Das Bild zeigt einen Ausschnitt der Common Area der Universitätsbibliothek Chemnitz.

Nachts in der Bibliothek – oder: Prüfungsstress 24/7 mal anders

Auch wenn die Prüfungsphase des Wintersemesters vermutlich wie jedes Jahr mit Klausuren, Hausarbeiten und mündlichen Prüfungen vollgepackt gewesen sein dürfte, war sie für uns mit einer besonderen Premiere verbunden. Infolge des wiederholt geäußerten Wunsches unserer Nutzerinnen und Nutzer wurde die 24/7-Öffnung unserer Bibliothek vom 05.02.-13.02.2026 getestet, d.h. das Gebäude war für Angehörige der Technischen Universität Chemnitz durchgängig geöffnet.

Wer unseren Instagram-Kanal im Januar aufmerksam verfolgt hat, konnte an unserer Story-Umfrage bezüglich der bevorstehenden 24/7-Öffnung teilnehmen. Im Schnitt gaben bei jeder Frage 38 Personen ihre Meinung kund und auch wenn die Ergebnisse nicht repräsentativ waren, boten sie uns doch ein kleines Stimmungsbild. Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass ihr uns als Lernort schätzt und euch bei uns gut für die Prüfungen vorbereiten könnt. Bei den Fragen hinsichtlich der präferierten Lernzeit zeichneten sich deutlich zwei Lager ab: Lernen am Tag vs. Lernen in der Nacht.

Der Vor- und Nachmittag wurde von 62 Prozent der Teilnehmenden als bevorzugte Lernzeit angegeben. Bei unserer Frage „Seid ihr bereit für die 24/7-Öffnung?“ gaben 44 Prozent der Teilnehmenden an, beim Lernen in der Bibliothek am Tag bleiben zu wollen. Im Gegensatz dazu lernen 38 Prozent der Teilnehmenden vorzugsweise in der Nacht. Für diese Gruppe war die 24/7-Öffnung anscheinend besonders interessant, da 56 Prozent der Teilnehmenden sich auf diese freute und die Hälfte davon sogar plante, jetzt nur noch nachts in die Bibliothek zu kommen. Auf die Frage, ob aktuell genügend Zeit zum Lernen in der Bibliothek besteht, antworteten 64 Prozent der Teilnehmenden mit der Aussage, dass dies für sie nicht gilt. Da keine Begründungen genannt wurden, lassen sich die Ursachen nur vermuten. Ein möglicher Faktor könnten die Öffnungszeiten der Bibliothek sein, die während der Prüfungsphase allerdings schon zum wiederholten Mal bis Mitternacht verlängert wurden. Ab dem 05.02.2026 sollten aber alle zumindest neun Tage lang ausreichend Zeit gehabt haben, um sich in der Bibliotheken auf die Prüfungen vorzubereiten.

Den Auftakt der 24/7-Öffnung bildete die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“, zu der sich im Zeitraum von 16-24 Uhr ca. 800 Personen im Gebäude aufhielten. Viele Studierende blieben anschließend einfach vor Ort, um die folgenden Stunden „nachts in der Bibliothek“ zu verbringen. Zwar gab es bei uns keine sprechenden Ausstellungsstücke, aber die Zeit wurde von euch auch so gut genutzt, z.B. für Spielerunden in der Common Area oder für Lernsessions im Schlafsack.

Die Statistik unseres Sicherheitsdienstes zeigt aber, dass die Freude über die durchgängige Öffnung schnell abflaute. In den darauf folgenden Tagen befanden sich ab 0.30 Uhr jeweils nur ca. 30 Personen im Gebäude, ab 4 Uhr waren es sogar nur noch fünf bis zehn Personen. Bestätigt hat sich allerdings, dass sich die verlängerten Öffnungszeiten bis Mitternacht während der Prüfungsphase auszahlen, da zwischen 22-24 Uhr im Schnitt 90 Personen in der Bibliothek lernten; die Höchstwerte lagen bei 128 und 118 Personen.

Insgesamt frequentierten jedoch nur wenige Nutzerinnen und Nutzer die Bibliothek in den Nachtstunden, sodass die Zahlen hinter den Erwartungen zurückblieben. Der Aufwand in Form von Sicherheitspersonal und Stromkosten rechtfertigte sich somit nicht. Aus diesem Grund erachten wir die 24/7-Öffnung für nicht praktikabel; die verlängerte Öffnungszeit bis Mitternacht verzeichnete hingegen wiederholt eine hohe Nachfrage.

Es gilt zwar für die meisten (leider) der Satz „Nach der Prüfungsphase ist vor der Prüfungsphase“, aber genießt die letzten Tage bis zum Semesterbeginn und erholt euch gut!

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