Ich muss weg – oder: Mit Sack und Pack ins Masterabenteuer

Warum es sich lohnt, für den Master an eine andere Uni zu gehen

(Foto: https://pixabay.com/de/)

Den Bachelor hat man in der Tasche – das wäre also erstmal geschafft. Aber spätestens da fragt man sich: Wie und vor allem WO geht´s denn jetzt eigentlich weiter? Viele möchten noch einen Master draufsetzen, um die Jobchancen zu verbessern, das Fach zu vertiefen oder aus vielen anderen Gründen. Wenn es das perfekte Programm und den Wunschstudiengang an der aktuellen Uni schon gibt, spricht natürlich nichts dagegen, dort zu bleiben. Aber für viele gilt dann: Ich muss weg. Denn wer sich für einen Masterstudiengang entschieden hat (nützliche Tipps dazu im Artikel „Die große Masterfrage“), muss häufig die Hochschule wechseln. Auch ich habe, nachdem ich meinen Bachelor in Chemnitz abgeschlossen hatte (Europastudien mit kulturwissenschaftlicher Ausrichtung), die Hochschule gewechselt und studiere jetzt im Master „Volkskunde Kulturgeschichte“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Hier und da gab es ein paar Stolpersteine – wo gibt es die nicht. Aber warum es sich wirklich lohnt, das Abenteuer „Master an einer neuen Uni“ zu wagen und auch, welche Stolpersteine es geben könnte, habe ich euch in einer kleinen Liste zusammengefasst:

STOLPERSTEINE

  • Man muss sich neu orientieren – das kostet Zeit, Geld und Nerven. Man muss sich neue Kontakte erarbeiten – all das ist an der „alten“ Uni nicht nötig.
  • Man muss Dinge loslassen, die einem viel bedeuten – einen festen Nebenjob, eine Familie, Freundeskreis und sich entscheiden, ob es das wert ist. Oder eine Lösung finden, beides unter einen Hut zu bekommen.

PRO

  • Nach dem Bachelor schließt man einen Lebensabschnitt ab – warum diesen nicht gleich dazu nutzen, den Master an einer anderen Uni zu beginnen?
  • Man fordert sich selbst (noch einmal) heraus, da man sich in einer neuen Umgebung orientieren muss – natürlich ist das anfangs schwer, aber es lohnt sich!
  • Man lernt, souverän mit neuen Situationen und Veränderungen umzugehen – beispielsweise, wenn es auf einmal neue Richtlinien bezüglich Prüfungen, Anrechnungen etc. gibt.
  • Neue Erfolgserlebnisse – Einschreibung erfolgreich, neue Freunde gefunden, der Kühlschrank passt durch die neue Wohnungstür – wenn das mal keine Gründe zur Freude sind!
  • Man erweitert seinen Horizont! Ich weiß, das ist ziemlich oft das Argument schlechthin – aber in diesem Falle stimmt es wirklich! Warum? Weil man in Kontakt mit neuen Kommilitonen und Dozenten kommt, die andere fachliche Perspektiven vermitteln können und die Themen aus anderen Blickwinkeln betrachten.
  • Vergrößern des Netzwerkes – nur, weil man die Uni wechselt, heißt das nicht, dass am „alten“ Ort alle Zelte abgebrochen werden und alles einstürzt, was man sich dort aufgebaut hat. Dieses Netzwerk an Kontakten kann an einer anderen Uni sinnvoll ausgebaut und vergrößert werden.
  • Ein Uniwechsel heißt nicht, dass man sich die Uni aussuchen muss, die am weitesten weg ist. Oft gibt es schon an nächstgelegenen Universitäten den Wunschstudiengang, sodass man sich immer noch regelmäßig mit den alten Freunden treffen kann. Außerdem gibt es auch Telefone und Skype etc. für den „Notfall“ – für alle, die es noch nicht wussten.  😊

Natürlich muss im Endeffekt jeder selbst entscheiden, ob er den Master an einer neuen Uni wagen möchte oder nicht. Auf meiner Liste überwiegen eindeutig die PRO-Argumente und ich bin froh, dass ich den Schritt gewagt habe. Auch, wenn ich mich jetzt noch manchmal auf den falschen Uniseiten einlogge, verwirrt durch das Unigebäude renne oder die Prüfungsanmeldung undurchsichtig ist. Was soll´s! Es ist meines Wissens nach noch kein Master vom Himmel gefallen😊– manche kommen nur von einer anderen Uni. 😉

 

Eintrag von Alumni TUschlerin Julia (Bachelor of Arts Europastudien mit kulturwissenschaftlicher Ausrichtung), 06.07.2017

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