Dostoprimetschatelnosti – oder: Mit dem richtigen Dozenten ist Russisch halb so schwer

Foto: Natalie Pohle

Gefühlt zehn verschiedene Möglichkeiten, ein „i“ oder „sch“ auszusprechen, Wörter, die nur aus Konsonanten bestehen, das kyrillische Alphabet oder Buchstabenkombinationen, die ohne Knoten in der Zunge gar nicht möglich sind. Als ob das nicht schon genug wäre, ändern Wörter durch die falsche Konjugation oder ein anderes „i“ oder „sch“ ihre komplette Bedeutung, was nicht immer absichtlich und zu Freuden des Sprechers passiert. Russisch lernen ist wahrlich kein Kinderspiel – vor allem, wenn man erst zu Beginn des Studiums damit anfängt und einem der straffe Zeitplan und Leistungsdruck, innerhalb von fünf Semestern das Niveau B2 dieser Sprache erreichen zu sollen, im Nacken sitzt. Ich hatte mich am Anfang meines Studiums dennoch für Russisch entschieden, da ich meine Sprachenliste erweitern wollte, mich das kyrillische Alphabet und die russische Kultur faszinierten und ich mir schon in der Schule vornahm, diese Sprache einmal zu lernen – nicht zuletzt, um eines Tages in dem russischen Lebensmittelladen um die Ecke zu verstehen, über was sich die Menschen hinter mir an der Kasse unterhalten.

Heute kann ich mich auf Russisch unterhalten, was ich größtenteils Frau Bakman zu verdanken habe. Diesen Artikel und somit die Antwort auf die Frage „Was ist für Sie gute Lehre?“ würde ich daher gerne Frau Bakman und ihrer Lehrveranstaltung „Russisch Kurs 1-5“ widmen, da ich der Meinung bin, dass den Sprachkursen neben den anderen Veranstaltungen immer viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Gute Lehre bedeutet für mich, dass der Dozent nicht nur Inhalte theoretisch an die Studenten vermittelt, sondern diese auch motiviert und sie mit der eigenen Begeisterung für das jeweilige Fach ansteckt. Es sollte dabei klar sein, dass die Studenten für sich selbst lernen und der Dozent sollte die richtige Balance zwischen Strenge, Unterstützung, Geduld und Vertrauen finden. In den Russisch Kursen war dies der Fall; Frau Bakman unterstützte, half bei Schwierigkeiten und erklärte alles gerne so oft bis man es verstand. Voraussetzung war hierfür allerdings, dass man sich auch selbst bemühte, sich hinter den Lernstoff und die Hausaufgaben klemmte und sich den Herausforderungen gewissenhaft annahm. Meiner Meinung nach hängt der Erfolg beim Erlernen einer Fremdsprache sehr stark vom jeweiligen Lehrer ab, von seinen Vermittlungsmethoden, seiner Motivation und pädagogischen Kompetenz. Frau Bakman gestaltete den Unterricht abwechslungsreich und prüfungsorientiert, Hör- und Leseverstehen wurden genauso oft wie Schreiben oder Sprechen geübt. Ein weiterer Vorteil war, dass ein Großteil der Kommunikation innerhalb des Kurses auf Russisch stattfand und an der Aussprache immer weiter gefeilt wurde. Die vorgegebenen Themenbereiche wurden versucht, so spannend und abwechslungsreich wie möglich zu verpacken, sei es durch den Einsatz verschiedener Medien wie Filme oder Lieder oder das Anpassen der Themen an die jeweilige Jahreszeit. Die Motivation und Freude an der Sprache sprang somit auf den Kurs über – auch, wenn die Grammatik, Vokabeln und das Lernen für die Prüfung dadurch nicht wegfiel; aber ein wenig leichter fiel es dadurch allemal.

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Eure Julia

(Bachelor of Arts Europastudien mit kulturwissenschaftlicher Ausrichtung)

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