Master Informatik − Fächerreichtum durchaus gegeben

Nun, da ich schon einige Zeit in meinem Studiengang − dem Master Informatik − verbringe, möchte ich ihn an dieser Stelle vorstellen.

Zunächst stellt sich die beliebte Frage, was denn der Unterschied zwischen Informatik und Angewandter Informatik ist.
Ersteres geht fachlich eher in die Breite und ist theoretischerer Natur. Man lernt möglichst viele Fachbereiche der Informatik kennen und nimmt von jedem ein bisschen mit. Durch die Wahl eines Nebenfachs in einer anderen Fakultät kommt auch die Interdisziplinarität nicht zu kurz.
Die Angewandte Informatik geht hingegen mehr in die Tiefe und ist praktischer veranlagt. Beim Festlegen auf einen Anwendungsschwerpunkt wird der Lehrstoff auf ein bestimmtes Gebiet konzentriert und intensiver behandelt. Die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen wie Präsentationstechniken oder Englisch dienen weiterhin dazu, fächerübergreifende Fähigkeiten zu erlernen.

Meinen Bachelor habe ich in Informatik gemacht. Da ich keine Schlüsselkompetenzen erlangen wollte und das Nebenfach sehr interessant finde, entschied ich mich entsprechend für den gleichnamigen Master.

Der Aufbau des Studienganges ist relativ einfach:
Es gibt keine Pflichtmodule, sondern sogenannte Vertiefungsmodule. Man muss die vorgegebene Anzahl an Leistungspunkten erreichen, wobei mindestens je ein Modul aus vier Gruppen zu belegen ist.

  • In der Angewandten Informatik geht es um den Einsatz von Rechnersystemen, also darum, was der Nutzer schließlich verwendet. Das wären in diesem Falle die Computergraphik, Künstliche Intelligenz und Medieninformatik.
  • Die Praktische Informatik ist ein Stück weiter hinter den Kulissen. Sie beschäftigt sich damit, dass ein vorhandener Rechner möglichst effizient arbeitet. Entsprechend finden sich dort Lehrveranstaltungen der Betriebssysteme, Datenbanken, Softwareentwicklung und Compiler.
  • So ein Rechner wiederum will vorher erst einmal gebaut werden. Daher belegt man in der Technischen Informatik Fächer der gleichnamigen Professur, der Rechnerarchitektur und den Verteilten Systemen, wo es um die Vernetzung von Rechnern geht.
  • Dass man für Informatik eigentlich gar keinen Rechner braucht, zeigt die Theoretische Informatik. Hier begnügt man sich mit abstrakten Konzepten auf dem Papier, wie Graphentheorie, Komplexitäten, Kryptographie und formalen Beweisen der Korrektheit von Programmen.

Auch im Master gibt es die Nebenfächer. Man muss allerdings nicht dasselbe Nebenfach wie im Bachelor belegen.
Wie in vielen Studiengängen sind Seminar und Praktikum wichtig. Um mal mit einem Fachbegriff um mich zu werfen: Deren Auswahl ist mit einem inklusiven ODER verknüpft. 😉
Und zum Schluss − wer hätte das gedacht − die Master-Arbeit: 80 Seiten. Warum auch nicht?

Meine eigene Wahl konzentriert sich eher auf die Praktische und Technische Informatik. Wofür ich mich hauptsächlich interessiere, sind parallele Systeme, was sich gut mit meinem Nebenfach Physik kombinieren lässt. Damit verbunden sind Fächer aus dem Bereich der Rechnerarchitektur. Was hingegen die Theoretische Informatik angeht, bleibe ich beim Minimum von nur einem Fach. Ein klein wenig greifbarer sollte es dann doch schon sein. 🙂

Der Master Informatik ist klar forschungsorientiert. Von daher befindet sich eine naheliegende Berufswahl in der Universität, an welcher ich auch als Doktorand anzufangen erstrebe. Da das noch nicht feststeht, bieten sich noch Alternativen an anderen Forschungseinrichtungen und Entwicklungsabteilungen in der freien Wirtschaft. In voraussichtlich einem Jahr werde ich euch auch dazu erzählen können, was sich ergibt.

 

Eintrag von Michael, Masterstudium Informatik, 06.09.2016

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