Vielleicht haben Sie es schon erlebt: Sie erhalten eine E-Mail, angeblich vom Prüfungsamt, von der Personalabteilung oder von postmaster@tu-chemnitz.de – und dahinter steckt ein Betrugsversuch. Technisch ist so eine Fälschung leider erschreckend einfach. Ab 14. September 2026 machen wir sie deutlich schwerer.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Was passiert? Wir weisen andere Mailanbieter künftig an, E-Mails abzulehnen, die nur vorgeben, von
tu-chemnitz.dezu kommen (DMARC-Policyreject). - Ab wann? 14. September 2026
- Was müssen Sie tun? In den allermeisten Fällen müssen Sie nichts tun. Postfach, Webmail, Outlook, Thunderbird, Handy – alles läuft weiter wie gewohnt.
- Wer sollte einmal nachsehen? Alle, die ihre TU-Adresse als Absender in einem externen Dienst eingetragen haben. z. B. in Konferenzsystemen, Umfrage-Tools, Newsletter-Werkzeugen, auf externen Servern, bei privaten Mailanbietern.
- Kontakt für Fragen oder Probleme? postmaster@tu-chemnitz.de
Warum wir das machen
E-Mail ist über 40 Jahre alt, und man merkt es dem Verfahren an. Das Protokoll dahinter (SMTP) wurde in einer Zeit entworfen, in der sich alle Beteiligten im Internet noch persönlich kannten. Eine Absenderadresse einzutragen, die einem nicht gehört, ist deshalb bis heute etwa so schwierig wie einen falschen Namen auf einen Briefumschlag zu schreiben.
Zwei Arten von Missbrauch machen sich das zunutze:
- Massenversand unerwünschter Nachrichten – gefährlich, betrügerisch oder einfach irreführend.
- Gefälschte Absenderadressen – in unserem Fall Adressen der TU Chemnitz, um die wirkliche Herkunft zu verschleiern oder der TU zu schaden.
Was unsere Mail-Server täglich zu bewältigen haben, zeigen zwei Zahlen deutlich:
An einem Arbeitstag nehmen unsere Mail-Server bis zu 20.000 E-Mails aus dem Internet an – und weisen bis zu 200.000 als unerwünscht ab. D. h. auf jede zugestellte E-Mail kommen zuweilen etwa zehn abgewiesene.
Die Abwehrfilter greifen bereits an unserem Eingangsserver. Welche das im Detail sind, haben wir unter „Automatische Schutzfilter für E-Mails“ beschrieben. Diese Filter können allerdings nicht verhindern, dass von einem Server irgendwo auf der Welt jemand eine E-Mail mit einer tu-chemnitz.de-Adresse als Absender losschickt. Genau dort setzt die geplante Änderung an.
Was sich am 14. September 2026 ändert – mit einem Blick in den Briefkasten
Eine E-Mail funktioniert wie ein Geschäftsbrief. Es gibt den Briefkopf – Absender, Empfänger, Betreff, Logo – und es gibt den Briefumschlag, auf dem noch einmal Absender und Empfänger stehen. Zugestellt wird ausschließlich nach den Angaben auf dem Umschlag. Was im Briefkopf steht, interessiert die Post nicht.
Bei E-Mail heißt der Briefkopf From-Header (das, was Ihr Mailprogramm anzeigt) und der Umschlag Envelope-From. Weil beide getrennt gefälscht werden können, tun Betrüger genau das. Ausführlicher erklärt erklären wir das in unseren FAQ: „Wieso erhalte ich eine E-Mail, obwohl meine eigene Adresse gar nicht im Mail-Kopf steht?“
Gegen dieses Grundproblem gibt es drei Verfahren, die wir längst einsetzen:
| Verfahren | Was es leistet | Veranschaulichung |
|---|---|---|
| SPF | Legt fest, welche Server überhaupt Post mit tu-chemnitz.de-Absender losschicken dürfen. |
Die Liste der Postämter, die für uns zuständig sind. |
| DKIM | Unsere Server versehen jede ausgehende E-Mail mit einer kryptografischen Signatur. | Ein fälschungssicheres Siegel auf dem Brief. |
| DMARC | Sagt allen anderen Mailanbietern, was sie tun sollen, wenn Liste und Siegel nicht passen. | Die Hausordnung für den Empfänger. |
DMARC, die „Hausordnung“, stand bisher auf none – „bitte notieren, aber ruhig zustellen“. Ab dem 14. September 2026 steht dort reject – „bitte gar nicht annehmen“.
