Schweinehund adé – Der Aufschieberitis den Kampf ansagen

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Kaum sind die schriftlichen Prüfungen in Form von Klausuren vorbei, warten schon die Hausarbeiten darauf, geschrieben zu werden. Da ist es nicht immer leicht, sich zu motivieren und sich an den Schreibtisch zu setzen, wo sich bereits die Fachbücher und Ausdrucke stapeln. Mach ich morgen… . Klar, Eis essen oder ins Kino gehen ist ja auch einfach mal etwas amüsanter als diese Hausarbeiten. Doch es ist Zeit, dem inneren Schweinehund den Kampf anzusagen und die Hausarbeiten endlich hinter sich zu bringen! Wie das gehen soll?… Mit dem richtigen Plan und der richtigen Motivation!

Viele Menschen neigen dazu, momentane, kleine Belohnungen höher zu bewerten als die langfristigen Erfolge, die durch das Erledigen einer (Haus-)Arbeit anstehen könnten – das ist aber natürlich mit Arbeit verbunden, die nicht immer direkt Spaß macht und eben auch anstrengend sein kann. Prokrastination, wie die „Aufschieberitis“ auch heißt, ist ein „antrainiertes“ Verhalten und durch das Vermeiden unangenehmer Aufgaben wird dieses noch weiter verstärkt. Oft wird dabei zu wenig gefragt WARUM diese Arbeit gerade als unangenehm empfunden wird, WAS GENAU stört mich daran und hindert mich daran, diese „anzupacken“? Oft kommt so zum Vorschein, dass die Leistungsansprüche zu hoch gesetzt wurden und man sich schon zu Beginn an zu viel auf einmal vorgenommen hat; Versagensängste sind die Folge und die Aufgaben werden immer weiter weggeschoben. Klar, dass Fernsehen, im Internet surfen, Mails checken oder manchmal sogar putzen oder vor Panik ziellos in der Gegend umher rennen und mit Leuten quatschen um einiges unterhaltsamer und angenehmer scheint, als sich den Aufgaben zu stellen. Aber man kommt eben auch nicht daran vorbei und sollte sich auf die wirklich wichtigen Sachen konzentrieren können, um nicht im Aufschiebe-Strudel, schlechter Laune oder Ängsten unterzugehen.

Hier ein paar Regeln, wie es besser klappt, den Schweinehund zu besiegen – am besten direkt ausprobieren anstatt vor sich her schieben!

