Forschungsmethoden in der Linguistik: Der Kurs, an den ich mich jeden Tag erinnere

Der Kurs gab mir eine gute Grundlage für meinen Job (Fotograf: Sundaralakshmi Kannan)

Während ich meine Abschlussarbeit schreibe, versuche ich mich u. a. durch Beiträge auf dem „Campus TUschler“ Blog, zu entspannen.

Nach einem wunderbaren Anfang des Ergänzungsmoduls „English as a Global Language“ im WS 2017/2018  freute ich mich sehr auf das Seminar Qualitative and Quantitative Digital Research Methods (Qualitative und quantitative digitale Forschungsmethoden in der Linguistik) bei Dr. Matthias Hofmann. Anderthalb Jahre später war „Forschungsmethoden“ die erste Veranstaltung, an die ich dachte, als ich von der Reihe Gute Lehre hörte, weil ich die dort erworbenen Fähigkeiten täglich nutze. Ich erinnere mich an den Kurs, wenn ich für meinen Job als wissenschaftliche Hilfskraft Interviews transkribiere und annotiere oder statistische Tests in R durchführe; ich denke an das Gelernte, wenn ich die Forschungsfragen und Methodik von wissenschaftlichen Beiträgen lese; ich kann kaum einen Fragebogen online ausfüllen, ohne über den gesamten Gedankenprozess dahinter nachzudenken; und ich danke dem Seminar dafür, dass ich in der Lage bin, Witze über Statistik auf Twitter zu verstehen.

Das Seminar war eine angenehme Herausforderung, da es sich um wöchentliche Hausaufgaben in Form von Lesematerialien mit Verständnisfragen sowie Übungen und Diskussionen im Unterricht handelte, bei denen die Studierenden die Möglichkeiten hatten, den Lernstoff erst selbst zu bearbeiten, bevor sie das Expertenfeedback bekamen. Die Texte und Skripte (Präsentationen) wurden auf der Kurswebsite zur Verfügung gestellt und ich habe danach mehrmals darauf zugegriffen, um die von uns diskutierten Beiträge zu finden. Dies macht das Seminar zu einem Beispiel für das Modell des „Blended Learning“, das als sehr effizient gilt, da es einen Teil der Unterrichtsinhalte online liefert und mehr Zeit für Übungen, Diskussionen und Fragen in der Veranstaltung lässt. Obwohl wir manchmal Schwierigkeiten hatten, Begriffe wie „ethnographische Linguistik“ zu verstehen und zu erklären, gelang es Dr. Hofmann, uns in der Gruppendiskussion durch die theoretischen Quellen zu führen. Seine Verbindung zu den Studierenden war so, wie ich sie mir bei einem guten Hochschuldozent vorstellen würde – weder versuchte er zu sehr “einer von uns” zu sein, noch war er zu distanziert oder reserviert. Er gewann mühelos unseren Respekt und ließ uns den Kurs, unsere Verantwortung und Leistung in den Vordergrund stellen – eine der anspruchsvollsten Aufgaben jedes Dozenten.

Ein Highlight des Kurses war die Prüfung, da sie aus fünf Hausaufgaben während des Semesters bestand, was uns Zeit während der Prüfungs- und Seminararbeitsperiode ließ und uns ermöglichte, mehr von den geforderten Fähigkeiten auf diesem Gebiet zu üben. Damit wurden wir unter anderem für die Planung eines Forschungsprojektes und die Analyse und Auswertung von Daten vorbereitet.

Der „Forschungsmethoden“ Kurs von Dr. Hofmann lässt die Studierenden, Antworten auf die schwierigen und entscheidenden Fragen „Wo fange ich an“ und „Wie gehe ich vor?“ finden. Die Veranstaltung kombiniert sich auch sinnvoll mit den anderen zwei Seminaren im sprachwissenschaftlichen Schwerpunkt (English Variation World-Wide und English Language Systems) und deswegen würde ich das Modul besonders empfehlen.

 

Eintrag von Marina, Masterstudium Anglistik/Amerikanistik, 25.03.2020

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