Mein Praktikum in einer Marketingagentur – Habe ich überhaupt was gelernt?

In den vergangenen Wochen habe ich endlich mein lang aufgeschobenes Praktikum gemacht. Ich studiere im Bachelor Medienkommunikation im fünften Semester und ich muss sagen Praktika sind nicht mein Ding. In der Vergangenheit habe ich vermehrt schlechte Erfahrungen gemacht, was dazu geführt hat, dass ich das Praktikum so weit wie möglich hinausgeschoben habe. Ich kann trotzdem nur empfehlen, die Praktika schon in den ersten Semestern zu machen, um zu vermeiden, dass ihr das dann alles zwischen Bachelorarbeit und Prüfungen noch machen müsst, während ihr die Regelstudienzeit im Nacken sitzen habt. Aber ehrlich gesagt ist das nur ein Vorschlag von mir, denn ich kann auch vollkommen verstehen, wenn ihr euch davor drückt genauso wie ich! Darum habe ich am Ende des Textes einen kleinen Tipp für alle Praktikaphobiker!

(Bildquelle: PhotoMIX-Company, https://pixabay.com/de/photos/digitales-marketing-technologie-1433427/)

Mein Praktikum fing damit an, dass ich von zuhause aus tätig war und bestimmte Informationen recherchiert habe. Meine Hauptaufgabe war dabei die Entwicklung und Promotion einer neuen Pflegeeinrichtung in Chemnitz. Meine ersten Aufgaben waren die Recherche der Umgebung des Standorts und verschiedener Werbemöglichkeiten für die Einrichtung. Dafür suchte ich von den Medienanstalten Mediadaten heraus und verglich diese. Anschließend konnte ich ein Ranking der besten Werbemöglichkeiten erstellen. Außerdem erstellte ich eine Liste an potentiellen Konkurrenzfirmen, sowie eine Auflistung der Anbindungsmöglichkeiten zu öffentlichen Verkehrsmitteln vom Standort aus.

Dann kam meine erste Woche in der Firma. Dort folgte auch gleich meine nächste Aufgabe. Und zwar sollte ich mir verschiedene Jobbörsen im Internet anschauen und besonders auf solche achten, die sich nur auf eine Branche spezialisiert hatten. Die Pflegefirma plante nämlich die Erstellung einer persönlichen Jobbörse für Pflegekräfte und Gesundheitsberufe. Meine Vorgehensweise beinhaltete darum nicht nur eine umfassende Recherche der vorhandenen Portale, sondern auch das Herausziehen von wichtigen Kernelementen und den Entwurf eines entsprechenden Gesundheitsportals für den Auftraggeber. An dieser Aufgabe saß ich ungefähr eine Woche und ich muss sagen, irgendwann war ich so versunken in dem Thema, dass ich nicht mehr objektiv und klar denken konnte, was ehrlich gesagt kein besonders angenehmes Gefühl war.

Meine Tätigkeit war auch für den Rest des Praktikums zum Großteil die Recherche sowie der Vergleich vorhandener Elemente und manchmal der Entwurf möglicher neuer Konzepte. Dabei war ich immer wieder überrascht wie viel Entscheidungsgewalt bei mir lag. Als ich zum Beispiel potentielle Themen für den Entwurf eines Gesundheitsblatts heraussuchen sollte, war diese Auswahl ziemlich subjektiv. Ich denke manche werden jetzt lachen, aber ich habe mich oft gefragt, wieso ich da so frei bin? Und ob der Kunde da denn nichts zu sagen hat? Ich habe mir aber von meinem Chef dann sagen lassen, dass es völlig normal sei, dass ein fast fertiges Konzept von einer Agentur entworfen wird und dann erst dem Kunden vorgestellt wird. 😉

Auf jeden Fall war es definitiv sehr lehrreich für mich, auch wenn die Subjektivität einiger Aufgaben für mich durch den wissenschaftlichen Rahmen meines Studiums etwas befremdlich war. Jede/r, der bis hier gelesen hat, wird vielleicht gemerkt haben, dass ich ja gar nicht so viel verschiedene Sachen gemacht habe und da kann ich völlig zustimmen. Ich habe eher wenig Neues gelernt, da sich meine Aufgabenbereiche auf die Recherche und schriftliche Darstellung der Rechercheergebnisse beschränkt haben. Ich hätte manchmal gerne eine andere Aufgabe als Ausgleich gehabt, um wieder mit einem klaren Kopf an meine Recherche gehen zu können.

Ja, in einer Firma zu arbeiten war anders als zu studieren und auch, wenn ich nicht direkt anwenden konnte, was ich in den Vorlesungen gelernt habe, so haben mir die Softskills, welche ich während meines Studiums erlangt habe, doch sehr geholfen.

Ach ja, und diejenigen, die genauso viel Panik vor den Praktika haben, möchte ich einen kleinen Tipp geben. Es ist teilweise möglich sich die Mitarbeit in einem studentischen Referat als Praktikum anrechnen zu lassen. Das werde ich zumindest für die verbleibenden vier Wochen meines Pflichtpraktikums tun. Achtet einfach darauf, dass ihr dann eine Art „Arbeitgeber“ habt, welcher eure Tätigkeit in dem Referat oder der Gruppe bestätigen kann. Spannende Möglichkeiten für Eigeninitiative bieten zum Beispiel das Uni Radio „Radio UNICC“ oder der StuRa mit den Referaten für Kultur und Öffentlichkeitsarbeit, um nur ein paar zu nennen.

Damit wünsche ich euch viel Erfolg und Mut für eure Praktika!

 

Eintrag von Luise, Bachelorstudium Medienkommunikation, 09.04.2019

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