Fünf Biografien, die jeder Physikstudent lesen sollte

Die Hausaufgaben häufen sich, Protokolle müssen geschrieben werden und bald sind auch noch Prüfungen. Da kann man als Physikstudent schnell die Motivation verlieren.

Keine Sorge, hier sind fünf Bücher, die sofort Lust auf Physik machen, neue Energie liefern und, die deshalb jeder Physikstudent unbedingt lesen sollte.

1. Sie belieben wohl zu scherzen Mr. Feynman

Fünf Biografien, die jeder Physikstudent lesen sollte (Fotograf: Tom Rothe)

– Richard Feynman

“I would rather have questions that can’t be answered, than answers that can’t be questioned.” – Richard Feynman

Richard Feynman gilt als einer der größten Physiker aller Zeiten. Neben seiner unheimlich positiven Lebenseinstellung und seiner einzigartigen Faszination für die Wissenschaft, war vor allem seine Fähigkeit komplizierte Sachverhalte ganz einfach zu erklären, legendär. In seiner Biographie erzählt Feynman unter anderen über seinen Beitrag zum Bau der Atombombe in Los Alamos, wie er bei der Aufklärung der Challenger-Katastrophe half und wie er sich den Physik-Nobelpreis verdiente. Allerdings sind auch viele kleine Anekdoten aus seinem Leben dabei, die das Buch unglaublich unterhaltsam machen. So erzählt er wie er in Los Alamos die Safes der Militärs knackte, beim Karneval in Rio Bongos spielte und weshalb er seine freie Zeit oft in Strip Clubs verbrachte.

Feynman war nicht nur ein wirklich außergewöhnlicher Physiker, sondern auch als Mensch absolut faszinierend. Jeder Student sollte diese Buch lesen und sich von seiner Begeisterung für die Physik inspirieren lassen!

2. Es funktioniert!: Vom Vergnügen endlich Physik zu verstehen – Walter Lewin

„Teacher who make Physics boring are criminals.” – Walter Lewin

Von Walter Lewin habe ich ursprünglich über YouTube erfahren. Dort finden sich seine berühmten Physik-Vorlesungen, welche bereits von Millionen Zuschauern weltweit gesehen wurden, darunter viele namhafte Persönlichkeiten wie Bill Gates. Besonders seine Abschiedsvorlesung, in der er an einem riesigen Pendel durch den Raum schwingt ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben und wirklich zu empfehlen.

In seinem Buch berichtet Lewin nicht nur von seiner Faszination für Physik, sondern erzählt auch viele persönliche Geschichten. Eigentlich sagt der englische Originaltitel schon alles: „For the Love of Physics“.

3. Feynmans Regenbogen. Die Suche nach Schönheit in der Physik und im Leben – Leonard Mlodinow

“We all understand that genius doesn’t guarantee success, but it’s seductive to assume that success must come from genius.” – Leonard Mlodinow

Ok – ich weiß, was Ihr denkt. Schon wieder ein Buch mit Feynman? Ist ihm denn nichts anderes mehr eingefallen? Sorry, aber dieses Buch ist einfach zu gut, als dass ich es verschweigen konnte. Leonard Mlodinow ist mittlerweile als Co-Autor diverser Stephen Hawking Bücher ziemlich bekannt geworden. In diesem Buch berichtet er allerdings von seiner Zeit als Postdoc am Caltech (California Institute of Technology). Dort arbeitete er Tür an Tür mit den beiden Nobelpreisträgern Richard Feynman und Murray Gell-Man, zwei der besten Physiker des 20. Jahrhunderts. Während Mlodinow selbst immer wieder Zweifel an seiner Eignung als Wissenschaftler plagen und er nach einem Thema für seine Forschung sucht, führt er viele interessante Gespräche mit beiden. Dabei zeigt sich wie jeder von beiden seine eigene faszinierende Einstellung zum Leben und eben auch zur Physik hat. Vor allem aber ist das Buch einfach unheimlich unterhaltsam geschrieben.

4. Meine kurze Geschichte – Stephen Hawking

“And however difficult life may seem, there is always something you can do, and succeed at.” – Stephen Hawking     

Spätestens seit dem Oscar prämierten Film „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ kennt jedes Kind Stephen Hawking. Zwar kommen bereits viele Aspekte seines Lebens darin vor, dennoch lohnt sich das Lesen seiner Autobiografie. Zumal der Titel wirklich gut passt, denn das Buch ist so kurz, dass es wahrscheinlich weniger Zeit in Anspruch nimmt als der Film. Dies macht es zur perfekten Lektüre für eine Freistunde (oder eine langweilige Vorlesung 😉).

Besonders faszinierend finde ich immer noch seine einzigartige, positive Lebenseinstellung. In einer Situation, in der jeder normale Mensch verzweifelt wäre, unfähig sich zu bewegen und zu sprechen, verfasst er nicht nur einige der bedeutendsten Arbeiten der theoretischen Physik, sondern macht diese dank seiner vielen Sachbücher auch der Allgemeinheit zugänglich.

Natürlich erzählt Hawking in seiner Autobiographie auch viele lustige Anekdoten. Zum Beispiel seine Kosmologie-Wetten mit Kip Thorne oder seine eigenen Erfahrungen am Caltech mit, ihr ahnt es, Feynman und Gell-Mann.

5. Elon Musk – Ashlee Vance

“The first step is to establish that something is possible; then probability will occur.” – Elon Musk

Und noch ein Geheimtipp, für alle die bis hierher gelesen haben. Wie der Titel schon vermuten lässt handelt es sich bei diesem Buch um die Biografie eines der größten Unternehmer unserer Zeit. Was viele nicht wissen: Elon Musk hat selbst Physik studiert und begann sogar eine Promotion (für ganze zwei Tage). Danach gründete er mit PayPal, Tesla und SpaceX ein paar der zukunftsträchtigsten Unternehmen und wurde so zum Milliardär.

In dem Buch geht es außerdem um den Menschen Elon Musk, sowie um seine außergewöhnliche Vision für die Zukunft der Menschheit. Ein unheimlich inspirierendes Buch über einen absolut unglaublichen Menschen! (Das bitte nicht als Aufforderung zum Studienabbruch angesehen werden sollte.)

 

Ich hoffe es ist für jeden etwas Passendes dabei gewesen.

Alle Bücher könnt ihr euch übrigens in der Chemnitzer Stadtbibliothek und manche auch in der Uni-Bibliothek ausleihen.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen. 😉

PS: Wenn Ihr eure Lesefähigkeiten vorher noch etwas aufbessern wollt, schaut doch mal in diesen Blogbeitrag:  https://blog.hrz.tu-chemnitz.de/botschafter/2017/03/27/schneller-lesen-so-einfach-gehts/

 

Eintrag von Tom, Bachelorstudium Physik, 07.01.2019

2 Responses

    • Tom Rothe 18. Januar 2019 / 20:03

      Hallo Frau Lorenz,
      Vielen Dank für den Tipp, da gebe ich Ihnen absolut Recht. Ich selbst habe leider noch keine Biografie einer Physikerin gelesen und kann deshalb auch keine konkret empfehlen. Da ich mittlerweile schon viele neue Buchtipps bekommen habe, wird es sicherlich eine Fortsetzung des Beitrags geben, dann auch mit Biografien von Physikerinnen.

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