Das Erste Staatsexamen – Ein Erfahrungsbericht (Teil 3)

Nachdem ich mich im letzten Beitrag mit der wissenschaftlichen Arbeit des Ersten Staatsexamens auseinandergesetzt habe, soll es nun um die bildungswissenschaftliche Klausur gehen, die Anfang August stattfindet.

Büffeln für die letzte Klausur deines Studiums … (Foto: Linda Ketzel)

Prüfungsinhalte

Der Inklusionsbegriff, die Konditionierung der Furchtreaktion, Piagets Äquilibrationstheorie, die Lerntheoretische Didaktik, der Mechanismus der stellvertretenden Deutung − die Klausur umfasst alle Bereiche der Bildungswissenschaften und deren Inhalte:

  • Erziehungswissenschaften („Einführung in die Allgemeine Didaktik“ & „Einführung in die Erziehungswissenschaft“)
  • Pädagogische Psychologie[1] („Grundlagen der Entwicklungspsychologie“ & „Einführung in die Emotionspsychologie“)
  • Schulpädagogik der Primarstufe

Vorab so schon mal so viel:

Es müssen keine inhaltlichen Einschränkungen getroffen werden!

Während einige Professuren den Stoff auf ausgewählte Vorlesungsfolien eingrenzten oder einen (ausreichend dicken) Reader als Lerngrundlage zusammenstellten, wurde in anderen Fällen auf die gesamten Skripte der jeweiligen Veranstaltung als prüfungsrelevanten Inhalt verwiesen.

Man lernt also unglaublich viel Stoff, von dem nur ein Bruchteil in der dreistündigen Klausur abgefragt wird und in dem man bereits während des Studiums geprüft wurde.

Ich persönlich finde, diese doppelte Prüfung von Lerninhalten hat wenig Mehrwert für das Studium und „verstopft“ wertvolle Zeit, die man sinnvoller nutzen könnte, zum Beispiel für die Examensarbeit.

Ähnlich unterschiedlich wie die (Nicht-) Einschränkung des Prüfungsstoffes fand man in der Klausur verschiedene Aufgabentypen, zum Beispiel Single-Choice-Fragen, aber auch halboffene und offene Aufgaben.

Tipps zur Vorbereitung

Dank schneller Auffassungsgabe und guter Gedächtnisleistung konnte ich mich trotz knapper Zeit ausreichend auf die Prüfung vorbereiten. Einmal aufgeschrieben und verstanden, erinnere ich mich meist auch Monate später an den Lerninhalt. Diese Fähigkeiten waren in meinem Fall aber auch bitter nötig, denn leider kann ich nicht parallel lernen. Da ich bis zur letzten Sekunde an der wissenschaftlichen Arbeit geschrieben habe, musste der Lernstoff innerhalb weniger Tage ins Gedächtnis geprügelt werden.

Solltest du anhand deiner Erfahrungen aus Schulzeit und Studium wissen, dass du mehr Vorbereitungszeit brauchst, ist ein besseres Zeitmanagement notwendig!

Da paralleles Lernen vermutlich den wenigsten leicht fällt, kann ich nur nochmal einen Tipp meines letzten Beitrags wiederholen:

Beginne rechtzeitig mit der wissenschaftlichen Arbeit!

Dadurch hast du mehr Zeit, dich auf die Klausur zu fokussieren. Wie bereits erwähnt, wurdest du zudem in fast allen Klausurinhalten schon einmal im Laufe deines Studiums geprüft. Rein auswendig gelerntes Wissen hast du bis zur Examensklausur wahrscheinlich wieder vergessen. Hast du den Stoff aber verstanden und somit nachhaltig gelernt, wirst du ihn nur „auffrischen“ müssen. Es gilt also:

Verständnisorientiertes Lernen während des Studiums kann dir viel Zeit ersparen!

So musste ich während der Vorbereitung kaum Energie in die Wiederholung der Psychologie-Vorlesungen investieren. Diesen Tipp kannst du schon weit vor den Examensprüfungen, nämlich ab deinem ersten Semester, berücksichtigen und in die Tat umsetzen.

Wie ist es denn gelaufen?

Was die Erfahrungen betrifft, scheiden sich an dieser Klausur die Geister. Während einige die wissenschaftliche Arbeit als größtes Übel der Examensprüfungen empfunden haben, sehen andere die Klausur als oberste Bösartigkeit an.

Wie in meinem letzten Beitrag deutlich wurde, hätte ich jede Klausur der wissenschaftlichen Ausarbeitung vorgezogen …

… wenngleich die Examensarbeit mir als sinnvollerer Bestandteil der Examensprüfungen erscheint.

Ich persönlich war vom Verlauf der Klausur und meinem Ergebnis positiv überrascht. Es lief besser als erwartet – was allerdings nicht schwer ist, wenn man nichts erwartet und sich mental auf einen Fehlversuch eingestellt hat. Zugleich denke ich aber auch, die Klausur hätte für mich sehr gut ausfallen können, hätte ich mich gewissenhafter und langfristiger darauf vorbereitet. Diese Erkenntnis ist natürlich sehr schmerzhaft, aber das ist auch mein buchstäblich erstes Staatsexamen und vielleicht lernst du ja aus meinen Fehlern. 😉

Ich kümmere mich nun erstmal wieder um die Vorbereitung meiner beiden letzten mündlichen Examensprüfungen, um die es dann auch im letzten Teil dieser Beitragsreihe gehen soll.

 

Eintrag von Linda, Studiengang Lehramt an Grundschulen, 29.09.2017

 

[1] Auch, wenn laut Lehramtsprüfungsordnung I die sogenannte „Pädagogische Psychologie“ Bestandteil der Examensklausur ist, ist diese aktuell nicht in der Studienordnung an der TU Chemnitz enthalten. Inhaltlich besteht hier also noch Nachbesserungsbedarf.

 

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