  1. Beginne JETZT. Wenn du dir etwas vornimmst, versuche, so früh wie möglich, den ersten Schritt dazu zu machen – denn je weiter dieses aufgeschoben wird, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit, dass das Projekt tatsächlich umgesetzt wird.
  2. Ich weiß, dieses „Beginne jetzt“ ist einfacher gesagt als getan und ohne gewisse „Hemmungen“ hätten wir auch das Problem der Aufschieberitis nicht. Deshalb Tipp 2: Hinterfrage genau die Gründe dafür, warum du dich einer Aufgabe nicht widmen möchtest. In welchen Situationen bin ich gestresst? Was ist der Auslöser dafür? Was mache ich warum ungern?
  3. Selbstmotivation ist immer ein guter Weg – auch, wenn eine Aufgabe einen in diesem Moment zu erschlagen droht, bleib positiv! Positiv heißt nicht gleichgültig – natürlich ist die ein oder andere Aufgabe weniger spaßig als eine andere; aber Vertrauen in sich selbst, dass man auch diese Aufgabe meistert, ist schon mal ein guter Anfang.
  4. Stelle einen Zeitplan auf, an den du dich hältst und grenze Arbeitszeiten möglichst streng ein. Dabei immer auch Pausen einplanen und darauf achten, dass du dir selbst nicht zu viel Druck machst. Damit geht natürlich einher, dass du FRÜH GENUG mit dieser Planung anfängst. Positiver Nebeneffekt: Der Stress durch die nahenden Abgabe- oder Prüfungstermine verringert sich, die Zeit und Aufgaben sind besser strukturiert und es bleibt immer genügend Zeit für Erholung.
  5. Wo wir gerade beim Planen sind: Zerteile die „eine große Aufgabe“ in diesem Schritt lieber in viele kleine, leichter lösbare Aufgaben. So wird Frust verhindert, da die niedriger gesteckten Einzelziele besser zu erreichen sind und man zu Recht stolz sein kann auf die bereits erledigten Aufgaben. Gleichzeitig werden das Selbstbewusstsein und die Motivation gesteigert.
  6. Es kann hilfreich sein, sich diese Aufgaben und Einzelziele bzw. den Zeitplan groß und gut sichtbar aufzuschreiben und eine erledigte Aufgabe aktiv abzuhaken. So behält man gut den Überblick und es ist ein sehr motivierendes Gefühl, wenn man seine Fortschritte gezielt visualisiert. Grundvoraussetzung ist natürlich auch hier, dass man sich an seinen eigenen Plan auch hält, aber das sollte langsam angekommen sein.
  7. Lerne dich selbst besser kennen. Nicht nur, indem du (wie in Punkt 2) die Gründe für dein Verhalten erforschst, sondern auch, indem du herausfindest, WANN deine Hoch- und Tiefphasen am Tag sind, WAS dich WIE motiviert. Eigenlob stinkt in diesem Falle nicht – wenn du eine Aufgabe abgehakt hast (im wahrsten Sinne, siehe Punkt 6), hast du dir ein „Gut gemacht!“ oder auch eine kleine Erholung oder Belohnung verdient. Auch hier wieder realistisch bleiben und nicht den Zeitplan aus den Augen verlieren.
  8. Ablenkungen vermeiden und nur gezielt nutzen. Internet, Radio, Fernsehen, Treffen mit Freunden ist alles gut und schön – aber für das Erledigen der Arbeit eher ein Hindernis. Während des Schreibens einfach mal bewusst alles, was ablenken könnte, ausschalten – Handy aus, Radio aus, Internet aus. Dazu kann auch das Aufräumen vor Beginn der Arbeit zählen – in einem geordneten Umfeld lernen manche Menschen besser und gleichzeitig wird weniger Ablenkung erzeugt. Wurde eine Aufgabe erledigt, kann man sich innerhalb eines gesetzten Zeitrahmens – wenn gewünscht – wieder mit diesen Dingen beschäftigen.
  9. Rede über deine Ziele. Damit ist nicht gemeint, dass du jedem panisch die Ohren voll heulen sollst, was du noch alles zu tun hast, anstatt endlich anzupacken. Du sollst vielmehr anderen erzählen, was du wann abgehakt und erledigt haben willst bzw. wirst. Das bewirkt einerseits, dass diese Personen Erwartungen in einen setzen, die man nicht enttäuschen möchte und andererseits setzt man auch selbst Erwartungen in sich.
  10. Egal, welche kuriosen Ausreden man sich einfallen lässt, um der unliebsamen Aufgabe aus dem Weg zu gehen – es lohnt sich, diese zu hinterfragen. Stimmt das wirklich, dass ich erst noch meine Mails checken muss – oder kann das nicht eigentlich noch warten, bis ich die erste Teilaufgabe geschafft habe?
  11. Schafft man eine Aufgabe nicht alleine, hilf es, wenn man sich Mitstreiter Jemanden, der einen daran erinnert, dass die Lieblingsserie gerade weniger wichtig ist als die anstehende Hausarbeit – aber auch kleine Lerngruppen sind sinnvoll.
  12. Zum Schluss spielt auch die Wahl der Umgebung und die Ernährung eine Rolle, die nicht unterschätzt werden darf. Viel trinken, Obst und Gemüse sind wichtig für die richtige Konzentration und vermindert Müdigkeit. Schreibt oder lernt man lieber zuhause, sollte man darauf achten, Ablenkungen gezielt „auszuschalten“; eine weitere Möglichkeit ist, für das schreiben das gewohnte Umfeld zu ändern und beispielsweise in die Bibliothek zu gehen. So sind der Arbeitsort und der Entspannungsort klar voneinander getrennt.

Und jetzt noch ein zusätzlicher Tipp für dich: Besuche am besten die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten am 01.03.2018 in der Orangerie auf der Reichenhainer Straße. Egal ob allein, mit Freund/-in oder in der Gruppe – komme vorbei und schreib zusammen mit anderen an deiner Arbeit, lass dich beraten oder nutze die Chance an einem der Workshops teilzunehmen. Es gibt zudem noch leckere Snacks und was zu Trinken, z. B. die Portion Koffein mit Kaffee oder verschiedene Teesorten.

Weitere Infos findest du hier: https://www.tu-chemnitz.de/qpl/tu4u/studierende/wiss_arbeiten/index.html#landah

Übrigens: Die Veranstaltung findet weltweit statt und viele Studis schreiben mit dir an ihren Hausarbeiten.

 

Eintrag von Alumni TUschlerin Julia (Bachelor of Arts Europastudien mit kulturwissenschaftlicher Ausrichtung), 12.02.2018

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