Ein Beispiel: Jemand verschickt eine E-Mail mit dem Absender postmaster@tu-chemnitz.de über einen fremden Server, ohne gültiges Siegel. Bisher landete diese E-Mail beim Empfänger vermutlich im Postfach oder im Spam-Ordner. Künftig wird sie vom empfangenden Mail-Server direkt abgewiesen – die Fälschung kommt nie an.
Wird eine echte E-Mail von uns dagegen nur weitergeleitet und bleibt das DKIM-Siegel dabei unversehrt, gilt sie weiterhin als echt und wird zugestellt. Genau dafür haben wir im Juli 2026 schon vorgearbeitet und das Verfahren SRS (Sender Rewriting Scheme) eingeführt: Bei Weiterleitungen aus der TU ins Internet tauschen wir die Umschlag-Adresse so aus, dass die Prüfungen auf der Empfängerseite gültig bleiben.
Noch eine zweite Änderung erfolgt in der Gegenrichtung: Beim Empfang aus dem Internet akzeptieren wir künftig keine Umschlag-Absender mit tu-chemnitz.de mehr. Das war in der Vergangenheit ein beliebter Trick, um Empfänger in die Irre zu führen. Im Briefkopf ist eine TU-Adresse weiterhin möglich – das kommt bei Weiterleitungen und Mailinglisten legitim vor. Wichtige Funktionsadressen der TU nehmen wir dort aber ebenfalls nicht mehr an, weil auch das für Betrug genutzt wurde.
Betroffenheits-Check: Was bedeutet das für Sie?
| Ihre Situation | Was passiert | Was Sie tun müssen |
|---|---|---|
| Sie schreiben E-Mails über Webmail, Outlook, Thunderbird, Handy-App | Alles unverändert | Nichts |
| Sie lassen Ihre TU-Mails automatisch an eine private Adresse weiterleiten (Gmail, GMX, …) | Funktioniert weiter – dank DKIM und SRS | Nichts |
| Sie schreiben an oder über eine Mailingliste der TU Chemnitz | Läuft weiter | Nichts |
| Sie haben Ihre TU-Adresse als Absender in einem externen Dienst hinterlegt. | ⚠️ Diese E-Mails werden künftig abgewiesen. | Jetzt prüfen und umstellen |
| Sie betreiben einen eigenen externen Server, der mit TU-Absender verschickt. | ⚠️ Wird abgewiesen | Bei uns melden, wir finden gemeinsam eine Lösung. |
| Sie sind auf externen Mailing-Listen mit Ihrer TU-Adresse angemeldet. | Möglich, dass einzelne Beiträge klemmen | Bei Auffälligkeiten melden |
⚠️ Der wichtigste Punkt: Wo steckt Ihre TU-Adresse als Absender?
Viele Dienste verschicken E-Mails mit Ihrer Adresse im Absenderfeld, obwohl sie gar nicht zur TU gehören. Solche Nachrichten werden ab dem 14. September bei den Empfängern abgelehnt. Bitte gehen Sie einmal in Gedanken diese Liste durch:
- Konferenz- und Review-Systeme: EasyChair, ConfTool, OpenConf & Co. verschicken Einladungen und Gutachten-Anfragen häufig mit der Adresse des Programmkomitees, also mit Ihrer.
