Warum Ihre Forschungskarriere einen Persistent Identifier braucht

Persistent Identifiers in der wissenschaftlichen Forschung

Ein Persistent Identifier ist eine Art Nummernschild, das wir im Web tragen. Genaugenommen verwenden wir PIDs auch täglich in der analogen Welt – wenn wir zum Beispiel nach unserer Personalausweisnummer gefragt werden, geben wir einen persistenten Identifikator, eine eindeutig zuzuordnende Nummer an, die uns als Person identifiziert. Wenn wir uns allerdings im digitalen Bereich aufhalten, benötigen wir andere Identifikatoren, die dauerhaft verfügbar sind. Diese werden nicht nur benötigt, um einen Wissenschaftler eindeutig zu identifizieren, sondern auch, um seinen Publikationen eine ID zuzuweisen.

Glücklicherweise steht hinter einer persistenten ID eine Organisation, deren Fortbestand durch übergeordnete Institutionen oder Kooperationspartner relativ sicher gewährleistet ist. An dieser Stelle könnte man erwidern, dass die Adresse einer Website ja auch eine persistente ID ist. Das trifft allerdings nicht zu, denn hinter einer Webseite steht nicht immer eine Organisation, die die langfristige Beständigkeit der Adresse sicherstellen kann.

Ein PID ist „ein Code, der als Mittel zur Identifizierung eines digitalen Objekts konstant bleibt, unabhängig von Änderungen seines Standorts im Internet“.

Ein bekanntes Beispiel: DOI  

In dem komplexen mare magnum der wissenschaftlichen Forschung möchte ich mich jedoch auf nur drei PIDs konzentrieren. Natürlich gibt es PIDs für viele Dinge wie geografische Koordinaten und vieles mehr.

Als Forscher haben Sie sicher schon von DOI gehört, denn die Artikel, die Sie veröffentlicht haben, haben einen DOI. DOIs (Digital Object Identifiers) sind auch in unserem Bibliothekskatalog vorhanden und leiten zu elektronischen Ressourcen weiter.

Der Unterschied zwischen der URL, unter der Sie z. B. einen Zeitschriftartikel oder ein E-Book finden können, und dem DOI besteht darin, dass der DOI eine Art Vermittler zwischen dem Benutzer und der URL ist und die Metadaten (Name, Autor, Verlag usw.) der elektronischen Ressource speichert. Wenn die URL nicht mehr zugänglich ist, muss der Verlag die Ressource und ihre URL aktualisieren und vielleicht die Adresse ändern, aber der DOI bleibt derselbe. Einer der Vorteile von DOIs, der vielleicht nicht allgemein bekannt ist, besteht darin, dass sie es uns ermöglichen, verschiedene Versionen eines Datensets zu unterscheiden.

Der DOI gewährleistet also den langfristigen Zugang zu elektronischen Informationen. Wenn sich also die URL eines Artikels ändert, kann man ihn leicht wiederfinden, wenn er einen DOI hat.

Ein zeitsparendes Werkzeug: ORCID

Das Gleiche gilt für den Autor der Forschungsarbeit. Auch Sie können Ihre eigene Persistent ID, Ihr Nummernschild, haben, und es geht nicht darum, von einer Nichtregierungsorganisation registriert zu werden, um die wissenschaftliche Forschung zu kontrollieren. Ganz im Gegenteil. ORCID (Open Researcher and Contributors ID) ist die dauerhafte Kennung für Urheber von Inhalten, Autoren von wissenschaftlichen Arbeiten.

Eine ORCID-iD ist notwendig, um Ihnen in Ihrer Forschungskarriere zu helfen, denn sie spart Ihnen viel Zeit. Vor allem, wenn Sie sich um Fördermittel bewerben müssen und wenn Sie sich von einem Forscher gleichen Namens unterscheiden müssen. Ihre gesamte Bibliografie, Ihre Peer-Review Arbeit, Ihre Kooperationen, Ihre Stipendien – all das wird in einem Datensatz gesammelt, den Sie in viele Formate exportieren können. Darüber hinaus folgt Ihnen Ihre ORCID von einer Institution zur anderen.

Die ORCID-Gemeinschaft ist sehr aktiv und zukunftsträchtig. Es gibt noch viele weitere interessante Informationen zu ORCID – schauen Sie doch einmal auf dieser Webseite nach: https://info.orcid.org/researchers/ . Wenn Sie noch kein ORCID-Konto haben, können Sie es kostenlos erstellen.

