Vielen Kulturen im Studium begegnen

Rabia Bacaksiz – Interview zum Leben in Chemnitz (Fotografin: Kim Hofmann)

Das Erasmus Programm brachte sie im Jahr 2014 von der Türkei nach Deutschland und nun studiert Rabia an der TU Chemnitz den Bachelorstudiengang Anglistik/Amerikanistik. An ihrem Studium gefällt ihr besonders gut, dass sie Kontakt mit Studierenden aus unterschiedlichen Ländern hat und somit einen Einblick in verschiedene Kulturen erhalten kann. Wir freuen uns sehr, dass sie jetzt auch zum Team der Campus TUschler gehört. Sie trifft sich gern mit Freunden und liebt das Reisen. Zudem ist sie auch Mitglied im English Club an der TU Chemnitz. Wenn ihr mehr über sie erfahren möchtet, lest ihr →Profil und das nachfolgende Interview.

 

Rabia mag Chemnitz. Im BLICK-Interview mit der Reporterin Kim Hofmann berichtete sie von ihrem Studium sowie ihrem Leben hier:

BLICK: Warum und wann hast du dich für Chemnitz entschieden?

Ich kam 2014 als Erasmus-Studentin hierher und ein Jahr später bemerkte ich, wie viel besser meine Sprachkenntnisse hier geworden sind. Auch wenn es nicht England ist – die Deutschen sprechen auch sehr gut Englisch, weil sie es auch als zweite Sprache lernen. Außerdem ist Chemnitz – für mich – eine kleine Stadt. Aber man kann auch ganz leicht in größere Städte wie Dresden oder Leipzig gelangen, um sich dort die Zeit zu vertreiben und Spaß zu haben.

 

Rabia ist neu bei den Campus TUschlern (Foto: privat)

BLICK: Was halten deine Familie und Freunde davon, dass du hier lebst?

Sie haben das von Anfang an unterstützt. Nach meinem Auslandssemester sagte ich ihnen, dass ich gern in Chemnitz bleiben möchte. Daraufhin versicherte mir meine Familie mich vollkommen zu unterstützen, auch finanziell. Ich soll einfach meinen Traum leben. Natürlich war es zunächst nicht einfach, hier überall rein zu finden. Denn es ist etwas anderes, ob man als Erasmus-Student oder als „normaler“ ausländischer Student hierher kommt. Aber dadurch bin ich auch unabhängiger und selbstständiger geworden.

 

BLICK: Was magst du am meisten an Chemnitz?

Eigentlich mag ich alles an Chemnitz – und daran hat sich für mich, nach den letzten Ereignissen auch nichts geändert. Es gab viele Videos im Internet, in denen Ausländer beleidigt worden, aber als ich hier war, habe ich nichts davon bemerkt. Die Leute, die in diesen Videos vorkommen, werden nicht wirklich etwas erreichen. Sie wirken eher nur seltsam und komisch auf die Menschen. Ich kann sie nicht ernst nehmen.

Es gab natürlich auch ein paar meiner ausländischen Freunde, zum Beispiel einer aus Indien, der mir anvertraute, dass er zu diesen Zeiten ein wenig Angst hatte, rauszugehen. Und ich antwortete nur: „Warum hast du Angst? Du studierst hier, du arbeitest hier, du trägst damit deinen Teil zur Gesellschaft bei und diese Leute gehen schon weg, das braucht nur Zeit.“ Auch unser Rektor zeigte beispielsweise Courage, dass wir alle willkommen sind. Das ist etwas, dass ich an Chemnitz mag. Ich habe mir noch nie Sorgen über etwas machen müssen.

 

BLICK: Hast du deine Entscheidung, hierher zu kommen, jemals bereut?

Nein, niemals. Meine Sprachkenntnisse sind einfach so viel besser geworden. Außerdem habe ich auch viele Erfahrungen durch das Arbeiten hier machen können, zum Beispiel auch unter Stress arbeiten zu müssen, war eine meiner ersten Erfahrungen hier.

 

BLICK: Würdest du Freunden aus der Türkei empfehlen, hier zu studieren?

Ja! Im Gegensatz zum Westen, ist das Studieren in Chemnitz billiger. Klar könnte ich auch dort mein Studium absolvieren, aber es ist einfach kostenintensiver. Das trifft auch auf die Kosten der Unterkunft zu. Das wäre zum Beispiel ein Grund für mich, Chemnitz anderen Leuten zu empfehlen!

 

BLICK: Wie du vielleicht weißt, hat sich Chemnitz als „Europäische Kulturhauptstadt 2025“ beworben. Woran denkst du, wenn du „Chemnitzer Kultur“ hörst?

Zuerst denke ich an Chemnitz als eine internationale Stadt, und damit auch an eine „Stadt der Kulturen“. An der TU haben wir den Club der Kulturen oder den Englisch Club, bei dem ich selbst tätig bin. Dort veranstalten wir kulturelle Abende für jedes Land, mit Essen und Traditionen. Außerdem können alle Studenten ja auch kostenlos in die Oper und Museen, wann immer sie wollen. Man hat also viele Möglichkeiten.

 

(Hinweis: Unter der Rubrik „Chemnitz – ein beliebter internationaler Studienort?“ veröffentlichte der „BLICK CHEMNITZ“ am 19. Oktober 2018 dieses Interview, das wir mit freundlicher Genehmigung der Redaktion in Teilen auf dem Blog „Campus TUschler“ veröffentlichen können.

Dieses Interview wurde ursprünglich in englischer Sprache geführt und sinngemäß übersetzt. (tucinterview)

https://www.blick.de/chemnitz/tuerkische-studentin-ueber-leben-in-chemnitz-ich-bin-unabhaengiger-und-selbststaendiger-artikel10341610)

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