- Umfrage- und Einladungswerkzeuge: externe Survey-Tools, Terminfindung, Eventregistrierung.
- Externe Newsletter- und Mailversand-Dienste für Projekte, Tagungen oder Institute.
- Private Mailanbieter, bei denen Sie Ihre TU-Adresse als Absenderidentität eingerichtet haben, um „von der TU aus“ zu schreiben.
Wenn Sie so etwas nutzen, haben Sie im Wesentlichen drei Wege:
- Den Versand über die Mail-Server der TU Chemnitz laufen lassen – dann passt alles automatisch.
- Eine andere Absenderadresse verwenden, die der jeweilige Dienst selbst authentifizieren kann (Ihre TU-Adresse können Sie weiterhin als „Antwort an“ eintragen).
- Sprechen Sie uns an. Bei berechtigten Anwendungsfällen suchen wir gemeinsam nach einer Lösung: postmaster@tu-chemnitz.de
Am besten reagieren Sie vor dem 14. September. Danach ist es kein Weltuntergang – die E-Mail geht nicht verloren, sondern kommt als Fehlermeldung zurück. Aber niemand mag E-Mail-Fehler am Tag vor einer Deadline.
Fehlermeldungen zurückgewiesener E-Mails enthalten in solchen Fällen typischerweise einen Hinweis wie 550 5.7.26 zusammen mit dem Stichwort DMARC oder „unauthenticated email“.
Wenn Sie so etwas sehen: Leiten Sie einfach die komplette Fehlermeldung an postmaster@tu-chemnitz.de weiter, wir schauen uns das an.
Was Sie darüber hinaus selbst tun können
Technik allein reicht nicht. Es gibt drei Dinge, mit denen Sie sich und allen anderen helfen:
1. Verdächtige E-Mails an uns weiterleiten: Auch die besten Filter lassen etwas durch. Ihre Meldungen sind für uns die wertvollste Quelle, um den Schutz für alle nachzuschärfen. Wichtig ist nur, dass die E-Mail vollständig mit allen Kopfzeilen ankommt. Anleitungen für alle gängigen Programme halten wir im Blogartikel „Eine E-Mail vollständig weiterleiten“ vor.
2. Eigene E-Mails digital signieren: Mit einem persönlichen Zertifikat können Empfänger überprüfen, dass eine Nachricht wirklich von Ihnen stammt, und Sie sehen umgekehrt, wenn bei einer signierten Mail etwas nicht stimmt. Hinweise dazu finden Sie auf unserer Webseite unter „Persönliche Zertifikate (E-Mail-Zertifikate)“.
3. Grenzfälle selbst sortieren: Nicht alles ist eindeutig. Was für die eine Person nervige Werbung ist, ist für die andere eine willkommene Information. Genau solche Fälle können wir zentral nicht sauber entscheiden – dafür ist ein persönlicher Filter das richtige Werkzeug. Thunderbird bringt zum Beispiel einen lernfähigen Junk-/Spam-Filter mit (Anleitung bei Mozilla), und auf dem zentralen Mailbox-Server können Sie eigene Filterregeln einrichten.
Der Fahrplan
| Wann | Was |
|---|---|
| Juli 2026 ✅ | SRS eingeführt – Weiterleitungen bleiben trotz strenger Prüfung gültig. |
| bis 14. September | Sie prüfen, ob Ihre TU-Adresse in externen Diensten als Absender hinterlegt ist. |
| 14. September 2026 | DMARC-Policy wird von none auf reject umgestellt; keine TU-Umschlag-Absender mehr beim Empfang aus dem Internet. |
| danach | Wir beobachten die Auswirkungen genau und melden uns, falls nachjustiert werden muss. |
Bei Fragen oder Problemen erreichen Sie die E-Mail-Administratoren des URZ jederzeit unter postmaster@tu-chemnitz.de. Lieber einmal zu früh fragen als eine wichtige E-Mail im Nirgendwo zu verlieren.


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