Haben Sie viele Artikel geschrieben und möchten sie nicht manuell eingeben? Kein Problem, denn ORCID wird von vielen Forschungsinstrumenten anerkannt, die es Ihnen ermöglichen, Ihre Artikel direkt in Ihrem ORCID-Datensatz hinzuzufügen. Zum Beispiel haben wir vor ein paar Tagen ein ORCID-Plug-in im Open Journals System an der TU Chemnitz implementiert.

Das Puzzle vervollständigen: ROR

An dieser Stelle haben wir also einen Artikel (DOI), der von einem Autor (ORCID) geschrieben wurde, der für eine Organisation arbeitet. Nun, um in der Welt der dauerhaften Identifikatoren eine Organisation zu definieren, gibt es das ROR (Research Organization Registry). Dies ist die ROR-ID für die Technische Universität Chemnitz: https://ror.org/00a208s56

Wie ORCID und DOI wird auch das ROR nicht kommerziell betrieben und stellt ein frei zugängliches Verzeichnis offizieller Zugehörigkeitsnamen wissenschaftlicher Einrichtungen und der zugehörigen Identifikatoren bereit.

Viele Institutionen, auch private, statten sich inzwischen mit einem ROR-Eintrag aus.

So verbinden Sie Ihr OJS-Konto mit Ihren ORCID-Datensätzen.

Melden Sie sich bei Ihrem OJS-Konto an. Klicken Sie oben rechts auf Ihr Profil → Profil ansehen

Scrollen Sie nach unten und klicken Sie auf „Create or Connect your ORCID iD“.

Wenn Sie noch kein ORCID-Konto haben, können Sie jetzt eines erstellen. Wenn Sie bereits eines haben, melden Sie sich bei ORCID mit Ihrem Konto an.

Schließlich autorisieren Sie den Zugang zu „Open Journal Systems an der Technischen Universität Chemnitz“. Wenn Sie also einen Artikel in OJS veröffentlichen, werden die Informationen gleichzeitig in Ihrem ORCID-Datensatz veröffentlicht.

 

Persistente IDs machen Daten FAIR (Findable Accessible Interoperable Reusable). Dies allein sichert die Zukunft wissenschaftlicher Forschung und hilft Nachwuchswissenschaftlern ihre Karriere voranzubringen. Forschungsergebnisse müssen reproduzierbar sein. PIDs sind eine große Hilfe.

Es gibt eine Menge Metadaten zu sammeln, die Sie vielleicht vergessen haben, in Ihre ORCID einzutragen. Wenn Sie also Hilfe brauchen oder mehr über ORCID oder Persistent Ids wissen wollen, zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren.

Literaturhinweise:

Braukmann, Martin Fenner, Christine Ferguson, René van Horik, Rachael Lammey, Alice Meadows, and Simon Lambert. ‘Connected Research: The Potential of the PID Graph’. Patterns 2, no. 1 (8 January 2021): 100180. https://doi.org/10.1016/j.patter.2020.100180.

Droog, Alissa, and Laura M. Bredahl. ‘ORCID Education: A Departmental Approach’. Library Hi Tech News 38, no. 1 (2021): 1–5. https://doi.org/10.1108/lhtn-11-2020-0106.

Golodoniuc, Pavel, Nicholas Car, Simon Cox, and Robert Atkinson. ‘PID Service – an Advanced Persistent Identifier Management Service for the Semantic Web’, 2015.

Juty, Nick, Sarala M. Wimalaratne, Stian Soiland-Reyes, John Kunze, Carole A. Goble, and Tim Clark. ‘Unique, Persistent, Resolvable: Identifiers as the Foundation of FAIR’. Data Intelligence 2, no. 1–2 (1 January 2020): 30–39. https://doi.org/10.1162/dint_a_00025.

Klump, Jens, Fiona Murphy, Tobias Weigel, and Mark A. Parsons. ‘Editorial: 20 Years of Persistent Identifiers – Applications and Future Directions’. Data Science Journal 16, no. 0 (11 December 2017): 52. https://doi.org/10.5334/dsj-2017-052.

Persistent Identifier | The Macquarie Dictionary – Credo Reference’. Accessed 17 February 2022. https://search.credoreference.com/content/entry/macqdict/persistent_identifier/0?institutionId=499.

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