Galimathias, Hendiadyoin, Parlatorium … ???

Was bedeuten die interessant wirkenden Wörter „Galimathias“ und „Hendiadyoin“? Und was ist ein „Parlatorium“ – hm, das kommt sicher vom französischen Wort „parler“ für „reden“ oder „sprechen“, denke ich mir. Und damit liege ich gar nicht mal falsch:

„Das Wort <P.> bezeichnet einen Raum in Klöstern, in dem gesprochen werden darf. Er dient für Gespräche zwischen den Mönchen (colloquii locus) oder zwischen Mönch und Besuchern von außen (locutorium forinsecus). Dies ist gerade in den Orden bedeutungsvoll, in denen für alle übrigen Räumlichkeiten Schweigsamkeit (taciturnitas) gefordert wird wie bei Benediktinern und Zisterziensern. Der Raum wird in mittelalterlichen Quellen meist als auditorium bezeichnet, da es ebenso ein Raum des Zuhörens war. Die Bezeichnung <P.> scheint erst in den neuzeitlichen Quellen bzw. in der Forschungsliteratur Verwendung zu finden.“

Aber die beiden anderen Wörter, „Galimathias“ und „Hendiadyoin“ – ihre Bedeutung verschließt sich mir. Hier hilft ein Blick oder Klick ins Historische Wörterbuch der Rhetorik Online (HWR), das im Campusnetz der TU Chemnitz recherchiert werden kann.

Das HWR ist ein umfassendes Lexikon zur klassischen und modernen Rhetorik. Es erschien in 12 Bänden im Zeitraum 1992-2015 im Verlag Max Niemeyer.

Das Lexikon ist ab 1983 am Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen von einer Arbeitsgruppe geplant worden, zu der Walter Jens und der Herausgeber des HWR Gert Ueding gehörten. Es besteht aus über 1300 Lexikonartikeln, die von circa 450 Fachwissenschaftlern aus dem In- und Ausland verfasst wurden. Begriffe, Konzepte und einzelne Schulen der Rhetorik werden sehr genau definiert, Primärtexte zitiert, weiterführende Forschungsliteratur angegeben.

Das HWR enthält leicht verständliche deutsche Lemmata wie „Kleidung“, „Körpersprache“, „Gestik“, „Atmung“ und „Redeangst“. Dem Gegenstand der klassischen (und modernen) Rhetorik entsprechend, überwiegen lateinische Begriffe wie „Brevitas“, „Enumeratio“ oder „Furor poeticus“.

Die Online-Version des HWR ist leicht zu recherchieren und hat einen guten User Guide. Man kann sich die Lexikonartikel ausdrucken, muss die weiterführende Fachliteratur aber gesondert im Katalog der UB Chemnitz recherchieren.

Zielgruppe: Studierende der Fächer Germanistik, Interkulturelle Kommunikation, Anglistik, Medienforschung, Politikwissenschaft und alle, die sich mit Rhetorik befassen.

Autorin: Katja Knop
Fachreferate Germanistik, Anglistik, IKK, Medienforschung, Angewandte Bewegungswissenschaften

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