Gute Lehre – „Heterogenität im Unterricht“ bei Franziska Schreiter

Hallo ihr Lieben,

Uni-Botschafterin Josephine Döring (Fotografin: Lili Hofmann/TU Chemnitz)

aktuell studiere ich im sechsten Semester Lehramt an Grundschulen mit dem Hauptfach Ethik/ Philosophie und dem Erweiterungsfach Deutsch als Zweitsprache. Wenn ich nicht in der Uni sitze, fotografiere ich sehr gern.
Heute möchte ich euch eine Veranstaltung vorstellen, die ich im vergangenen Semester besucht habe. Für mich bedeutet gute Lehre Abwechslung, Motivation und das Gefühl, alles sagen und fragen zu können, was mich bewegt. Seminare, die nur aus den Vorträgen von Kommilitonen bestehen, können bei guten Vorträgen zwar spannend sein, abwechslungsreich sind sie meist aber nicht. Ganz anders gestaltet war das Seminar mit dem Titel „Heterogenität im Unterricht“. Wer Lehramt studiert kann den Begriff der Heterogenität wahrscheinlich nach dem dritten Semester nicht mehr hören, doch Franziska Schreiter, welche das Seminar gestaltete, schaffte es dennoch, mich bei diesem Thema wieder ins Boot zu holen. Sie überraschte uns mit Themen wie Sexualität in der Grundschule oder Transsexualität bei Kindern, von denen man im Studium sonst nie etwas erfahren hätte. Im ersten Moment denkt man vielleicht: „Sind das Themen, welche die Studierenden wirklich als Grundlage benötigen? Kommt so etwas überhaupt in der Realität vor?“ Ich kann euch sagen „Ja!“. In beiden Praktika, die ich bisher absolviert hatte, gab es Kinder, die sich mit dem Thema Transsexualität auseinandersetzen. Vor kurzem ging es in einer 2. Klasse um das Thema Schulanfang und wie sich die Kinder gefühlt haben. Ein Mädchen antwortete darauf: „Peinlich, weil ich Mädchenklamotten anziehen musste.“ Dank des Seminars war ich von dieser Antwort zwar überrascht, konnte aber souveräner damit umgehen. Aber nicht nur die Themen waren für mich neu. Auch die Art der Prüfungsvorleistungen kannte ich so noch nicht. Es gab so gut wie alles, von einem kleinen Schauspiel, bis hin zu einer Übersicht von Vereinen, die Workshops zum Thema Sexualität für diese Altersklasse anbieten, war alles dabei. Andere schrieben eine kurze Auswertung zur Seminareinheit oder stellten eine Methode für den Unterricht vor. Es war für jeden etwas dabei und auch persönliche Umstände wurden bei der Verteilung berücksichtigt.

Da Franziska selbst Grundschullehramt studierte und in diesem Beruf auch Praxiserfahrung hat, konnte sie uns auf fast jede Frage eine Antwort oder einen Erfahrungsbericht geben. Auch in den Seminareinheiten selbst probierten wir neue Methoden aus, sodass es nie langweilig wurde. Beispielsweise schauten wir uns Bilder von Kindern an und sollten zu diesen Bildern einen Steckbrief gestalten (Name, Alter, Berufe der Eltern…). Es ging darum, dass jeder gewisse Vorurteile hat und es wichtig ist, sich dessen bewusst zu sein, um diese aufbrechen zu können. In einer anderen Einheit sollten wir Definitionen zu Begriffen rund ums Thema Sexualität zuordnen, die in unserem Foyer verteilt waren.

Alle Lehramtsstudierenden dürfen sich schon mal auf dieses Seminar im 5. Semester freuen.

Alles Liebe
Josephine

Auf dem TUC-Blog Digitale Bildung findet ihr den Beitrag von Franziska Schreiter, indem sie ihre Perspektive zur Lehre beschreibt: https://blog.hrz.tu-chemnitz.de/digitaleuni/2019/08/13/bericht-aus-dem-lehralltag-heterogenitaet-im-unterricht/

Eintrag von Josephine, Studiengang Lehramt an Grundschulen, 01.08.2019

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