Lärm auf der Augustusburger Straße

Vielleicht habt ihr vergangenen Mittwoch gegen 11 Uhr in der Innenstadt gedacht, dass der Fasching eingeleitet wird? Trillerpfeifen, Rasseln, Schnarren waren circa 40 Minuten lang im Bereich der Augustusburger Straße zu hören. ABER WARUM?

Fahnen wehen im Wind (Fotografin: Josephine Döring)

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes riefen zum Warnstreik auf. Zuerst würde ich euch gern erklären, wer denn alles so zum öffentlichen Dienst gehört und am 13. Februar vertreten war. Oft hört man in den Medien, dass die Lehrer und Lehrerinnen wieder streiken. Ja das stimmt, aber sie sind nicht die einzigen, die auf die Straße gehen. Ebenso wurden alle studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte, sowie Angestellte der Universität aufgerufen. Aber auch das waren noch nicht alle: Plakate und Fahnen der Finanzverwaltung, der Straßenwacht, der Straßenreinigung und der Forstwirtschaft waren zu sehen. Aber warum wird denn nun gestreikt, was wird gefordert? Von vielen hört man, dass die Lehrer und Lehrerinnen den Hals nicht voll bekommen und immer mehr Geld wollen.

Zurzeit hört man meist „6% mehr Lohn“ als Forderung. Dies kommt daher, dass in den Streikaufrufen nur streikfähige Themen auftauchen dürfen. Mehr Geld zu fordern, ist immer ein streikfähiges Thema. Es ist auch wichtig, dass Inhalte die schon erfolgreich erkämpft wurden, durch Streikaufrufe nicht wieder angefochten werden können. Außerdem geht es aktuell nicht um sächsische Themen, sondern es steht eine bundesweite Tarifrunde an, an denen alle Bundesländer (außer Hessen) teilnehmen. Jedoch gibt es natürlich noch weitere Themen, über die in den Verhandlungen direkt verhandelt werden können, beispielsweise kleinere Klassen oder eine Anrechnungsstunde für Klassenlehrer.

Ein Punkt, den ich euch gern etwas näher erklären würde, ist der Wunsch nach stufengleicher Höhergruppierung.
Dazu muss man erst einmal wissen, dass es um Tarifverhandlungen geht. Die Tarife stehen in Tariftabellen, in denen man ablesen kann, was unter welchen Voraussetzungen verdient wird. Es gibt verschiedene Entgeltgruppen, sowie noch einmal 5 Erfahrungsstufen, die innerhalb einer Entgeltgruppe erreicht werden können. Dies bedeutet, dass man in seiner Entgeltgruppe über die Jahre noch aufsteigen kann und sich somit auch der Lohn erhöht. Aktuell ist es nun so, dass man eventuell eine Entgeltgruppe höher eingruppiert wird. Klingt erst mal gut, denn das bedeutet mehr Lohn. Oder etwa doch nicht? Nicht zwingend, denn wenn man beispielsweise in der Entgeltgruppe 13 Stufe 6 erreicht hatte und dann in die Entgeltgruppe 14 höhergruppiert wird, verliert man seine Erfahrungsstufen und bekommt so weniger Lohn als zuvor. Es geht uns also nicht darum, immer mehr Geld verdienen zu wollen, sondern mindestens genauso viel wie vorher und nicht plötzlich weniger.

Ein weiterer Punkt sind die Auszubildenden- und Praktikant*innen-Entgelte. Hier wird gefordert, dass diese um 100 Euro ansteigen. Hier schreien also auch nicht die Lehrer und Lehrerinnen um mehr Geld, sondern es geht uns darum, die Ausbildungsberufe wieder attraktiver zu gestalten und den Auszubildenden zu mehr Unabhängigkeit zu verhelfen.
Natürlich gibt es noch weitere Forderungen, jedoch sprengt dies hier den Rahmen.

Ich hoffe ihr konntet einen kleinen Einblick gewinnen und versteht jetzt vielleicht ein bisschen besser, warum gestreikt wird.

Etwas habe ich noch:
Ich möchte dafür plädieren, einer Gewerkschaft beizutreten. Denn nur gemeinsam kann man stark sein und etwas erreichen.

Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt mir gern.

Alles Liebe
Josephine

 

Eintrag von Josephine, Studiengang Lehramt an Grundschulen, 21.02.2019

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