Das war der OPAL User Day 2018

Am 17. Mai fand im Dresdner Kugelhaus zum zweiten Mal der „OPAL User Day“ statt, bei dem OPAL-Nutzer aus den Hochschulen, zentralen Einrichtungen oder Unternehmen und die Kollegen der Bildungsportal Sachsen GmbH zusammenkommen. Unter dem Motto „Austausch bringt uns weiter“ warteten vier Präsentationen und parallele Workshop-Stränge auf die Teilnehmenden. Beim anschließenden Speed Geeking bot sich die Möglichkeit, verschiedene Projekte kennenzulernen und in kleinen Gruppen zu diskutieren.

Blended Learning – integriertes Lernen

Dem Thema „Blended Learning“ widmete sich der Vortrag von Stefanie Quade, Mitarbeiterin der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) in Berlin. Für Veranstaltungen aus dem Abendstudium und für Teilzeit-Studierende setzt sie seit Jahren statt klassischer Lehrveranstaltungen eine Kombination aus Präsenzveranstaltungen und E-Learning-Inhalten ein. Dabei sind die Vorlesungen in Blöcke unterteilt, die abwechselnd vor Ort oder remote von Zuhaue stattfinden. Vor allem Berufstätige oder Eltern profitieren von diesem Modell. Neben Tests, Präsentationen und Übungsaufgaben gibt es regelmäßige Gruppentreffen über Adobe Connect im Lernraum. So können Fragen und Probleme zeitnah geklärt werden, und der Kontakt zu den Kommilitonen bleibt erhalten. Die Teilnehmer organisieren sich in der Regel selbst. Ein Video auf YouTube gewährt einen kleinen Einblick in die Erfahrungen der Studierenden mit dieser Form des Lernens.

In der mittlerweile 3. Projektkohorte kommen auch weitere Lernformen und -formate hinzu, die vor allem die Bedürfnisse der Lernenden und Trainer im Blick behalten. Während beispielsweise eine Professur die theoretischen Anteile komplett in den Online-Teil auslagert und dadurch in den Praxiseinheiten mehr Zeit für die Anwendung der Theorie zur Verfügung hat, sind für eine andere Professur Audiopodcasts eine optimale Ergänzung der Folien und Aufgaben für die Studierenden.

EU-Datenschutz-Grundverordnung – Was muss ich in der Hochschule beachten

Am 24. Mai 2016 trat sie in Kraft, ab 25. Mai 2018 ist sie anzuwenden – die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die momentan in aller Munde ist. Kristin Beyer vom Dresdner Institut für Datenschutz (DIDS) erläuterte in ihrem Vortrag aktuelle und zukünftige Datenschutzbestimmungen, insbesondere im Hochschulbereich.

Neben der Vorstellung der wesentlichen Änderungen (verstärkte Dokumentationspflicht, Folgenabschätzungen, Ausweitung der Bußgeldtatsbestände …) ging Frau Beyer insbesondere auf die Hochschulpersonendatenverordnung, auf Meldepflichten bei Datenanpassungen und die Rechte Betroffener näher ein. Sie hob hervor, dass zu personenbezogenen Daten all jene Informationen zählen, die einer bestimmten natürlichen Person zugeordnet werden können, beispielsweise auch durch ergänzende Informationen Dritter. Datenschutzrechtlich fraglich ist daher unter anderem die öffentliche Auflistung von Prüfungsergebnissen, die mit einer Matrikelnummer pseudonymisiert sind, da durch Vergleich und Ausschluss unter Umständen auf eine bestimmte Person geschlossen werden kann.

In Bezug auf OPAL gab es aus dem Publikum die Anfrage, ob OPAL-Gruppen mit der Einstellung „Teilnehmer sehen Teilnehmer“ aus datenschutzrechtlicher Sicht noch zulässig sind. Frau Beyer konnte dies mit „Ja“ beantworten, solange es sich bei den Gruppenteilnehmern um einen (vermutlich) „untereinander bekannten“ Nutzerkreis, z. B. Kommilitonen eines Jahrgangs, handelt. Dem Publikum gab sie schließlich noch ein paar hilfreiche Anlaufstellen für Informationen auf den Weg – unter anderem die OPAL-Selbstlernmodule.

Audio Response – Elektronische Abstimmungen mit OPAL

Benjamin Schmidt von der HTWK Leipzig stellte am Nachmittag seine Umsetzung eines Audience Response Systems (ARS) mit ONYX vor. In seinen Mathematik-Vorlesungen nutzt Herr Schmidt elektronische Abstimmungen zur Aktivierung der Studierenden. So folgt einer Lehreinheit in der Regel eine Verständnisabfrage per ARS. Ist diese überwiegend korrekt, wird die Lehrveranstaltung weitergeführt, bei überwiegend falschen Angaben wird der Stoff noch einmal aufgegriffen, bei durchmischten Ergebnissen erfolgt eine gemeinsame Diskussion und erneute Abstimmung. Gerade die mathematischen Darstellungen machen ONYX hier zu einem attraktiven Werkzeug, mit dem allerdings auch einfache Single- bzs. Multiple-Choice-Aufgaben umgesetzt werden können. Die Abstimmung erfolgt anonym direkt über ONYX (ohne OPAL-Login). Für die Teilnahme ist ein internetfähiges Mobilgerät erforderlich. Fazit: ONYX kann als Audience-Response-Lösung durchaus mit anderen Konkurrenten mithalten.

Speed Geeking

Insgesamt acht Projekte wurden beim Speed Geeking am Nachmittag präsentiert. Jedes Projekt erhielt fünf Minuten zum Vorstellen und weitere fünf für Diskussionen mit der Gruppe am Tisch. Im Anschluss konnte ein neues Projekt beliebig ausgewählt werden. Insgesamt fünf der acht Projekte konnte man auf diese Weise näher kennenlernen. Vertreten war unter anderem die Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement der TU Chemnitz, um ihre auf OPAL basierende Lernplattform für das Projekt „Open Engineering“ vorzustellen. In dem inhaltlich und optisch zu einer einheitlichen Plattform angepassten OPAL-Kurs wurden verschiedene Anwendungen für das kollaborative Arbeiten in OPAL integriert.

Der nächste OPAL-Userday ist auch schon geplant. Er soll am 16. Mai 2019 stattfinden.

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