Erfahrung ist das alles Entscheidende

Das soll im Jahre 1864 der preußische Generalfeldmarschall Friedrich von Wrangel gesagt haben. Zwar wurden ihm diese Worte nur in einer Fernsehserie in den Mund gelegt, aber dennoch ist die Aussage selbst ein guter Ratgeber.

Ich kann es kaum glauben, doch auch mein Studium neigt sich langsam dem Ende zu. Die Masterarbeit ist mittlerweile angemeldet. Nach all der Zeit kann ich auf viele interessante Erinnerungen zurückblicken, von denen ich auch einige hier im Blog niedergeschrieben habe. Es stellt sich die Frage, wie es in Zukunft weitergeht und welche Fähigkeiten ich aus dem Studium mitnehme.

Rein formell sind das die Kenntnisse aus dem Studium selbst. In den Vorlesungen wird einem das nötige Wissen vermittelt und in den Übungen weiter gefestigt. Gleichzeitig lernt man in Praktika und Seminaren die Umsetzung von komplexen Aufgabenstellungen und deren Dokumentation. Das sind die nötigen Grundlagen im Rahmen eines Informatikstudiums, wenngleich andere Fächer demselben Prinzip folgen.

Viel wichtiger jedoch sind meiner Meinung nach die Erfahrungen außerhalb des Lehrplanes. Seien es persönliche Projekte oder solche in der Universität als studentische Hilfskraft.
Das fing bei mir bereits im zweiten Semester des Bachelorstudiums an, als ich an einem Software-Projekt für eine Professur mitarbeitete. Dort kam ich erstmals mit richtiger Programmierung in Berührung, die weit über einfache Übungsaufgaben hinausgeht. Ich bin oft an meine Grenzen gestoßen, konnte dabei aber viel lernen, was man in Lehrveranstaltungen gar nicht unterbringen könnte.
Weiterhin war es so, dass ich anfangs kaum vor vielen Leuten reden konnte. Das hat sich über die Zeit soweit gebessert, dass ich sogar eine Stelle als Übungsleiter angetreten und mich dabei hoffentlich gut bewährt habe (vielleicht lesen ja meine damaligen Studenten hier mit 😉 ).
Derartige „Soft-Skills“ benötigt jeder Absolvent — auch der Informatiker.

Erfahrungen wie diese sind es, die nun auch über das Studium hinaus nachwirken werden: Letztes Jahr ging ich auf eine Karrieremesse in der Orangerie, die ChemCon, um mir ein bisschen die Zeit zu vertreiben. Dabei hatte ich wirklich keine großen Pläne; nur ein bisschen schauen, ob es auch Angebote für Informatiker gibt. Und tatsächlich: Ein ziemlich großer Teil der Messe drehte sich genau darum. Informatiker sind hier in der Region wirklich sehr gefragt. Darüber hatte ich mir im Vorfeld noch gar keine Gedanken gemacht.

Noch weniger habe ich geahnt, wen ich dort kennenlernen werde: Einer der vielen Messestände gehörte der TBZ-PARIV GmbH. Das war eigentlich ein Stand wie jeder andere. Dann aber sah ich, dass diese Firma zu genau dem Bereich Mitarbeiter suchte, in dem ich damals als HiWi arbeitete. Und das waren eben solche Themengebiete, die über die Materie von Studienordnungen hinausgehen.

Nach einer unverbindlichen Plauderei mit dem anwesenden Mitarbeiter war ich sogar wirklich interessiert und habe einfach mal meine E-Mail-Adresse hinterlassen. Wenig später dann bekam ich eine Mail vom Chef persönlich, dass er gern meine Bewerbungsunterlagen sehen würde. Bei deren Anfertigung konnte mir übrigens der Career Service sehr gut weiterhelfen. Die Unterlagen habe ich an die Firma geschickt und siehe da — ich habe jetzt eine Stelle als Werkstudent mit Aussicht auf Festanstellung! 🙂

Ich kann durchaus sagen, dass ich mit meiner Stelle sehr zufrieden bin. Zunächst mache ich nur verschiedene kleine Aufgaben, um alles kennenzulernen. Doch wurde mir bereits gesagt, dass man mich künftig tiefer in die Abläufe einspannen will.
Diese langfristige Perspektive verdanke ich nicht zuletzt den Gelegenheiten, in der Uni praktische Erfahrungen zu sammeln. Nun gilt es, diese in der Realität anzuwenden. Ich bin sicher, dass sich dafür die vergangenen Jahre gelohnt haben. Also schauen wir mal, ob „Papa Wrangel“ recht behält. 😉

 

Eintrag von Michael, Masterstudium Informatik, 20.08.2018


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