Ö.Ö?

Ö.Ö?

In der Nomenklatura des SFB hat unser Vorhaben sicher das schönste Kürzel: Ö. Project Ö. Ö wie Öffentlichkeitsarbeit. Wäre da nicht die schwierige Übersetzung ins Englische (oder in alle möglichen anderen Sprachen), die aus den eigenwilligen Umlauten herrührt.

Der Untertitel des Projekts ist da um einiges beredter – Knowing, Assessing, and Engaging with Embodied Technologies, also: Verkörperte Technologien kennen, bewerten und sich auf sie einlassen. Darin enthalten ist der Anspruch, dass Ö mehr sein möchte als Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der Verteilung und Vermittlung von Information und Wissen. Denkt man Wissenschaftskommunikation konsequent, dann geht es nicht nur darum, Inhalte an ein Publikum „zu verteilen“, sondern auch Feedback einzuladen und über die Themen des SFB in einen Austausch zu treten. Und deshalb verstehen wir unsere praktische wie wissenschaftliche Aufgabe so, dass wir zum einen sichtbar machen, welche Erkenntnisse und Entwicklungen im Forschungsverbund Hybrid Societies vorangebracht werden, und dass wir zum anderen die Haltungen, Einstellungen und Erfahrungen in den beforschten und gestalteten hybriden Gesellschaften studieren. Aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive besonders spannend ist der Schwerpunkt des SFB auf öffentlichen Räumen – immerhin ist Öffentlichkeit eines der Basis-Konzepte unserer wissenschaftlichen Arbeit.

In Zeiten, in denen Interaktion im Abstand oder hinter Masken passiert, ist das keine einfache Angelegenheit. Hybrid Societies wollte von Anfang an in Kontakt treten – in öffentlichen Vorlesungen, Veranstaltungen im Museum, im Living Lab auf dem Chemnitzer Brühl, auf Symposien mit Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft. Aus bekannten Gründen gab es dies alles bisher nur sehr begrenzt. Dafür sind wir andere Wege aufsuchender Wissenschaftskommunikation gegangen. Einen Forschungsverbund in seiner Gesamtheit, mit 29 Projektleiter:innen und über 30 Doktorand:innen verteilt auf alle 8 Fakultäten der Technischen Universität und zahlreiche Disziplinen, nach außen zu präsentieren, ist keine triviale Aufgabe. Um darzustellen, wie sich hybride Gesellschaften gestalten, haben wir gemeinsam mit dem Grafiker der TU Chemnitz, Jacob Müller, Alltagsszenarien entwickelt, in denen mögliche Formen des Zusammenwirkens und Koordinierens in öffentlichen Räumen visualisiert sind. Hier ein Einblick:

Im kürzlich erschienen TUCtalk sagt Prof. Georg Jahn, Sprecher des SFB: „Sie werden von uns hören“. Das ist wörtlich gemeint – am 9. Oktober startet die 5-teilige Podcast-Serie Mensch | Maschine | Miteinander – ein TUCScicast Special. Natürlich werden Sie auch von uns lesen. Regelmäßig in diesem Blog z.B., aber auch auf Twitter und Instagram, demnächst auch in einem vierteljährlich erscheinenden Newsletter.

Wir wollen aber eben auch von Ihnen hören! Eine von mehreren Möglichkeiten ist das Industriemuseum Chemnitz, in dem sich im Rahmen der Sächsischen Landesausstellung Teilprojekte des SFB mit Exponaten präsentieren – noch mindestens bis zum 31. Dezember dieses Jahres – und wo Sie direkt Fragen stellen können. Das können Sie im Übrigen auch gern auf Twitter oder direkt. Wir haben eine Menge Fragen an die Zukunft hybrider Gesellschaften, denen wir in den Teilprojekten nachgehen.

Aber welche Fragen, welche Ängste, welche Erwartungen haben Sie?

Ingmar Rothe & Christian Pentzold