Mit digitalen Tools lernen und lehren – nicht nur für den Einsatz in der Grundschule

BIdlausschnitt Desktop und Tastatur mit Blick auf digitales Tool "Padlet"Univ.-Prof. Dr. Leena Bröll (Professur Grundschuldidaktik Sachunterricht, Zentrum für Lehrerbildung, TU Chemnitz) gibt Einblicke in ihre Lehre im Sommersemester 2021, in einem Semester, welches das dritte digitale Remote-Semester in Folge ist. Frau Prof. Bröll arbeitet engagiert an einer lernförderlichen Lernumgebung im Digitalen. Die Rückmeldungen Studierender zum Lernen in dieser Umgebung sind ihr wichtig, da sie nur so ihre Lehre planen und die methodisch-didaktische Ausgestaltung an die Lehrziele anpassen kann. Ihre Lehre ist beispielhaft für Lehr-Lernszenarien, die Studierende aktiv in den Digitalisierungsprozess einbeziehen.

Liebe Frau Bröll, bitte beschreiben Sie kurz ihre Lehre.

Aktuell leite ich zwei Seminare im 2. bzw. 4. Studiensemester und gebe Vorlesungen für das 2. bzw. 6. Studiensemester. Die Vorlesungen sind asynchron, auf diese möchte ich aber im Folgenden auch nicht näher eingehen. Berichten möchte ich sehr gerne über meine Seminare. Diese finden jede Woche synchron statt. Wir treffen uns in BigBlueButton und arbeiten 90 Minuten gemeinsam im Plenum und in den Breakout-Rooms. Im Seminar für die Zweitsemester geht es um Arbeitsmethoden und Medien für den Sachunterricht, das Seminar für die Viertsemester fokussiert die technische Perspektive im Sachunterricht. Pandemiebedingt stehen nun in beiden Seminaren Aspekte im Vordergrund, die einen Beitrag zur Digitalisierung in der Grundschule leisten sollen. Dabei geht es aber nicht darum, die Studierenden zu guten Online-Lehrer:innen auszubilden, sondern ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie mit digitalen Werkzeugen und Medien den Unterricht vor Ort lernwirksamer gestalten können.

Was machen Sie in Ihrer Lehre konkret? Welches Ziel verfolgen Sie und wie gehen Sie dieses an?

Die Corona-Pandemie hat Defizite im Bildungskontext aufgezeigt. Neben der Ausstattung an den Schulen, auf die ich als Lehrende der TU nur begrenzt Einfluss nehmen kann, ist es wichtig, dass Lehrkräfte adäquat auf das Lehren und Lernen mit digitalen Tools vorbereitet werden. Das Thema Digitalisierung muss folglich auch bei der Ausbildung angehender Grundschullehrkräfte einen gewichtigen Stellenwert einnehmen. Dabei darf Digitalisierung sich nicht darauf begrenzen, den Unterricht pandemiebedingt in den virtuellen Raum zu verlegen, der Einsatz von Tablets, Apps und anderen digitalen Tools muss auch im Präsenzunterricht zum Tragen kommen. Hier setzt meine Lehre an, indem ich Studierenden digitale Tools vorstelle und wir gemeinsam Möglichkeiten ausarbeiten, wie diese im Grundschulunterricht eingesetzt werden könnten. Dass dies nun auch noch digital stattfinden muss, ist eine besondere Herausforderung.

Wie sieht die Lernumgebung der Studierenden in ihrer Lehre aus? Gibt es schon Rückmeldung von Ihren Studierenden?

Offizielle Ergebnisse einer Lehrevaluation gibt es zur Semesterhälfte noch nicht. Am Ende der Seminare bekomme ich aber oft die Rückmeldung, dass die Studierenden die Tools entweder noch gar nicht kannten oder aber sich noch nie so intensiv damit auseinandergesetzt haben, auch hinsichtlich der Möglichkeiten des Einsatzes im Grundschulunterricht. Viele Studierende sind dankbar, im Seminar die Möglichkeit zu bekommen, die Tools kennen zu lernen. Dadurch, dass ich selbst lange Jahre als Lehrkraft gearbeitet habe, habe ich selbst einen guten Einblick in die Schulpraxis und kann von eigenen Erfahrungen berichten. Gerade dieser Austausch und die Weitergabe von Erfahrungswerten werden geschätzt, so die Rückmeldung meiner Studierenden.

Was könnte anderen Lehrenden aus Ihren Erfahrungen heraus in deren Lehre helfen?

Methodenreichtum in der Lehre ist im Digitalen, wo jeder alleine zu Hause am Rechner sitzt, wichtiger denn je. Von besonderer Bedeutung sind dabei digitale Tools, die ein kollaboratives Arbeiten ermöglichen, z. B. Padlets oder Etherpads. Diese sind sowohl für die synchrone wie auch für die asynchrone Lehre einsetzbar. Kollaboratives Arbeiten ist wichtig für den Austausch der Studierenden untereinander und auch mit mir. Somit wird der sozialen Komponente des Lernprozesses Rechnung getragen. Aber auch der direkte Austausch in der synchronen Lehre ist sehr wichtig. Meine Studierenden können oft in Breakout-Rooms Aufgaben bearbeiten, miteinander Thesen kritisch erörtern oder Ideen entwickeln, die im Anschluss im Plenum diskutiert werden.

Danke, Frau Bröll, für diesen Einblick.

(Blogartikel verfasst von Leena Bröll, Ergänzung und Interview Ulrike Rada)

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