Im Leben eines Chemie-Erstis? (1/5)

Hallo liebe Leute,

die letzte Zeit war etwas stressig, daher habe ich nichts von mir hören lassen. Das ändert sich hiermit! Ich habe mir gedacht ich schreibe mal über meine Woche als Chemiestudent.

Wie sollte es anders sein, sie beginnt am Montag, 22.01.2018. Da ich nicht im Stadtzentrum, sondern daheim am Stadtrand wohne, habe ich eine längere Anfahrt zur Uni als die meisten anderen Studenten. Der Wecker klingelt wie fast jeden Tag 5:45 Uhr. Meine Bahn, die C11 fährt 6:48 Uhr ab dem Haltepunkt Klaffenbach los, vorher frühstücke ich noch Zuhause. Ich bin dann 7:18 am Uniteil Straße der Nationen (StraNa) angekommen. Als erstes ein Seminar über „Chemie wässriger Lösungen.“ Das Thema ist Komplexometrie, also das, was am Mittwoch im Praktikum drankommt. Danach werden noch die Übungen verglichen, die uns immer gut auf Wissensstandsüberprüfungen und die Semesterprüfungen vorbereiten. 9:00 Uhr geht es ab in den Keller, umziehen fürs Praktikum. Heute haben wir unser Antestat (kurze Abfrage am Anfang jedes Praktikumstages, um festzustellen, ob wir wissen, was wir tun müssen) gleich 9:15 Uhr, sodass wir zeitig anfangen. Im Antestat werden wir zum heutigen Versuch (Permanganatorische Bestimmung von Nitrit) abgefragt und müssen unser Wissen unter Beweis (siehe Video oben von meiner Kommilitonin Elisa Scheinpflug) stellen. Danach geht es auch schon los mit dem Ansetzen der Lösungen. Bei uns in Labor 1/161 geht es meist lustig zu, weshalb das Ansetzen und Fehlerfaktor bestimmen bis zum Mittag dauert. Die Lösung reicht für 3 bis 4 Personen, also setzen wir gleich für unsere Banknachbarn, welche später Antestat haben, die Lösung mit an. Nach dem wirklich leckeren Essen in der Mensa geht es zurück ins Labor. Die Gravimetrie von letzter Woche muss noch ausgerechnet und abgegeben werden. Da ich gut mit Zahlen spielen kann, soll ich bei einigen nachrechnen. Fast alle im Labor haben so sauber gearbeitet, dass eine 1.0 drin ist! Als das Thema (mit großer Erleichterung) erledigt ist, geht es an die heutigen Proben. Farblose Lösung, beim (inversen) Titrieren (Titration ist ein Verfahren zur massenmäßigen Bestimmung eines Stoffes in einer Lösung. Der zweite Teil des Praktikums im ersten Semester besteht größtenteils aus quantitativen Bestimmungen, das heißt aus Titrationen.) erfolgt ein Farbumschlag von Violett (Permanganat-Ionen) zu farblos (Mangan(II)-Ionen). Dieser kann aber auch durch die Reaktion mit der Luft erfolgen. Also: kann ja nichts schiefgehen! Meine ersten zwei Versuche sind total daneben, danach wird es besser. Eigentlich haben wir immer nur 3 Versuche, da dieses Mal aber invers (also Maßlösung und Testlösung vertauscht) gearbeitet wird, kann ich insgesamt 6 Analysen machen. Die letzten 4 sind nahezu gleich, also entscheide ich mich für die kleineren Werte, die mir logischer erscheinen. Zwischendurch immer wieder die Fragen von Assistenten und Kommilitonen beantworten und nebenbei noch die eigene Probe durchrechnen. Mein Ergebnis: es sind 475,181mg Nitrit enthalten. Bei der Ansage nun endlich das Ende des Rätselns in Sicht: Es sind nur 453,149mg Nitrit in meiner Probe. Endergebnis: 3.0, bestanden. Immerhin! Zum Ende des Praktikumstages noch meinen Platz aufräumen und reinigen und dann ab nach Hause! Für mich ist kurz nach 17:15 Uhr Praktikumsschluss, meine Bahn kommt 17:33 Uhr und ich bin 18:01 Uhr bei mir in Klaffenbach. Dann noch schnell nach Hause und mein Tag ist 18:15 Uhr gelaufen. Praktikumstage dauern immer sehr lange, machen aber auch sehr viel Spaß! Und man erlernt die Grundlagen des chemischen Arbeitens.

 

Eintrag von Danny, Bachelorstudium Chemie, 19.02.2018

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