Warum Fridays for Future nicht nur für Schülerinnen und Schüler ist

Warum die Zukunft nicht nur Aufgabe von Schülerinnen und Schülern ist (Quelle: Fridays for Future)

Schon mal was von Fridays for Future gehört? Oder von Greta Thunberg?

Falls nicht, dann hier eine kurze Zusammenfassung: Seit Beginn des Jahres gehen Schülerinnen und Schüler auf der ganzen Welt auf die Straße und streiken, während sie eigentlich brav in ihren Klassenzimmern sitzen und lernen sollten. Dazu inspiriert wurden sie von der 16-jährigen schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg, die nach den Veröffentlichungen des Pariser Abkommens so enttäuscht und verzweifelt war, dass sie wochenlang jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament demonstrierte und dafür der Schule fernblieb (Fridays for Future, 2019).

Auslöser war der UN-Klimagipfel, welcher im Dezember 2018 in Katowice stattfand. Dort trafen sich Staaten der ganzen Welt und diskutieren aktuelle Klimathemen. Dabei sollten Handlungsstrategien ausgearbeitet werden, um die Erderwärmung in diesem Jahrhundert bei maximal 1,5 Grad zu halten, da sonst mit drastischen Folgen für Umwelt und Wirtschaft zu rechnen ist (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, 2019).

Es ist jedoch schon jetzt zu erkennen, dass dieses Vorhaben mit der momentanen Lebensweise in den Industriestaaten schwer vereinbar ist. Vielmehr sagen Berechnungen aus, dass schon 2030 die Erde sich bereits um weitere 1,5 Grad erwärmt haben soll. Das wird zur starken Beeinträchtigung und Zerstörung vielzähliger Ökosysteme führen (Fridays for Future, 2019).

Doch nicht nur das, Arten werden massenweise aussterben, Umweltkatastrophen werden den ganzen Planeten heimsuchen und ganze Landstriche und Inseln werden nicht mehr vorhanden sein. Und das nicht in den nächsten 500 Jahren, sondern in gerade einmal zwölf Jahren. Ein unwirtlicher Planet (bietet keinen angemessenen und angenehmen Lebensraum) wäre die Folge (NABU, 2007).

Wer kann da nicht verstehen, dass gerade die jüngsten Generationen enttäuscht, verärgert und entrüstet sind?

Doch deutsche Politiker scheinen den Unmut der Jungen nicht ernst zu nehmen, sie blockieren Gesetzesentwürfe zur Verbesserung der Situation, ignorieren die Forderungen der Schüler/-innen nach einer CO2-Steuer und haben den Kohleausstieg auf das Jahr 2038 angesetzt. Viel zu spät finden nicht nur die Schüler/-innen von Fridays for Future (Fridays for Future, 2019).

Ich war Teil von zwei Fridays for Future-Demonstrationen hier in Chemnitz und habe vor Ort nicht nur Jugendliche, sondern auch Eltern und Kinder gesehen. Bis zu 3000 Personen gingen im März in Chemnitz für einen intakten Planeten auf die Straße. Doch schon im folgenden Monat waren nur noch einige Hundert Teil der Demonstrationen. Ich vermute Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit, Eltern und Lehrer/-innen haben zur Verringerung der Zahlen geführt.

Auch mir fällt es schwer jeden Monat wieder auf die Straße zu gehen und zu sehen wie die Zahlen der Teilnehmer/-innen abnehmen. Auch ich bin enttäuscht und habe wenig Hoffnung für unsere Zukunft.

Doch dann frage ich mich, wie wir gegen Kohle auf die Straße gehen können und doch das große Auto fahren und in der schicken Villa leben wollen? Wie können wir über die Abholzung der Regenwälder schimpfen und dann bei McDonalds essen gehen? Ich denke wir sollten nicht damit aufhören auf die Straßen zu gehen, aber gleichzeitig auch nicht vergessen, wie viel wir alleine schon für unseren Planeten tun können. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir Verantwortung für unser Handeln übernehmen, uns informieren und lernen was wir gegen den Klimawandel tun können. Eine einfache Google Suche reicht da ja schon aus.

Ein paar Dinge, die ihr tun könnt, die einen großen Einfluss haben sind unter anderem:

  1. Weniger bis keine tierischen Lebensmittel konsumieren
  2. Regional und saisonal einkaufen
  3. Zu Ökostrom wechseln
  4. Second Hand, tauschen und reparieren, statt neu kaufen
  5. Öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad oder Mitfahrgelegenheiten nutzen (UTOPIA, 2018).

Das alles kann ziemlich überwältigend sein, mir geht es genauso. Mein Vorschlag: Fang einfach mit einer Sache an und dann sieh weiter. Jeden Schritt, den du in Richtung eines nachhaltigeren Lebens gehst, ist großartig und inspirierend für Dich und für Andere.

 

Quellen:

Fridays for Future (2019). Wir streiken für mehr Klimaschutz und sind damit Teil der weltweiten Bewegung Fridays for Future. Abgerufen 26.06.2019, von https://fridaysforfuture.de/

NABU (2007). Dritter UN-Klimabericht wirbt für Umdenken. Abgerufen 26.06.2019, von https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/klima-und-luft/klimawandel/06613.html

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2019). 24th Conference of the Parties to the United Nations Framework Convention on Climate Change. Abgerufen 26.06.2019, von https://www.bmu.de/cop24/

UTOPIA (2018). Klimaschutz: 15 Tipps gegen den Klimawandel, die jeder kann. Abgerufen 26.06.2019, von https://utopia.de/galerien/klimaschutz-tipps/

 

Eintrag von Luise, Bachelorstudium Medienkommunikation, 04.07.2019

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