Das Erste Staatsexamen – Ein Erfahrungsbericht (Teil 5)

Da meine Beitragsreihe zum Ersten Staatsexamen nun fast abgeschlossen ist, wird es Zeit für mein persönliches Fazit zu den Staatsprüfungen.

Nun halten alle ihr Zeugnis in den Händen und es ist endlich geschafft (Foto: photonik pictures)

Wie in meinen letzten Beiträgen bereits angeklungen ist, empfinde ich die aktuelle Konzeption des Ersten Staatsexamens für nicht gelungen.

Erheblichen Überarbeitungsbedarf sehe ich insbesondere im Hinblick auf die doppelte Prüfung von Modulinhalten im Rahmen der mündlichen Prüfungen und der Examensklausur. Vor allem die bildungswissenschaftliche Klausur habe ich als bloßes Abfragen und Wiedergeben von auswendig gelerntem Wissen ohne Anwendungsbezug erlebt. – Das sagt meiner Meinung nach wenig über meine Qualifikation für den Lehrberuf aus. Durch die notwendige Vorbereitung der anderen Prüfungen wird die Bearbeitungszeit der wissenschaftlichen Arbeit massiv begrenzt, worunter deren Qualität leidet.

Daher plädiere ich für eine Einschränkung des Ersten Staatsexamens auf die wissenschaftliche Arbeit mit Verteidigung, ähnlich einer Bachelor- oder Masterarbeit. Denkbar wäre auch eine wissenschaftliche Arbeit und eine mündliche Komplexprüfung im Studierten Fach und der entsprechenden Fachdidaktik.

Nachdem die Studierendenvertretung der verschiedenen sächsischen Lehramtsausbildungsstandorte mehrfach auf dieses Problem aufmerksam gemacht haben, hat das Kultusministerium reagiert und eine Überarbeitung der Lehramtsprüfungsordnung I angekündigt. Welches Ergebnis dabei herauskommt, wird die Zukunft zeigen.

 

Ich wünsche dir alles Gute und ein erfolgreiches Erstes Staatsexamen! 🙂

 

Eintrag von Linda, Studiengang Lehramt an Grundschulen, 21.12.2017

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