Was ihr noch aus euren vorlesungsfreien Tagen machen könnt

Die Rakotzbrücke, die durch die Wasserspiegelung einen Ring ergibt (Foto: Violetta Volkova)

Bisher werden nicht viele von Kromlau nahe der brandenburgischen und polnischen Grenze gehört haben, aber vielleicht werden einige von euch schon einmal ein Foto der Rakotzbrücke auf Instagram oder ähnlichem gesehen haben. Diese Brücke, so unfassbar sie aussieht, ordnet man nicht unbedingt nach Sachsen ein. Umso überraschter ist man, wenn man herausfindet, dass sie quasi direkt vor der Haustür ist.
Zu allererst einmal eine Wegbeschreibung: am günstigsten kommt man mit dem Zug, dazu muss man allerdings genügend Zeit (etwa 3,5 Stunden) mitbringen (von der ihr in den Semesterferien ja unendlich viel übrig haben solltet).
Man nimmt also den ersten Zug von Chemnitz nach Dresden, dann steigt man in den Görlitzer Zug und dort angekommen fährt man nach Weißwasser. Dann nimmt man schließlich noch den Bus nach Kromlau, Gablenz, mit dem ihr auch kostenlos mit eurem Semesterticket (Studiticket) fahren dürft. Denn dieses gilt ebenso im ZVON (siehe StuRa https://www.tu-chemnitz.de/stura/de/informationen-zum-studentinnen-jahresticket), jedoch könnte es sein, dass nicht alle Busfahrer davon wissen, gegebenenfalls einfach Website vorzeigen. Von der Haltestelle sind es dann nur noch wenige hundert Meter bis zum Rhododendronpark Kromlau.
Natürlich kommt man auch prima mit dem Auto nach Kromlau, jedoch muss man schon mal sein Studiticket so richtig ausreizen. Das Auto braucht laut Google Maps etwa zwei Stunden für 192 km. Erst folgt man der A4 bis Bautzen-Ost und fährt dann auf der B156 bis nach Kromlau zum parknahen Parkplatz.
Am 200 Hektar großen Rhododendronpark angekommen, ist der Rakotzsee nicht mehr weit und an dessen Ufer ereignet sich ein unglaublicher Anblick, der einem schon mal die Sprache verlieren lässt, so denn schönes Wetter ist.

Die Basaltfelslandschaft mit Steinen aus der Sächsischen Schweiz (Foto: Violetta Volkova)

Vor einem erhebt sich in der Ferne ein Brückenbogen aus Basaltsäulen und Feldsteinen in der Form eines Halbkreises über dem Wasser. Durch die Spiegelung des Bogens im Wasser schließt sich der Bogen zum Kreis. Am Ufer und im Wasser sind dann noch weitere Arrangements aus Basaltsäulen, was die Felslandschaft komplett macht. Übrigens resultiert wohl das dunkle Wasser des Rakotzsees aus der Oxidation der Braunkohle, die an die Wasseroberfläche treibt.
Ein weiteres interessantes Detail ist der Name Rakotz, der aus dem Obersorbischen übersetzt Krebs bedeutet.
Und so sehr die Brücke einlädt, sie zu begehen, da sie einsturzgefährdet ist, ist es nicht empfehlenswert, sie widerrechtlich zu betreten. Da steht auch immer jemand, der darauf achtet, also nicht auf dumme Gedanken kommen!

Im Herrenhaus kann man sich noch einen Übersichtsplan vom Park für 50 Cent kaufen, um noch weitere Sehenswürdigkeiten, wie die Kanzel, den Eichenhügel oder die Nixenteiche gezielt anlaufen zu können.

Einer der Nixenteiche im Park (Foto: Violetta Volkova)

Für den kleinen Hunger zwischendurch ist das Café neben dem Herrenhaus zu empfehlen. Dort gibt es Kaffee und lecker selbstgemachten Kuchen.

Zu Pfingsten würde es sich ebenfalls besonders lohnen, den Rhododendronpark anzusteuern, wenn die Rhododendren blühen und sich mittig des Sees die eindrucksvolle Brücke im bunten Blütenmeer erhebt.

P.S. Wer dann noch Lust hat, nach Bad Muskau in den Fürst-Pückler-Park zu fahren, kann gleich ein weiteres Highlight Sachsens besichtigen. 😉
Denn der Großgrundbesitzer Rötschke erschuf den Kromlauer Park als Pendant des benachbarten Fürst-Pückler-Parks in Bad Muskau. Diesen kann man auch mit der Waldeisenbahn von Kromlau aus anfahren.

 

Eintrag von Natalie, Bachelorstudium Soziologie, 03.10.2017

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.