Sanfte Töne und schnelle Rhythmen

Genüsslich lauschte ich am Sonntag, den 16. Juni schönen Klängen in der Orangerie. Halt! Orangerie? Hört man da nicht normalerweise maximal ganz erträgliche Vorlesungsmonologe? Nicht an diesem Sonntag.
Das Collegium musicum lud zum Matineekonzert ein. Von Mozart, über Rachmaninow bis zu Tschaikowski war alles dabei. „Ein bunter Blumenstrauß an Stücken“, wie der Leiter des Orchesters moderierte.

Gebührender Applaus (Fotograf: Albrecht Richter)

Ich möchte euch heute kurz etwas über das Orchester erzählen und vor allem zum Mitmachen werben. Ich selbst bin leider nicht wirklich musikalisch, genieße aber gute Musik. Zum ersten Mal hörte ich das Collegium musicum bei der Jubiläumsfeier der Philosophischen Fakultät im Januar dieses Jahres. Dort wurde schon das Datum für dieses Konzert angesagt und stand seitdem bei mir im Kalender.
Nachdem mich meine Eltern über den Begriff Matinee aufklärten, wusste ich auch, warum es schon um 11 Uhr losging. Matinee Veranstaltungen finden klassisch am Vormittag oder Nachmittag statt. Aber nun geht es darum, wer sich hinter dem Namen verbirgt.
Das Collegium musicum ist derzeit mit 31 Instrumentalisten besetzt, wovon fünf an der TU Chemnitz studieren. Außerdem spielen drei aktive und ein pensionierter Mitarbeiter der Uni mit. Ihr merkt schon, damit kommt man nicht auf 31 Mitglieder. Alle anderen sind Hobbymusiker aus allen Berufsgruppen. Ob Handwerker, die nach der Arbeit gern musizieren oder Lehrer, die von Tönen um sich herum nicht genug bekommen können, Mediziner, Ingenieure und viele weitere Berufe. Das Orchester ist klassisch sinfonisch besetzt. Das bedeutet, es gibt die erste und zweite Geige, Bratsche, Violoncello, Kontrabass, Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Pauke und Blechbläser. Die letztere Gruppe fehlt leider komplett im Orchester, sodass sich das Collegium musicum diese für Konzerte durch professionelle Aushilfen besetzt. Schöner wäre es natürlich, diese Instrumentengruppe fest im Orchester verankert zu haben. Deswegen sucht das Orchester dringend Blechbläser, aber auch Violinist*innen. Jedes andere Instrument und der Musiker dahinter, sind ebenfalls herzlich willkommen.

Das Orchester probt immer am Mittwoch ab 18.30 Uhr im Raum N115. Alle Termine findet ihr auch auf der Website
https://www.tu-chemnitz.de/tu/cm/terminplan.php

Eine besonders schöne Geste war es, als zum letzten Stück des ca. anderthalb stündigen Konzertes auf einmal Menschen aus dem Publikum aufstanden und die noch freien Plätze im Orchester besetzten. Sie waren ehemalige Mitglieder des Vereins Collegium musicum der TU Chemnitz e.V. und spielten beim Blumenwalzer aus der Nussknacker-Suite mit. Mit nur einer Probe erklang das Stück dadurch noch schwungvoller, noch prachtvoller und vor allem noch leidenschaftlicher. 15 ehemalige Mitglieder, welche heute immer noch aktiv in anderen Orchestern spielen, füllten gemeinsam mit dem aktuellen Orchester die Bühne. Schon vor fünf Jahren, zum 50-jährigen Jubiläum lud das Orchester die Ehemaligen zum gemütlichen Beisammensitzen und gemeinsamen Spielen ein. Diese kleine Tradition wurde auch zum diesjährigen 55. Jubiläum fortgeführt.

Das Orchester könnt ihr übrigens im November und Dezember wieder hören.

Am 23. November 2019 findet 17.00 Uhr das Festkonzert zum Jubiläum im zentralen Hörsaalgebäude statt.
Am 06. Dezember könnt ihr sie gemeinsam mit dem Universitätschor ab 19.00 Uhr in der St. Petri-Kirche in Chemnitz hören.

Ihr denkt, noch soweit hin. Dann tragt es euch wie ich gleich in den Kalender ein und freut euch, wenn ihr in einem halben Jahr die Seite aufschlagt und wisst, was ihr an diesen Tagen genießen könnt.

Wenn ihr noch mehr über das Orchester wissen wollt, könnt ihr dies auch bei Facebook tun. Dort kann man gerade 55 Fakten zu 55 Jahren Collegegium musicum lesen:
https://www.facebook.com/collegiummusicumchemnitz/

Einen davon habe ich euch zum Abschluss mitgebracht:
„In einem Orchester und vielleicht in Laienorchestern in besonderem Maße, gibt es mitunter auch lustige „Fachbegriffe“: „Tuttischweine“ sind beispielsweise alle Streicher, da sie fast immer gemeinsam spielen. Von den Streichern wiederum werden die Blechbläser gern mal als „Schutzblech“ bezeichnet, da der allgemein durchdringende Klang von Blechbläsern hilft, technisch schwierige Streicherstellen akustisch zu überdecken.“

Alles Liebe
Josephine

 

Eintrag von Josephine, Studiengang Lehramt an Grundschulen, 28.06.2019

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