Was machen eigentlich der Prüfungsausschuss und die Berufungskommission?

Was ist eigentlich die Aufgabe des Prüfungsausschusses und der Berufungskommissionen und wie können sich dort Studenten einbringen?

Der Prüfungsausschuss ist zentrales Organ eines jeden Studienganges. Er entscheidet über Studienbewerber, Prüfungsleistungen und andere kritische Belange von Studenten. Die Berufungskommission ist dafür zuständig, einen neuen Professor unter vielen Bewerbern zu finden, um ihn auf eine unbesetzte Professur zu setzen, die zeitweise eventuell nur von einem Vertretungsprofessoren besetzt wurde. Beide Organe werden von verschiedenen Mitgliedern besetzt, die sich aus Dozenten und Professoren zusammensetzen. Aber um beschlussfähig zu sein, ist es notwendig, dass ebenfalls ein Student eine Stimme abgeben kann.

Doch wie gelangt man an eine solche Stelle?

Das wird von Fakultät zu Fakultät unterschiedlich gehandhabt. Bei manchen geschieht es über persönliche Beziehungen, wo die Professoren oder ehemalige studentische Mitglieder auf Studenten/Kommilitonen oder Freunde zukommen, weil die Stelle frei wurde. Anderswo macht der Fachschaftsrat (FSR) eine offizielle Ausschreibung, die über den Verteiler verschickt wird. So oder so muss man sich dem Fachschaftsrat noch einmal persönlich vorstellen, damit dieser sich besser zwischen mehreren Studenten entscheiden kann. Gut ist es dabei, wenn man die eigene Motivation für die Stelle kurz umreißen kann, eine kurze Info zu sich gibt und unter Umständen abklären kann, ob man Hilfskraft eines Professors ist, der ebenfalls im Kommitté sitzt. Da soll nur sichergestellt werden, wie man sich in diesem Fall verhält, wenn der Professor/Chef anderer Meinung ist als man selbst.

Ausschreibung des FSR HSW für eine studentische Stelle in der Berufungskommission (Foto: Natalie Rödel)

Wie laufen Prüfungsausschusssitzungen ab?

In jedem Fall wird Protokoll geführt, die Mitglieder werden aufgelistet und das Kommitté wird als beschlussfähig befunden. Im Vornherein können einem mitunter irgendwelche Materialien des Falles gesendet werden, die dann gemeinsam besprochen werden.

Materialsammlung zum Prüfungsrechtseminar (Foto: Natalie Rödel)

Grundlage für die Diskussion sind beispielsweise das Sächsische Hochschulfreiheitsgesetz, das Verwaltungsverfahrensgesetz, das Sächsische Justizgesetz und weitere Gesetzestexte. Letztlich kommt es zu einer Abstimmung, die ans Prüfungsamt oder andere Hochschulorgane weitergeleitet wird. Wer jetzt denkt, dass er in solchen Angelegenheiten gar keine Entscheidung auf Grundlage irgendwelcher Gesetzestexte treffen kann, den kann ich beruhigen. Der StuRa bietet einmal jährlich ein zweitägiges Prüfungsrechtseminar an, bei dem man eine Einführung in all die Texte bekommt und diese anzuwenden lernt. Ebenso kann man all seine Fragen loswerden, welche dann beispielhaft von einem Prüfungsrechtexperten erklärt werden.

Wie laufen Berufungskommissionen ab?

In einer Berufungskommission sind nicht nur Professoren, Dozenten und ein Student, auch externe „Begutachter“ und Gleichstellungsbeauftragte werden dazu geholt. Alle Mitglieder müssen vorerst vom Dekanat offiziell bestätigt werden, und dann muss eine förmliche Einladung mit mindestens zwei Wochen Vorlauf erfolgen. Das Datum für ein gemeinsames Treffen wird auch hier praktischerweise mittels einer Doodle-Umfrage ermittelt. Mit der Einladung folgen auch die Bewerbungsunterlagen. Bei dem Kommissionstreffen wird erst mit einer kurzen Vorstellungsrunde begonnen, dann wird die Beschlussfähigkeit festgestellt, Befangenheit wird ausgeschlossen und die Mitglieder sind zur Verschwiegenheit über Gegenstände der Sitzung und Informationen der Bewerber verpflichtet. Es werden dann alle Bewerber verglichen und die geeignetsten werden zu einem Vorstellungsgespräch inklusiver öffentlicher Vorlesung eingeladen. Der ganze Ablauf wird selbstverständlich auch hier protokolliert.

Im Großen und Ganzen eine sehr interessante Möglichkeit, sich als Student in Verfahren einzubringen, um letztlich das Studierendenumfeld merklich mitzugestalten und sich ehrenamtlich in seinem Studiengang zu engagieren.

 

Eintrag von Natalie, Bachelorstudium Soziologie, 15.01.2019

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