Nun habt ihr vieles über FSRe erfahren. Wie der Blick auf sie von einer übergeordneten Ebene (Metaebene) aus aussehen kann, erfahrt ihr im letzten Teil dieser Beitragsreihe…

Bis dahin grüßt euch herzlich,

Ricarda

(Gastbeitrag von Ricarda Wandelt, Bachelorstudentin Psychologie, 10.03.2016)

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