Wir wollen Bildung – was wollt ihr?

Hallo liebe Leser!

Bildung ist kein Ausverkauf (Fotografin: Cindy Stenzel)

Sicher habt ihr alle mitbekommen, dass am Dienstag, dem 1. Mai, Ausnahmezustand in Chemnitz herrschte. Fünf verschiedene Demos und mit ihnen mehrere Tausend Demonstrantinnen und Demonstranten hatten sich in Chemnitz eingefunden und sorgten dafür, dass die Stadt Kopf stand! Ich war an diesem Tag mitten unter ihnen.

Der StuRa der TU Chemnitz hatte sich dazu entschieden, ebenfalls aufzulaufen und eine Demo zu planen. Das Thema war: „Bildung ist kein Ausverkauf“. Damit wollten sie – wollten wir – ein Zeichen für mehr Wert auf Bildung in Sachsen und Deutschland setzen. Immerhin ist es eine Tatsache, dass man sich darauf in den letzten Jahren nicht besonders stark konzentriert hat.

Als Lehramtsstudentin und damit als zukünftige Lehrerin, sehe ich die Auswirkungen dessen jeden Tag. In den Schulen in ganz Sachsen fallen immer wieder Unterrichtsstunden aus und verschiedene Klassen müssen zusammengelegt werden, da die Lehrer fehlen, Seiteneinsteiger machen in einigen Teilen des Bundeslandes einen höheren Anteil aus als ausgebildete Lehrkräfte und noch immer werden sie unterbezahlt für die viele Arbeit, die sie tun. Das ist nur ein Ausschnitt aus der Problematik. Und auch an den Universitäten sieht es mau aus. Hier gibt es beispielsweise die Probleme des Professoren- und Dozentenmangels, oder auch die fehlende staatliche Finanzierung vieler universitärer Projekte.

Dagegen muss die Regierung endlich etwas unternehmen und dafür gingen wir an diesem 1. Mai auf die Straßen.

Für mich war es meine erste Demo, also eine ganz neue Erfahrung. Als Vertreterin des Lehramtes an der TU Chemnitz und der neugegründeten Kommission Lehramt, hatte ich sogar die Ehre, an diesem Tag ein paar Worte an die Demonstrantinnen und Demonstranten, richten zu dürfen. Da war ich also gleich doppelt aufgeregt.

Um 9:30 Uhr trafen wir uns am Mensavorplatz auf der Reichenhainer Straße, um uns zu sammeln, 10 Uhr ging es schließlich los. Verschiedene Personen und Gruppen, beispielsweise Vertreter der GEW oder der Partei DIE LINKE, die Vorsitzende des Stadtelternrates Chemnitz, ein Mitglied des Vorstandes des Stadtschülerschaftsrates Chemnitz und noch einige andere, hatten sich dazu bereiterklärt, eine Rede zu halten. Bei allen spürte man hierbei den deutlichen Unmut darüber, wie bisher im Bereich Bildung verfahren wurde. Bis 12 Uhr kamen wir sehr gut durch. Wir liefen an den Uni-Gebäuden vorbei und stoppten schließlich in der Augustusburger Straße für eine Zwischenkundgebung. Die Stimmung war ausgelassen. Der weitere Plan sah vor, sich nun mit der Demo vom Bündnis Chemnitz Nazifrei zusammenzuschließen und gemeinsam weiterzugehen bis zum Stefan-Heym-Platz, wo die Demos ihr Ende finden sollten. Leider wurde es ab diesem Zeitpunkt schwierig. Aufgrund der Masse an Menschen, die wir plötzlich waren und des Dritten Wegs, dem wir auch geschlossen gegenübertraten, die Polizei eine Sperre errichtete und uns lange Zeit nicht weiterlassen wollte. Sowas gehört wohl auch einfach zu einer Demo dazu. Und obwohl wir dann mehrere Stunden dort festsaßen und uns alle einen Sonnenbrand holten, da der Platz nicht sonderlich viel Schatten bot, würde ich es jederzeit wieder machen.

Nach diesem Tag hoffen wir nun alle, dass die Landesregierung verstanden hat, wie wichtig es ist, nun eine neue Bildungspolitik aufzubauen und durchzuführen. Wir sind jederzeit bereit dazu, erneut auf die Straßen zu gehen und dafür zu kämpfen, dass wir bekommen, was uns zusteht: anständige Rahmenbedingungen in denen es möglich ist, gute Bildung zu erhalten und zu ermöglichen!

Eure Cindy

 

Eintrag von Cindy, Studiengang Lehramt an Grundschulen, 11.05.2018

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