Keine Angst vorm Praxisschock

„Was du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun lässt, das verstehe ich.“

(Konfuzius)

…und was der chinesische Philosoph schon vor mehr als 2000 Jahren wusste, gilt heute noch nach wie vor – die Praxis ist eben der beste Lehrmeister.

Ihr werdet mir sicher zustimmen, wenn ich sage, dass zwischen Theorie und Praxis manchmal Welten liegen. Natürlich, ohne das theoretische Grundwissen, kommt man in der Praxis nicht weit und schaut manchmal (wie meine Mutter sagen würde) wie die Katz‘ in den Kalender. Aber andererseits wird man in der Praxis mit Problemen und Situationen konfrontiert, über die man zuvor noch nie nachgedacht hat und für die es häufig auch keine Patentlösung gibt.

Um diesen Kontrast zwischen einem größtenteils theoretischen Studium und der tatsächlichen Realität in unseren künftigen Berufen auszugleichen, sind Praktika unbedingt notwendig und werden häufig sogar im Rahmen eines Studiums verpflichtend vorgeschrieben. Im Lehramtsstudium ist das natürlich nicht anders! Ab dem ersten Semester hospitieren die Lehramtsstudenten der TU Chemnitz an Grundschulen und übernehmen nach und nach auch die Planung und Durchführung eigener Unterrichtsstunden. Diese Praktika finden semesterbegleitend oder als Block in der vorlesungsfreien Zeit über das gesamte Studium verteilt statt und werden offiziell Schulpraktische Studien (kurz SPS) genannt.

Und so musste auch ich in diesen Semesterferien ran an den Speck und absolvierte ein vierwöchiges Blockpraktikum an der Karl-Marx-Grundschule in Plauen. Mit ca. 330 Schülern/-innen zählt diese zu einer der größten Grundschulen Sachsens und fährt – entgegen der klischeehaften Erwartungen an eine staatliche Schule – mit einem frischen und modernen Schulkonzept auf, das die Montessoripädagogik und spezielle Fußballklassen integriert.

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Mein „Arbeitsplatz“ für die nächsten vier Wochen: Das Klassenzimmer der 4a

Natürlich könnte ich mich über die Erfahrungen, die ich in diesen vier Wochen gesammelt habe, seitenweise auslassen – aber zum einen sprengt das den Rahmen eines Blogeintrags und sicherlich den eures Interesses und zum anderen unterliegen die meisten Details leider der Schweigepflicht. 😉

Alles in allem kann ich aber sagen, dass ich eine tolle Praktikumszeit an der Karl-Marx-Grundschule verbringen durfte. Das Kollegium war freundlich, meine Spitzenmentorin super hilfsbereit und die Schüler aufgeschlossen als auch interessiert. Ich habe mich immer gut betreut und wohl in meiner Rolle gefühlt, was in meinen früheren Praktika leider nicht immer der Fall war.

Ganz klar, auch den Lehrermangel in Sachsen habe ich hautnah erleben können. Bedingt durch weitere Krankheitsausfälle waren für mich spontane Vertretungsstunden in unbekannten Klassen an der Tagesordnung. Aber auch das ist Schule! Feuertaufe bestanden, willkommen in der Realität!

Gewachsen an diesen gemeisterten Herausforderungen und nach mehr als 30 selbst gehaltenen Unterrichtsstunden in den Fächern Deutsch, Mathematik, Sachunterricht und Kunst, starte ich voller Motivation und viel gelassener in das neue Semester, denn wenn mir der Praxisschock eines gezeigt hat, dann…..

Wenn Plan A nicht funktioniert, keine Panik! Das Alphabet hat noch 25 andere Buchstaben. 😉

Schließlich kann ich ein Praktikum jedem empfehlen – egal welcher Studiengang, egal ob obligatorisch oder fakultativ, egal ob vor, während oder nach dem Studium. Ein Praktikum lohnt sich immer!

Es gibt euch die Möglichkeit, herauszufinden, ob dieses Berufsfeld euch tatsächlich liegt und auszuprobieren, wo es für euch beruflich noch hingehen könnte oder eben auch nicht. Außerdem lehren euch ein paar Wochen Praxiserfahrungen mehr als es euch ein Dozent im ganzen Studium beibringen könnte. 🙂

 

Eintrag von Linda, Studiengang Lehramt an Grundschulen, 15.04.2016

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