Selbstständig als Studierende(r)

„Du studierst irgendwas mit Medien, richtig? Was kann man denn später mal damit machen?“ Auch ich habe mich diesen Fragen im ersten Jahr meines Studiums des Öfteren stellen müssen. Nachdem ich zum wiederholten Male meine Standardantwort zum Besten gegeben hatte, begann ich selbst einmal wirklich darüber nachzudenken, was ich mit meinem Leben nach dem Studium anfangen wollte.

Um herauszufinden, was mir wirklich Spaß machte und weshalb mein Studium genau das ist, was mir die optimale Grundlage für mein späteres Berufsleben liefert, fing ich an aufzuschreiben, was ich gut konnte und was mir schwer fiel. Für diesen Prozess nahm ich mir viel Zeit, denn es erschien mir als überaus wichtig, wirklich vollends ehrlich mit mir zu sein.

Die Leidenschaft zum Beruf machen (Fotograf: Franz Lermer)

Ein paar Stunden später stand fest: Ich möchte meine Leidenschaft, das Fotografieren, zu meinem Beruf machen. Kurz darauf kam mir ein Satz in den Sinn, der mich sofort beginnen ließ, meine Träume in die Tat umzusetzen: „Dinge, die du nicht innerhalb der ersten 15 Minuten anfängst umzusetzen, die setzt du nie um.“

Bevor ich meine ersten Aufträge annehmen konnte, gab es jedoch noch viele Dinge zu erledigen: Gewerbeanmeldung, Website erstellen, Neukundengewinnung und vieles mehr. Um nichts zu vergessen, begann ich, meine Woche zu strukturieren. Mein Studium sollte neben meiner Euphorie für das Projekt Selbstständigkeit jedoch nicht leiden. Aus diesem Grund plante ich meine Aufgaben, die mich in meiner Selbstständigkeit voran bringen sollten, zumeist für die Abendstunden ein.

Über die Monate hinweg konnte ich die Studieninhalte, die mir in meinem Studium der Medienkommunikation vermittelt wurden, immer mehr in der Praxis anwenden. Neben dem Seminar Fotografie, halfen mir jedoch auch die Seminare Filmgestaltung und diverse Marketing-Veranstaltungen dabei, mein Kleingewerbe auf die nächste Stufe zu bringen. Dieser Praxisbezug half mir, mehr Engagement für mein Studium zu entwickeln. Neben meiner Leidenschaft konnte ich mich auch in den Bereichen Vertrieb und Werbung weiterentwickeln und Gelerntes direkt auf mein Gewerbe anwenden.

Der Alltag als Selbstständige verhalf mir jedoch auch zu neuen sozialen Kontakten. Diese wiederum ermöglichten mir neue Blickwinkel auf verschiedenste Bereiche des Lebens und des Studiums. Diverse Weiterbildungen ließen mich komplexe Zusammenhänge besser verstehen und bestärkten mich immer mehr darin, dass meine Entscheidung, mir ein zweites Standbein aufzubauen, die richtige war und ist.

Neben den Lernerfolgen im Studium entwickelte ich mich durch die Selbstständigkeit jedoch auch persönlich weiter. Durch die unterschiedlichsten Einnahmen und Ausgaben, die mit dem Gewerbedasein einhergingen, entwickelte ich ein neues Verständnis für Werte.

Alles in allem formt und motiviert es mich ungemein, neben dem Studieren mein Fachwissen in die Praxis umsetzen zu können. Ich kann nur jedem, der darüber nachdenkt, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen raten, über seinen Schatten zu springen und etwas daraus zu machen. Trotz des harten Weges, den man durchaus gehen muss, kann man nach den ersten Erfolgen mit so viel Stolz auf das eigene Leben zurückblicken.

 

Eintrag von Lili, Bachelorstudium Medienkommunikation, 12.02.2019

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