Deutsch als Zweitsprache− Ein Interview

DAZ- Was steckt dahinter? (Fotografin: Luisa Rauschenbach)

Hallo ihr Lieben,

es gibt ja die Möglichkeit neben dem regulären Grundschullehramtsstudium das parallele Studium DAZ (Deutsch als Zweitsprache) zu absolvieren. Damit ihr von diesem Studiengang einen besseren Einblick bekommt, habe ich für euch meine Kommilitonin Vicy (V) interviewt. Also fleißig weiterlesen!

 

 

 

Wie lange studierst du schon DAZ? Und wie lange dauert dieses Studium?

V: Ich bin jetzt im dritten Semester. Insgesamt dauert das Studium acht Semester.

Ab welchem Semester kann ich das Studium beginnen?

V: Ab dem dritten Semester vom Lehramtsstudium.

Muss ich für die Bewerbung etwas Spezielles beachten?

V: Wir mussten die Deutschnoten mit angeben. Ich hatte damals Angst, dass sie mich ablehnen, weil meine Deutschnoten nicht perfekt waren und sie nur eine begrenzte Teilnehmerzahl von 20 Plätzen pro Jahr aufnehmen, aber diese Sorgen sind unbegründet! Man sollte es unbedingt versuchen, denn es klappt bestimmt! Und wenn jemand Angst hat, dass er das Studium nicht schafft, den kann ich auch beruhigen. Es ist machbar!

Noch ein Tipp: Wer bereits Deutsch als studiertes Fach belegt, der kann sich zum Beispiel eine Veranstaltung anrechnen lassen.

Wie viele Veranstaltungen müsst ihr pro Semester besuchen?

V: Bis jetzt waren es immer zwei. 🙂

Welche Inhalte behandelt ihr dort?

V: Das ist ganz vielseitig. Zunächst geht es um Grundlagen des Deutschen. Dort besuchten wir Deutschvorlesungen, welche meine Kommilitonen auch im ersten Semester besuchten, die Deutsch als studiertes Fach gewählt haben. Ansonsten besprechen wir Fragen wie Was ist Migration? Wie sieht die Schulbildung in Syrien, Afghanistan etc. aus? usw. und was auch wichtig ist: Wir reden über Traumata und Probleme der Kinder. Außerdem haben wir jetzt ein Seminar zur Lernstandsdiagnostik.

Welche Veranstaltung gefiel dir bis jetzt am besten?

V: Das ist echt schwer zu sagen… Das war bis jetzt alles echt interessant. Inhaltlich würde ich sagen, dass es die Seminare Migration und Bildung und die Lernstandsdiagnostik waren.

Um was geht es bei der Lernstandsdiagnostik genau?

V: Dort schauen wir uns verschiedene Modelle an, mit denen man einschätzen kann auf welchem Sprachniveau sich das jeweilige Kind gerade befindet, sodass man es besser fördern kann. Wenn wir nämlich dann ausgebildete DAZ- Lehrer sind, dann müssen wir entscheiden, ob ein Kind erst einmal teilintegriert (also z.B. nur Kunst oder Musik mitmacht) oder regelintegriert wird.

Was bedeutet regelintegriert?

V: Das bedeutet, dass das Kind voll in die Klasse integriert wird, alle Fächer belegt und auch Noten bekommt.

Habt ihr neben diesen theoretischen Veranstaltungen auch Praktika?

V: Ohja, das haben wir. In den ersten zwei Semestern liegt der Fokus überwiegend auf der Theorie, aber die Dozenten versuchen schon eine gewisse Praxis mit einzubauen. Es fängt jetzt mit einem Hospitationspraktikum an und geht dann auch langsam in die Richtung, dass man selbst unterrichtet.

Wann müsst ihr diese Praktika absolvieren?

V: Die Dozenten versuchen, dass wir sie mit unseren regulären Praktika (SPS 2,3,4,5) kombinieren können und das klappte bisher anscheinend ganz gut.

Weißt du schon, wie es dann später im Referendariat ablaufen wird? Dein DAZ- Studium ist zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht abgeschlossen. Musst du zusätzlich in die Uni?

V: Ja, wir haben noch Veranstaltungen.  Es wird aber wirklich versucht, dass es für uns so angenehm wie möglich organisiert wird.

Würdest du dich jeder Zeit wieder für dieses Studium entscheiden?

V: Oh ja! Zum einen gibt es einfach viel zu wenig ausgebildete DAZ- Lehrer und ich sehe es als Chance jeden Schüler in meiner Klasse dadurch gerechter behandeln zu können. Klar, dieses parallele Studium ist mit einem größeren und zusätzlichen Zeitaufwand verbunden, aber es lohnt sich. Es ist zum anderen kostenlose Bildung und schon alleine deshalb sollte man es wahrnehmen. Jetzt haben wir gerade die Zeit, um uns in dieser Richtung weiterzubilden. Später im Beruf bleibt uns dafür wohl nicht mehr so viel Zeit, um sich in diesen Themen intensiv weiterzubilden. Wir sind derzeit nur noch eine sehr kleine Gruppe, aber es hat auch etwas Positives. Studierende und auch die Dozenten entwickeln ein engeres Verhältnis zueinander und halten zusammen. Sie unterstützen einen und helfen. Das Lernklima ist einfach angenehm.

Alle Lehrer werden in Zunkunft mit diesem Thema konfrontiert sein und ich halte es für extrem wichtig, den Kindern die Möglichkeit zu geben, ein anerkanntes Mitglied in unserer Gesellschaft zu werden. Es ist eine Möglichkeit tatsächlich aktiv zu sein und einen Beitrag zur Migration zu leisten.

Vielen Dank Vicy für dieses interessante Interview!

 

Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid und noch mehr über diesen Studiengang erfahren möchtet, dann schaut doch mal HIER vorbei.

Das war’s erstmal wieder von meiner Seite!

Bis zum nächsten Mal,

eure Luisa

 

Eintrag von Luisa, Studiengang Lehramt an Grundschulen, 20.11.2018

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