Nachruf auf den Open Data Day 07/03/2020

Dieses Jahr feiern wir 10 Jahre Open Data Day! Am 7. März 2020 wurden einen Tag lang offene Daten zelebriert.

Was sind Daten?
Das Pluraletantum Daten, das wie Pommes und Leute nur als Pluralwort existiert, bezeichnet eine Sammlung an Werten oder Angaben. Diese Datensammlungen können sehr vielfältig sein: Quantitative Messdaten, Umfrageergebnisse und statistische Befunde sind genauso Daten wie Interviewtranskriptionen und Feldforschungsnotizen oder Audio- und Videodateien. Daten, dieser „Rohstoff des Wissens“, sind seit einigen Jahren zum Großthema der Forschungspolitik geworden (vgl. Julia Nolte: Eine Welt aus Daten. In: DIE ZEIT vom 6. Oktober 2016, S. 35-36).

Wie werden Daten offen?
Obwohl dies nicht ganz unproblematisch ist, sind offene Daten frei zugänglich und verfügbar, zum Beispiel auf öffentlich zugänglichen Webseiten. Idealerweise werden Daten jedoch in dauerhaft gesicherten Repositorien abgelegt, um das Wiederauffinden zu erleichtern. Abzugrenzen ist das Konzept der offenen Daten vom Konzept der FAIR Data, auch wenn diese Ansätze inhaltlich eng miteinander verbunden sind. Im Vergleich betonen FAIR Data noch mehr als Open Data die Interoperabilität und die Wiederverwendbarkeit der Daten (Phill Jones: Is it Finally the Year of Research Data? – The STM Association Thinks So. In: The Scholarly Kitchen vom 5. März 2020. URL https://scholarlykitchen.sspnet.org/2020/03/05/is-it-finally-the-year-of-research-data-the-stm-association-thinks-so/). Open Data schließen diese Aspekte jedoch nicht aus.

Was haben wir von offenen Daten?
In der Wissenschaft werden durch die öffentliche Bereitstellung von Daten Forschungsergebnisse verifizierbar und überprüfbar. Auf Basis vorhandener Daten können ohne erneute Erhebung Nachfolgestudien durchgeführt werden. Die Veröffentlichung von Datensammlungen erlaubt Vergleiche und Kombinationen, so dass ganz neue Erkenntnisse gewonnen werden können.
Und im Alltag? Dank der Bereitstellung von Daten – nicht nur durch die Initiative einzelner Regierungen wie der sächsischen, der deutschen oder der europäischen – entstehen in Wirtschaft und Gesellschaft interessante Anwendungen. So basiert eine aktuelle Karte über die Ausbreitung des Coronavirus (https://www.healthmap.org/covid-19/) unter anderem auf offenen Regierungsdaten. Die Open Knowledge Foundation Deutschland stellt in seinem Open Data Showroom weitere Anwendungsbeispiele aus aller Welt aus.

Das Open-Science-Team der Universitätsbibliothek gibt gern weitere Informationen zum Thema.

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