Highlights der Chemie

Anlässlich der 180 Jahr-Feier der TU Chemnitz möchte ich einmal die Highlights meines Studiums hervorheben. Das Chemiestudium gestaltet sich als eines der praktischsten Studienfächer an der TU. Nicht immer steht man im Labor und stellt Stoffe her, manchmal dienen die Versuche der Messung und Analyse von Stoffen. Für mich persönlich sind die Syntheseversuche die eigentlichen Highlights. Ich möchte euch daher ein paar dieser Synthesen kurz erläutern.

Kristall_Blog

Kristall (links) und Oktaeder (rechts)

oktaeder

 

 

 

 

 

 

 

 

Bereits im zweiten Semester werden im Rahmen des anorganisch-chemischen Praktikums einige schöne Stoffe hergestellt. Der Versuch, der mir dabei am besten im Gedächtnis geblieben ist, ist der Kalium-Aluminium-Alaun-Kristall. Dazu mussten zunächst zwei Salzlösungen angesetzt werden, die anschließend zusammengegeben und erwärmt wurden. Dann steckte man ein Haar in die Lösung. Beim Abkühlen der Lösung kristallisierte dann das Salz wieder aus. Man musste abwarten, bis sich ein kleiner einzelner Kristall am Haar bildete. Dieser sollte dann immer weiter wachsen, indem die Salzlösung immer wieder erwärmt wurde und mit dem kleinen Impfkristall wieder abkühlte. Das Besondere an diesem Kristall war, dass er eine ideale oktaedrische Struktur hatte. Leider bildeten sich am Kristall schnell wieder neue kleine Oktaeder, wodurch der Kristall leider seine ideale Struktur verlor. Einmal geschah es, dass mein Kristall so groß wurde, dass das Haar, an dem er hing, abriss. Er lag dann auf dem Boden des Becherglases und verband sich mit dem Bodensatz. Also musste ich von vorn beginnen und den Kristall wieder auflösen. Über das gesamte Semester hinweg habe ich versucht einen schönen oktaedrischen Kristall zu züchten. Leider war er am Ende des Praktikums immer noch nicht so schön, wie er sein sollte (siehe Bild oben).

Schaum_Blog

Schaumpilz

Ein weiteres Highlight meines Studiums war das vor Kurzem absolvierte Praktikum in der Polymerchemie. Dort wurden Polymere hergestellt, die ich sogar mit nach Hause nehmen durfte. Zum einen wurde ein Hartschaum hergestellt. Dazu mussten nur zwei Chemikalien in einem Pappbecher zusammengegeben und verrührt werden und schon wuchs ein Schaumpilz aus dem Becher. Ich befürchtete kurz, dass die Schaumkrone überquillt, aber es handelt sich dabei um einen recht formstabilen Schaum. Nach einigen Minuten war der Schaum bereits ausgehärtet.

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Nylon

Als nächstes wurde ein Nylonband hergestellt. Dazu wurden zwei Stoffe in Wasser und Hexan gelöst. Die Lösungen wurden in einem Becherglas überschichtet und an der Grenzfläche bildete sich ein Nylon-Häutchen. Dieses wurde mit einer Pinzette nach oben abgezogen. Es bildete sich ein „Faden“, der aus der Lösung gezogen, aufgewickelt und anschließend getrocknet wurde. Die Besonderheit war dabei, dass man scheinbar aus dem Nichts einen ziemlich langen Faden „herbeizauberte“.

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Flubbergemisch

Der absolut genialste Stoff war aber der „Flubber“. Dafür wurden Silikonöl und Borsäure zusammengeben sowie miteinander verrührt als auch erwärmt. Es zeigte sich nach kurzer Zeit bereits, dass das Gemisch dickflüssiger wurde. Nach circa einer halben Stunde konnte das zähe Produkt bereits entnommen und getrocknet werden. Das Besondere an diesem Silikonkitt ist sein sogenanntes viskoelastisches Verhalten. Das heißt, das Material ist formbar und elastisch. Es verhält sich also zum Teil wie formbarer Gummi. Formt man eine Kugel aus dem Kitt, so springt der Ball wie ein Flummi durch die Gegend. Schlägt man aber mit einem Hammer auf das Material, so zerspringt es wie Glas. Weiterhin zerfließt Flubber, wenn man ihn in Ruhe lässt.

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Flubberkugel

Man kann einen ähnlichen Flubber auch ganz leicht zu Hause selbst herstellen. Dazu benötigt man nur Bastelkleber und Boraxlösung (bekommt man in der Apotheke). Man gibt einen Teelöffel Kleber in ein Glas und versetzt ihn dann mit 2-3 Teelöffeln Boraxlösung. Man rührt gut um und bemerkt dabei bereits, dass sich der Kleber verändert. Er wird dickflüssig. Nach ein paar Minuten wird der kleine Flubber unter fließendem Wasser abgespült. Nun kann er geformt werden. Er springt auch wie ein Flummi umher. Ist euer Flubber noch zu flüssig, dann gebt ihn erneut etwas Boraxlösung und rührt noch ein paar Minuten gut um.  Am Besten legt man ihn zum Aufbewahren in ein Schraubglas. Nach einiger Zeit bemerkt man wie er langsam zerfließt.

Ich hoffe ihr habt Spaß mit eurem eigenen Flubber.

 

Eintrag von Melissa, Bachelorstudium Chemie, 04.05.2016

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