Einmal nach Galizien und wieder zurück

Ein Reisebericht zur Exkursion vom 30.09. bis 05.10.2016

Bevor die Frage kommt: Nein, Galizien liegt nicht in Spanien. Also auch. Aber das spanische schreibt sich nicht mit „z“, sondern mit „c“ und hat rein gar nichts mit dem Gebiet zu tun, wo wir – 10 Studenten der TU Chemnitz für knappe 5 Tage zusammen mit 10 Bonner Studenten, hingefahren sind. Organisiert wurde die Exkursion auf Chemnitzer Seite von Herrn Kroll und war daher auf den geschichtlichen Hintergrund des Gebiets Galizien ausgelegt.

Ostgalizien liegt in der Ukraine, Westgalizien im Süden Polens.

Für die Geschichtsinteressierten unter euch: Bei der ersten Teilung Polens fiel Galizien unter die Herrschaft Osterreichs. Später wurde es zum Königreich erklärt und war Teil Österreich-Ungarns.

Am 30.September starteten wir um 5.30 morgens von Chemnitz aus Richtung Warschau, wo wir direkt ins Deutsche Historische Institut gingen. Stets im Rahmen der polnischen Gesamtgeschichte hörten wir dann unterschiedliche, von uns Studenten vorbereitete Vorträge zur Geschichte der Stadt vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Über die Prachtstraße ging es dann weiter zur Altstadt, wo wir auf den Spuren der Sächsischen Achse wandelten und so Relikte aus der sächsischen Zeit in Warschau in Erinnerung riefen als auch Architektur aus der Zeit Stalins „bestaunten“.

Von Warschau flogen wir am nächsten Tag mit dem Flugzeug weiter nach Lviv (deutsch: Lemberg), wo wir einen sehr netten Reiseführer, Igor, an die Seite gestellt bekamen. Er begleitete uns auch in den nächsten Tagen nach Przemysl in Polen und nach Brody, wo die Zeit der Weltkriege noch besonders anschaulich schien. Die Passkontrolle an der polnischen Grenze war zwar langwierig, aber ein seltenes „Spektakel“. Das Wetter war in den letzten beiden Tagen sehr regnerisch und grau, was aber angesichts der Thematik des ersten und zweiten Weltkriegs sowie den Stationen wie einem gigantisch großen jüdischen Friedhof zur passenden Atmosphäre verhalf und es noch eindrucksvoller machte.

Trotz des straffen Programms und der vorzubereitenden Referate, war es Dank Herrn Kroll, den Bonner Professoren, Igor und der angenehmen Stimmung zwischen uns Studenten ein sehr gelungener, lehrreicher und toller Aufenthalt! Vielen Dank dafür!

Ich würde jedem sehr empfehlen an Exkursionen, die hier an der Universität angeboten werden, teilzunehmen. Nicht nur, weil sie eine oft willkommene Abwechslung zum Studienalltag darstellen, sondern weil man die davor vorbereitete Theorie in der Praxis „live“ erleben kann und somit viel intensiver als auch nachhaltiger wahrnehmen und verstehen kann. In der Gruppe lernt es sich zudem viel leichter, in einer ungezwungenen Atmosphäre, auch wenn Exkursionen natürlich nicht (nur) zum Vergnügen da sind. Aber am Ort des Geschehens, der Geschichte zu sein, ist etwas Besonderes, das es sich allemal zu erkunden lohnt.

Und, welche Exkursion steht bei euch als nächstes an? 🙂

 

Eintrag von Julia, Bachelorstudium Europastudien, 26.10.2016

2 Responses

  1. Paulina Zakrzewska 31. Oktober 2016 / 21:02

    Schön, dass euch der Ausflug nach Polen gefallen hat. Ich komme selbst von dort.

    • Julia Pfeiffer 2. November 2016 / 10:35

      Hey, vielen Dank für deinen Kommentar! 🙂 Stimmt, die Exkursion war wirklich toll – kommst du direkt aus einem der besichtigten Orte oder aus einer anderen Region in Polen? Auf jeden Fall ein interessantes Land mit vielen schönen Orten! 🙂 LG Julia

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