LiT.Förderung: Kooperative Lehre: NACHTIGALL – Nachhaltigkeit agil lenken

Im Folgenden wird das Projekt NACHTIGALL – Nachhaltigkeit agil lenken von Prof. Dr.-Ing. Anika Dittmar (Hochschule Mittweida) vorgestellt, welches seit April 2019 im Rahmen der „LiT.Förderung: Kooperative Lehre“ gefördert wird. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Professur BWL VIII – Betriebliche Umweltökonomie und Nachhaltigkeit, Prof. Dr. Marlen Gabriele Arnold TU Chemnitz sowie die Professur Nachhaltiges Bauen und Betreiben, Prof. Dr.-Ing. Anika Dittmar der Hochschule Mittweida.

Projektbeschreibung

Im Sommersemester 2019 startete erstmalig das Projekt NACHTIGALL, welches von der Professur für Nachhaltiges Bauen und Betreiben an der Hochschule Mittweida (Frau Prof. Dr. Dittmar) in Kooperation mit der Professur Betriebliche Umweltökonomie und Nachhaltigkeit der TU Chemnitz (Frau Prof. Dr. Arnold) im Sommersemester 2019 und erneut im Wintersemester 2019/20 angeboten wird.NACHTIGALL (Nachhaltigkeit agil lenken) stellt ein didaktisches Konzept dar, welches den Studierenden die Möglichkeit gibt, sich auf innovative und kreative Art mit den Kernfragen der nachhaltigen Entwicklung auseinander zu setzen. Verantwortet ist das Projekt im Ideenraum „nachhaltige Stadt“, wurde jedoch grundsätzlich adaptierbar konzipiert.

Studierende entwickeln Nachhaltigkeitsversionen

Das Projekt untergliedert sich in drei Phasen. Die erste Phase konzentriert sich zunächst auf die Wissensvermittlung. So werden in Form von Vorlesungen und Experteninterviews sowie unterstützend durch fachspezifische Artikel und Dokumente die Grundlagen zur Herangehensweise an Nachhaltigkeitsprobleme bereitgestellt. Einen weiteren wichtigen Baustein in dieser Phase stellt die Vermittlung der agilen Projektmanagementmethode SCRUM durch einen Workshop dar. Durch SCRUM soll den Studierenden die Möglichkeit gegeben werden, die Perspektive zu wechseln und somit neue Erkenntnisse zu gewinnen. Ziel in dieser Phase ist es, durch die Nutzung verschiedener Kanäle Kompetenzen zur Lösung von Nachhaltigkeitsproblemen zu erwerben.

Im Anschluss daran beginnt in der zweiten Phase die tatsächliche Projektarbeit, welche sowohl mit Praxispartnern als auch eigenständig erfolgen kann. Hier entwickeln die Studierenden zunächst eine Idee zu einer Nachhaltigkeitsvision, welche den anderen Teilnehmer*innen gepitcht wird. Die Studierenden können sich frei für eine Idee entscheiden und haben anschließend sechs Wochen Zeit, diese unter der Anwendung von SCRUM zu bearbeiten. In dieser Phase sollen die fachlich und methodisch erlernten Kenntnisse zur Anwendung gebracht werden. Während dieser Zeit sind die Studierenden mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert, die es zu überwinden gilt: So sollen nicht nur fachliche und methodische Kompetenzen zusammengeführt, sondern diese innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters auf eine konkrete Idee und in Zusammenarbeit mit einem Projektteam angewendet werden.

Die dritte Phase beinhaltet die erneute Reflexion zur Bewertung der Projekte hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit sowie eine Abschlusspräsentation. Durch die von Beginn an kommunizierte Ergebnisoffenheit wird hier Raum für Kreativität und innovative Vorgehensweisen geschaffen. Während des gesamten Projekts arbeiten die Studiengänge Immobilien- und Facility Management der Hochschule Mittweida, Wirtschaftsingenieurswesen und Wirtschaftswissenschaften der TU Chemnitz interdisziplinär und simultan an der gewählten Idee.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern

Der Fokus „nachhaltige Stadt“ bietet beiden Seiten die Möglichkeit, ihre fachlichen und methodischen Kompetenzen einzubringen und zu vernetzen. Durch das integrative Lehr-/Lernkonzept werden die Studierenden zur Eigenständigkeit und Selbstorganisation angeleitet. Letztlich werden darüber hinaus der Wissensaustausch und -transfer zwischen den Hochschulen gefördert sowie die Vorteile der interdisziplinären Zusammenarbeit hervorgehoben.

Ergebnisse

In zwei Projektpräsentationen wurden vielversprechende Ansätze und Konzepte für eine nachhaltige Stadtplanung erarbeitet. Konkrete Realisierungsideen wurden für den Brühl in Chemnitz in enger Abstimmung mit Thomas Scherzberg, Vorsitzende des Agenda 21-Beirats der Stadt Chemnitz, erarbeitet. Neben Fassadenbegrünung wurde die Straßenführung, die Schulgartengestaltung der dortigen Schule sowie Geschäfte mit klarer Nachhaltigkeitsvision durchdacht. Der AGENDA-Beirat wird nach seiner Neukonstituierung die Studierenden einladen, um ihre in den Sprintphasen entwickelten Ideen Vertretern des Stadtplanungsamtes, interessierten Stadträten und Akteur*innen des Brühls vorzustellen und mögliche Umsetzungsvarianten zu diskutieren. Die zweite Gruppe stellte vielschichtige Nachhaltigkeitsoptionen für Leipzig vor. Konkret geht es um den Ausbau von Gemeinschaftsgärten, Fitnessparcours und die Etablierung von Paketkästen. Die Ideen waren gut durchdacht und stellen einen Mehrwert für die Städte dar. Die Studierenden empfanden die Sprintphasen als herausfordernd, zugleich auch als hilfreich, konkrete Ideen in abgesteckten Zeiträumen zu durchdenken und konzeptionell umzusetzen.

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