Auf die Plätze … Fertig … ROW!

In der Prüfungsphase des Wintersemester 15/16 war es mal wieder soweit. Der alljährliche TK-Hochschulcup im Ergometerrudern wurde in Leipzig ausgetragen.

Was hat das mit Chemnitz, der TU oder überhaupt mir zu tun?

Es war einer dieser Tage, an denen man rein aus Automatismus das E-Mail-Programm öffnet und auf aktualisieren drückt. Eigentlich müsste man ja lernen, aber … ja; vielleicht gibt es ja doch irgendwas Wichtiges, was die Welt dort draußen für einen bereithalten könnte. Und so war es auch.

Eine zunächst unscheinbare Mail entpuppte sich als Einladung für ein 4-köpfiges Team zum besagten Kräftemessen. Studienrichtung egal! Es durfte sich jeder anmelden, der sich der TU zugehörig fühlte. Einzige Bedingung: Keiner der Teammitglieder darf sich in einem Ruderverein befinden.

Sehr feine Sache! Keine 10 Minuten nachdem die Mail geöffnet wurde, akquirierte ich drei weitere krassfitte Männer aus meinem engsten Freundeskreis und verkündete den nächsten Meilenstein unserer gemeinsamen Sportlerkarriere.
Für die von da an kommenden vier Wochen stand auf dem normalen Fitness-Plan also eine zusätzliche Rudereinheit.

„Sch****!“ dachten wir uns nach jeder Einheit. Einer von uns trainiert im Forever Fitness, einer im McFit und zwei von uns trainieren im A.I. Fitness Studio. Aber uns hat in dieser Zeit der Vorbereitung ein Gedanke verbunden: Wie ist es möglich, dass man auf 500 m so in die Knie gehen kann?

Wochenlang „genossen“ wir die zusätzliche Rudereinheit und wurden von Mal zu Mal besser.

Das Wochenende des Wettkampfs (05.03.2016) war letztlich heran und für unser unerfahrenes und in dieser Sportart unerprobtes Team sollte es nun ernst werden.
Neben dem Hochschulcup wurden zahlreiche andere Wettkämpfe mit unterschiedlichen Kombinationen und Distanzen beim Rudern durchgeführt. Austragungsort war eine riesige Halle mit genügend Platz für Licht- und Soundtechnik aller Couleur in Leipzig. Eine tolle Stimmung.

Am späten Vormittag führte ich mein Team auf die Schlachtbank bzw. den Ruderergometer.
Im fliegenden Wechsel wurden insgesamt 2 km zurückgelegt und wie so oft: der Schnellste entschied das Rennen für sich und seine Uni. Auch, wenn wir aufgrund von Unaufmerksamkeit den Start fast verpasst hätten konnten wir durch Technik, Kraft und nackten Willen den 3. Platz in der Vorentscheidung ergattern.

Niemand von uns hätte damit gerechnet … und nachdem bekannt wurde, dass die acht Besten (von 12 Teams) ein zweites Mal an die Geräte müssen, war unsere vorherige Freude in ein Gemisch von Respekt, Angst und Erschütterung übergegangen. Ok, die vermutlich aus gegebenen Anlass bereitgestellten Kübel zum Auffangen diversen Mageninhalts (zahlreiche Eimer mit Plastikbeuteleinsatz) mussten wir nicht gebrauchen, aber dennoch hatten wir mächtigen Respekt vor einer zweiten Runde.

Nun ja. Bis zum nächsten Rennen waren noch gut fünf Stunden zu überbrücken. Prinzipiell genügend Zeit für die Regeneration. Genutzt haben wir die Zeit für reichlich dumme Sprüche, ein paar Schnappschüsse und in Summe gefühlte vier Kilo Fleisch in Brötchen, welche wir in unserer neuen Lieblingsgrillbude gleich um die Ecke erstehen konnten.

Das zweite Rennen begannen wir just in time…doch es sollte letztlich nur für den 5. Platz reichen. Eine Zehntelsekunde zum 4. und Dreizehntelsekunden zum 3. Platz haben leider gefehlt. Dennoch waren wir zufrieden mit einer Durchschnittszeit von 1:30 min ein deutliches Ausrufezeichen für die Fitness der Chemnitzer gesetzt zu haben!

Nach Bekanntgabe der Zeiten ergriffen wir fluchtartig den Rückzug in Richtung Chemnitz. Nur, um letztlich doch den Zug zu verpassen und uns für den Tag mit Donuts zu belohnen.
Eigentlich legte jeder von uns nur einen Kilometer in einem simulierten Ruderboot zurück…
Mit gestählter Brust und einem Shirt mit der Aufschrift „Siegertyp!“ waren wir jedoch fester Überzeugung den gesamten Pazifik durchrudert zu haben.

In diesem Sinne mit sportlichsten Grüßen,

Chris

 

Eintrag von Christian, Masterstudium Regenerative Energietechnik, 12.04.2016

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